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Serie: Mein Museum
Ein Spaziergang über die Mühlhäuser Stadtmauer

Das Entdecken der alten Gemäuer ist für Schüler ein Abenteuer.
Das Entdecken der alten Gemäuer ist für Schüler ein Abenteuer. (Foto: Tino Sieland )
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Die historische Wehranlage in Mühlhausen gehört zu den ältesten nichtrömischen Mauern. Steffi Maass, Museumspädagogin der Mühlhäuser Museen, stellt sie uns vor.

Was gibt es „Musehenswertes“?
Nur wenige Städte in Deutschland besitzen eine fast komplett erhaltene Stadtmauer. Die ehemalige freie Reichsstadt Mühlhausen gehört dazu. Die 800 Jahre alte Mauer ist sogar eine der ältesten nichtrömischen Mauern. Mit ihren fast nahezu intakten knapp 2,8 Kilometern Länge umschließt sie das zweitgrößte städtebauliche Flächendenkmal in Thüringen - den Kern der Stadt Mühlhausen. Auf etwa 370 Meter ist sie begehbar und museal gestaltet. Ein Spaziergang durch die Türme, entlang der Zinnen und Schießscharten, lässt Geschichte lebendig werden.

Museum zum Staunen:
Schon vor etwa 200 Jahren wurden mehrere der ehemaligen Schalentürme zurückgebaut. Die Bewohner der angrenzenden Grundstücke richteten sich auf den Turmstümpfen Gartenhäuschen ein. Dort befinden sich heute kleine Ausstellungen. Einer der Räume ist im Biedermeierstil hergerichtet. Das Biedermeier ist für seine schlichte Eleganz bei der Möbel- und Behaglichkeit bei der Raumgestaltung bekannt. Entsprechend einladend und gemütlich ist das Ambiente.

Ihr liebstes Stück?
Hier ist es kein Stück, sondern ein liebster Ort. Der befindet sich auf dem Rabenturm, dem höchsten der Wehrtürme. Mit einer Höhe von 32 Metern bietet er einen weiten Blick in die Umgebung und diente im Mittelalter als Beobachtungsturm. Besucher von heute können vom Rabenturm über die Stadt mit ihrer mittelalterlichen Struktur, bis zum Hainich und ins Eichsfeld schauen.

Für Kinder ein Abenteuer

Woran führt kein Weg vorbei?
Im vorletzten Gartenhaus, dem sogenannten Wedemeyer'schen Gartenhaus, benannt nach einem niedersächsischen Adelsgeschlecht, das den angrenzenden mittelalterlichen Anröder Klosterhof im 19. Jahrhundert kaufte, wird eine Fotoausstellung präsentiert. Der Mühlhäuser Weltenbummler und Hobbyfotograf Andreas Bank präsentiert unter dem Titel „Reisen in den Alltag“ Fotografien aus Ost- und Südosteuropa.

Sind auch Kinder hier museumsreif?
Das Entdecken der alten Gemäuer ist für Kinder ein Abenteuer. Für Kindergruppen haben wir museumspädagogische Angebote. So können sie sich nach einer Führung über die Mauer bei mittelalterlichen Spielen wie Moberle, Stelzenlauf oder Armbrustschießen ausprobieren. Mit der historischen Wehranlage verbinden sich außerdem Mühlhäuser Sagen, die am Originalschauplatz nacherzählt werden.

Museums-Rundgang:
Für die Erkundung der historischen Wehranlage sollte man 45 Minuten einplanen.

Das muss gesagt werden:
Den vielen Türmen der inneren Stadtmauer sowie der ehemaligen äußeren Mauer und den mehr als ein Dutzend Kirchen verdankte Mühlhausen im Mittelalter den Beinamen Mulhusia turrita, das turmgeschmückte Mühlhausen. Über Jahrhunderte schützte die Mauer eine weit bekannte freie Reichsstadt im Herzen Deutschlands.

Zur Sache
Historische Wehranlage in Mühlhausen
Zugang von der Holzstraße,
99974 Mühlhausen

Öffnungszeiten:

29. März bis 31. Oktober: von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Kontakt:

info@mhl-museen.de
Telefon: 03601-85660
www.mhl-museen.de

Alle Museen der Serie finden Sie hier als übersichtliche Karte und hier auf unserer Themenseite.

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