Freibäder bedürfen der Unterstützung durch das Land!

Bad Langensalza. In vielen Freibädern finden zurzeit die Instandsetzungen für die beginnende Saison statt. Oftmals sind diese nur durch das große Engagement von Fördervereinen und durch Kraftakte von Kommunen und Spenden von Unternehmen möglich.

Landtagsabgeordnete Annette Lehmann hat jetzt die Antwort auf Ihre Kleine Anfrage im Landtag zur „Situation der Freibäder im Unstrut-Hainich-Kreis“ bekommen (DS 6/3686). "Die darin befindlichen Aussagen der Landesregierung lassen auch für die Zukunft nichts erhoffen und sind enttäuschend mit Blick für den Erhalt der noch vorhandenen Freibäder", so Lehmann.

Lehmann zeigt in ihrer Anfrage auf, dass die Wasserfläche pro Einwohner aktuell im UH-Kreis 34 % unter dem Zielwert der Schwimmbad Entwicklungskonzeption für das Jahr 2020 liegt. Der Vergleich zu 2005 ergibt sogar: man hat in den Freibädern im Unstrut-Hainich-Kreis pro Einwohner nur noch die Hälfte an Wasserfläche im Vergleich zu 2005. Trotzdem heißt es in der jetzigen Antwort, dass die Landesregierung keine neue Konzeption für Thüringen in Auftrag geben will. Somit wird laut Lehmann auf die Empfehlungen einer veralteten Konzeption zurückgegriffen, welche die aktuelle Situation nicht abbildet. Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport räumt in seiner Antwort auch ein, dass in den Jahren 2015 und 2016 keine Freibäder in Thüringen gefördert wurden. Weiterhin spricht man von einem „nachrangig sportlichen Aspekt“ bei Freibädern und verweist auf die saisonale Nutzung. Drei Träger von Freibädern aus Thüringen stellten für 2017 trotzdem einen Antrag auf Förderung bei der Landesregierung – alle wurden durch das Ministerium gemeinschaftlich mit dem Arbeitskreis Sportstättenförderung abgelehnt. Nur Hallenbäder bekommen Unterstützung (Greiz, Hildburghausen, Ilmenau). Klar wird in der Antwort, dass die Landesregierung kein Interesse am Erhalt der Freibäder hat, so Lehmann. Man liest: „ […] die Betreibung von Bädern in kommunaler Trägerschaft ist Teil der kommunalen Selbstverwaltung. Der jeweilige Träger entscheidet über Schließung oder Betreibung. Die Landesregierung hat darauf keinen Einfluss.“
"Die Aussage zur kommunalen Selbstverwaltung ist zwar formal korrekt, ich verlange aber trotzdem Unterstützung für die noch verbliebenen Bäder. Gerade Reparaturen am Becken selbst, für die Filteranlagen und ähnliches kosten immens viel Geld und führen möglicherweise zur Schließung weiterer Bäder, weil die Kommunen und Vereine das Geld dafür allein nicht aufbringen können. Ein Freibad ist nicht nur eine Sportstätte, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für alle Altersgruppen. Deshalb soll das Land die betreffenden Kommunen entweder finanziell besser ausstatten, damit sie diese wichtige freiwillige Aufgabe wahrnehmen können oder die Fördervereine der Bäder direkt über eine neue Richtlinie unterstützen“, so Lehmann. Sie dankt insbesondere den Vereinen und den Sponsoren für ihre wichtige ehrenamtliche Arbeit für den Erhalt der Freibäder im gesamten Unstrut-Hainich-Kreis und speziell in ihrem Wahlkreis für die Bäder in Wiegleben, Weberstedt und Kirchheilingen. "Nur durch die Übernahme von Verantwortung durch ehrenamtlich tätige Bürger in diesen Fördervereinen, großen Anstrengungen der betreffenden Kommunen, die Spendenbereitschaft von Unternehmen und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten gibt es diese 3 Freibäder in meinem Wahlkreis wohl überhaupt noch", so Lehmann. Positiv erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang auch das Hallenbad "Seilerbad" in Schlotheim, das ebenso durch sehr viel Bürger- und Unternehmerengagement offen gehalten wird.

Im Gegensatz zu den og. Antworten wurde in der TA am 08. April 2017 ein Statement der Finanzminsterin veröffentlicht, wonach in diesem Jahr mehr Geld für die Thüringer Sportvereine und den Landessportbund zur Verfügung gestellt werden soll. Insbesondere viele kleine Sportvereine sollen laut Ministerin Heike Taubert davon profitieren - ein Thema, zu dem jetzt die Abgeordnete auch genaueres wissen und eine weitere Anfrage einreichen will. "Auch in meinem Wahlkreis gibt es viele Sportvereine, die für Ersatzbeschaffungen oder Instandhaltung der Anlagen dringend Geld benötigen - ich bin gespannt, ob von den insgesamt 28 Mio Euro in 2017 für den Sport wenigstens hier etwas ankommt", so Lehmann abschließend.

Autor:

Jeremi Schmalz aus Mühlhausen

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