Aus der Reihe: „Damit nicht vergessen wird“

Am 11. Dezember 1957 trat in der DDR ein neues Passgesetz in Kraft, das „Republikflucht“ und Fluchthilfe unter Strafe stellte.

Nachdem bis 1956 etwa 1,72 Millionen Menschen die DDR verlassen hatten, musste aus Sicht der SED ein neues Passgesetz her, das die Republikflucht kriminalisierte. Die Erklärung der Menschenrechte interessierte die SED-Oberen nicht. Der „ungesetzliche Grenzübertritt“ wurde eine strafbare Handlung und wurde mit zwei Jahren Freiheitsstrafe, in „schweren Fällen“ mit fünf Jahren, später sogar mit bis zu acht Jahren Freiheitsstrafe belegt. Damit und mit einer umfassenden Grenzsicherung traf die DDR besonders repressive Maßnahmen gegen die eigenen Bürger. Die Abschreckung funktionierte allerdings nicht. So machte die SED durch die Verhängung langer Haftstrafen gegen Ende der DDR daraus ein für die SED erfolgreiches Geschäftsmodel. Politische Häftlinge wurden von der Bundesregierung gegen Devisen freigekauft. Bis 1989 wurden rund 35000 politische Gefangenen freigekauft. Dafür sollen 3,5 Milliarden DM geflossen sein. Fast 1000 Menschen bezahlten den Versuch der „Republikflucht“ mit ihrem Leben. Viele andere ertrugen jahrelang menschenunwürdige Haftbedingungen. Familien wurden getrennt, Kinder zwangsadoptiert. Das Mahnmal für die Opfer des Kommunismus ist längst überfällig.

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