Starke Frauen haben Reformation mitgestaltet

Der Weltrauentag am 8. März war für die Frauen-Union des Unstrut-Hainich-Kreises nicht nur Anlass zu einem gemütlichen Zusammensein, sondern die Vorsitzende Beatrice Gebhardt hatte als Gast Ute Helbing eingeladen. Sie ist Stadtführerin in Mühlhausen und Bad Langensalza und kennt sich in der reichen Geschichte der Region bestens aus. In diesem Jahr begehen wir den 500. Jahrestag der Reformation, die ja auch und besonders für die Frauen bedeutende Veränderungen gebracht hat. Zu allen Zeiten hat es starke Frauen gegeben, die ihr Schicksal selbst bestimmen wollten. Frauen, wie die Ehefrau von Martin Luther Katarina von Bora und die Ehefrau von Thomas Müntzer Ottilie von Gersen habe zweifellos die Reformation mitgestaltet. Beides waren entlaufene Nonnen. Während wir über das leben von Luthers Ehefrau vieles wissen, bleibt Ottilie von Gersen weitgehend im Dunkel der Geschichte. Wichtig zu wissen, dass gerade die entlaufenen Nonnen, oft Töchter des niederen Adels, durch das Klosterleben besonders in Haus- und Gartenwirtschaft sehr gut ausgebildet waren. Frau Luther war sogar als „Kräuterfrau“ bekannt. Besonders als Mitbegründerinnen des evangelischen Pfarrhauses erfüllten entlaufene Nonnen als Ehefrauen von Pfarrern eine wichtige Rolle.
Gebhardt erinnerte außerdem an die Anfänge der Frauen-Bewegungen mit der Gründung des allgemeinen deutschen Frauen-Vereins im jahre 1848. Schon bald wurde die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, der bis heute aktuell ist, zur Hauptforderung. 1919 erkämpfte Rechte wurden 1933 wieder weitgehend eingeschränkt. Mann und Frau sind gleich, das wurde erst im Grundgesetz von 1949 fest verankert. Das Selbstbestimmungsrecht, vor allem im Zusammenhang mit dem § 218 war jahrzehntelang in Deutschland eine Hauptforderung. Dass heute eine Frau an der Spitze unserer Regierung steht, erscheint uns selbstverständlich,. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass vieles, auch bei uns, zu tun bleibt.

Autor:

Ruthild Vetter aus Mühlhausen

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