Neuer Standort für Bratwurstmuseum in Mühlhausen
Südlich des ursprünglich geplanten Geländes am Rand des Stadtwaldes

Dass das neue Thüringer Bratwurstmuseum in Mühlhausen auf einem ehemaligen KZ-Außenlager gebaut werden sollte, hat weit über Thüringen hinaus Aufsehen erregt. Die Stadt ruderte zurück - nun wurde im Stadtrat ein neuer Ort bestimmt.

Im Streit um einen Standort für das Thüringer Bratwurstmuseum ist eine neue Lösung gefunden. Sie musste her, weil es heftige Debatten darüber gegeben hatte, dass das Museum auf das Gelände eines ehemaligen KZ-Außenlagers umziehen sollte. Jetzt hat der Stadtrat einen alternativen Standort beschlossen. Die Mitglieder stimmten am späten Donnerstagabend einer Änderung des Flächennutzungsplanes zu. Parallel wurde ein neuer Beschluss zur Bebauung gefasst. Die neue Fläche liegt nach Angaben der parteilosen Bürgermeisterin Beate Sill knapp südlich des ursprünglich geplanten Geländes am Rand des Stadtwaldes in Mühlhausen.

Ursprünglich war geplant, dass das neue Bratwurstmuseum auf einem ehemaligen Außenlager des KZ Buchenwalds gebaut wird. Als das Ende Januar öffentlich wurde, gab es Protest von so vielen Seiten, dass die Stadt, der Träger und der private Investor den Plan verwarfen - obwohl der Stadtrat schon zugestimmt hatte. Die entsprechenden Beschlüsse wurden am Donnerstag im Stadtrat aufgehoben.

«Wir werden uns auch mit dem Thema Aufarbeitung befassen», sagte Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) am Donnerstag. Doch auch über eine Nachnutzung des ehemaligen Außenlagers werde man sprechen - denn grundsätzlich soll diese nicht ausgeschlossen sein.

Nicht allen Beteiligten soll die Geschichte des Ortes bewusst gewesen sein. Der Vorsitzende des Trägervereins «Freunde der Thüringer Bratwurst», Uwe Keith, sagte, man habe erst im Zuge des öffentlichen Protests von der Geschichte des Ortes erfahren.

Die Historie des Geländes war allerdings schon zu einem früheren Zeitpunkt Thema im Stadtrat, als der private Investor dort 2015 Pläne zur touristischen Nutzung - damals aber noch ohne Bezug zum Bratwurstmuseum - vorstellte.

Das «1. Deutsche Bratwurstmuseum» gibt es seit mehr als einem Jahrzehnt in Holzhausen bei Arnstadt. Es soll unter anderem wegen der hohen Besucherzahlen in ein größeres Gebäude umziehen. Laut Keith habe man seit 2017 nach einem geeigneten neuen Standort gesucht. Die Entscheidung sei auf Mühlhausen gefallen, weil das «das einzige Projekt war, bei dem über den Investor die Finanzierung und Unterstützung des Gesamtkonzeptes gesichert sind.» Bruns rechnete am Donnerstag damit, dass im Mai oder Juni 2020 mit dem Bau begonnen werden könnte. (dpa/th)

Autor:

Gerd Zeuner aus Zeulenroda-Triebes

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