"Nicht zu fassen!" Katrin Weber im Interview

Katrin Weber hat Gesang studiert und in Musical-Rollen brilliert, bevor sie das Schauspiel und Kabarett für sich entdeckte. Die 53-jährige, die in Leipzig und auch in Chemnitz lebt, stand viele Jahre mit Bernd-Lutz Lange auf der Bühne. Mit dem Kabarettisten Tom Pauls ist sie in den Stücken „Schwarze Augen“ und „Tom & Cherie“ zu erleben. Auch solo überzeugt die Entertainerin mit Stimme, Witz und Charme.
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  • Katrin Weber hat Gesang studiert und in Musical-Rollen brilliert, bevor sie das Schauspiel und Kabarett für sich entdeckte. Die 53-jährige, die in Leipzig und auch in Chemnitz lebt, stand viele Jahre mit Bernd-Lutz Lange auf der Bühne. Mit dem Kabarettisten Tom Pauls ist sie in den Stücken „Schwarze Augen“ und „Tom & Cherie“ zu erleben. Auch solo überzeugt die Entertainerin mit Stimme, Witz und Charme.
  • Foto: Agentur
  • hochgeladen von Sibylle Klepzig

Sie kann einfach alles: singen, tanzen, spielen, ­parodieren, berühren, verführen und vor allem ihr Publikum zum Lachen bringen. Jetzt kommt Katrin Weber mit dem Solo-Programm „Nicht zu ­fassen“ nach Thüringen. Vorab spricht die Sächsin über das Fluchen, verlorene Glücksbringer und den Steinbock in ihr.

Frau Weber, Ihr Programm heißt: „Nicht zu fassen!“. Ist das ein Ausruf der Empörung oder der Begeisterung?
Beides und noch viel mehr im Sinne von: nicht zu ­verstehen, nicht zu glauben, nicht zu kategorisieren, nicht zu greifen, nicht zu ­fangen, nicht zu kriegen – also zusammengefasst, nicht in eine Fassung zu bringen. Ich werde oft gefragt: „Was ist denn dein Programm? Ist es mehr Comedy oder Kabarett oder mehr ein musikalisches Programm?“ und dann antworte ich : „Ja, ja ... naja, es ist irgendwie ... Nicht zu fassen.“

Und Sie selbst – geraten Sie öfter mal aus der Fassung?
Ja.

Wie brechen sich die ­Gefühle Bahn?

Mit Mimik, Gestik und Stimme. Übrigens, in ­meinem Buch „Sie werden lachen“, das am 17. März erscheint, ist zu lesen: ‚Wozu hat uns der Herrgott Mimik und Gestik geschenkt, wenn nicht, um ausdrucksvoll zu verzweifeln!‘

Was ist dann der effektivste Seelentröster?
Ordentlich fluchen!

Es gibt wohl in allen Lebens­bereichen Dinge, über die wir den Kopf schütteln. Haben Sie auch Beispiele aus der Werbung parat?
Abgesehen vom ‚Reiniger mit Power-to-Wow-Effekt‘ und der ‚Slipeinlage, die all ihren Bewegungen folgt‘, gefällt mir wirklich ‚WEBER – Der Grill – Das Original!‘

Was bedeutet für Sie unfassbares Glück?

Ich find‘s schon unfassbar, wenn ich mal zufrieden bin.

Haben Sie einen Glücksbringer, den Sie vorm Auftritt knuddeln – oder ein Ritual?

Glücksbringer machen abhängig. Davon musste ich mich befreien, weil ich schon so viele verloren hab und dann immer Angst vor Unglück hatte.
Ein ‚Ritual‘ ist für mich das Schminken vor der Vorstellung allein in der Garderobe. Da das mit zittrigen Händen nicht gut geht, muss man sich zur ruhigen Beschäftigung mit sich selbst zwingen.

Im Programm singen Sie Lieder von Ihrem Solo-­Album, darunter den Titelsong „Ich würd‘ dich gerne wieder ­siezen“. Wie sehr muss man Sie reizen, dass Sie sich wieder Abstand wünschen?
Um genau in diese Situation nicht kommen zu müssen, wahre ich von vornherein gerne Abstand, auch wenn ich schnell mal duze.

Produziert hat die CD Tobias Künzel von den „Prinzen“. Wie fanden Sie zueinander?
Das kann man sehr unterhaltsam in meinem Buch nachlesen. Nur soviel sei verraten: Manchmal kommt der Prinz auch zum Frosch.

Sie besingen Widrigkeiten des Alltags und Beziehungsnöte – bis hin zum weiblichen Umräumwahn. Betrifft das auch Ihr Zuhause?
Lust und Ideen dazu habe ich ständig – bis hin zum Wohnzeitschrift- Abo. Aber wirkliches Umräumen bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes Umstellung, und das mag der Steinbock in mir wiederum nicht.

Wann haben Sie Ihr Talent für Klamauk entdeckt?

Im Kindergarten des VEB NARVA Glühlampenwerkes Plauen.

Nicht zu fassen! – Wie klingt das eigentlich auf sächsisch?
„Hä?“

Wird man im Programm ­etwas in dem Dialekt hören?
Auch wenn ich mich um Hochdeutsch bemühe, kommen die Klänge der Heimat doch immer wieder durch.

Termine in Thüringen - Tickets:

Katrin Weber: „Nicht zu fassen“, musikalisch begleitet von Rainer Vothel:
11.3. Wisenta­halle Schleiz,
24.3. Alte Oper Erfurt,
23.4. Vogtlandhalle Greiz,
29.4. Kulturhaus Gotha,
30.4. Haus der Kunst Sondershausen,
4.6. Theater Nordhausen,
20.10. KuK Gera,
4.11. Stadthalle Apolda,
5.11. Theater Nordhausen

Katrin Weber hat Gesang studiert und in Musical-Rollen brilliert, bevor sie das Schauspiel und Kabarett für sich entdeckte. Die 53-jährige, die in Leipzig und auch in Chemnitz lebt, stand viele Jahre mit Bernd-Lutz Lange auf der Bühne. Mit dem Kabarettisten Tom Pauls ist sie in den Stücken „Schwarze Augen“ und „Tom & Cherie“ zu erleben. Auch solo überzeugt die Entertainerin mit Stimme, Witz und Charme.
Das Buch „Sie werden lachen“ erscheint am 17. März 2017 im Aufbau-Verlag. Darin plaudert Katrin Weber über Gipfel und Abgründe ihres bisherigen Bühnenlebens.

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