Rätselhafter Fund

Die Inschrift auf der Vorderseite der Gedenktafel ist einem französischen KZ-Häftling gewidmet. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
  • Die Inschrift auf der Vorderseite der Gedenktafel ist einem französischen KZ-Häftling gewidmet. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
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Gedenktafel für einen französischen KZ-Häftling lag im Straßengraben – Gedenkstätten-Mitarbeiter bitten die Bevölkerung um klärende Hinweise

Der Fund einer Gedenktafel am Stadtrand von Nordhausen bereitet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora derzeit Kopfzerbrechen. Nun wenden sie sich an die Bevölkerung und hoffen auf nützliche Hinweise, die für die Aufklärung dieses Fundes hilfreich sein könnten.

Ende August entdeckte ein Nordhäuser Bürger bei einem Spaziergang in der Hesseröder Landstraße eine schwarze Steintafel mit weißer Inschrift. Sie lag neben der Fahrbahn im Straßengraben. Da der Finder an dieser Stelle oft spazieren geht und die Tafel ihm zuvor nie aufgefallen ist, vermutet er, dass sie nicht allzu lange dort gelegen haben kann.

Die Steintafel misst 24,5 x 17,5 x 2,0 Zentimeter. Ihre französische Inschrift lautet: „A notre AMI COUTURIER Raymond 1925-1945 Mensignac en Périgord C.M.“ Der Finder deutete dies als eine mögliche Widmung für einen verstorbenen KZ-Häftling. Deshalb informierte er die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora über seine Entdeckung und übergab ihr den geborgenen Fund.

Erste Recherchen der Gedenkstätten-Mitarbeiter haben nun ergeben, dass die Tafel tatsächlich einem französischen KZ-Häftling gewidmet ist: Der am 14. Juli 1925 geborene Raymond Couturier stammte aus Tocane-Saint-Apre und wurde im Dezember 1943 nach Buchenwald deportiert. Von dort wurde er weiter nach Mittelbau-Dora und Ellrich zur Zwangsarbeit verschleppt. Im März 1945 verliert sich seine Spur: Er kehrte nicht mehr in seine französische Heimat zurück, sein Schicksal ist ungeklärt.

Ebenso unklar bleibt, wann und wie die Gedenktafel an ihren Fundort gelangte. Deshalb bittet die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora nun die Bevölkerung um Mithilfe. Hinweise, die für die Aufklärung dieses Fundes hilfreich sein könnten, nimmt die Gedenkstätte telefonisch, per Fax oder per Mail entgegen.

Mehr Infos und Kontaktdaten der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora unter www.dora.de

Autor:

Andreas Froese-Karow aus Nordhausen

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