Familie Storm genießt die Aufenthalte im Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz
Mit unserer Klara unvergessliche Momente verbringen

Katrin Storm mit ihrer Klara genießt das Liegen unter freiem Himmel.
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Katrin Storm, (49), Physiotherapeutin
Familie Storm kommt regelmäßig nach Tambach-Dietharz. Mit ihrer 15-jährigen Tochter Klara, die mit einer schweren Mehrfachbehinderung durch einen Gendefekt auf die Welt kam, genießen sie den Aufenthalt im Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland. Sie mögen es, schöne und unvergessliche Ferien mit ihrer Klara zu verbringen.

Erzählen Sie mal ein bisschen über Klara!
Klara kam als lange ersehntes Wunschkind zur Welt. Sie ist eine Bereicherung für uns, denn sie zeigt mir und oft auch anderen, dass Nähe genug sein kann. Und, dass Nähe lebensnotwenig ist. Unsere Tochter ist offen für Begegnungen. Mit Blicken oder Gesten lässt sie eine Begegnung entstehen. Manchmal springt der Funke über, obwohl sie nicht sprechen kann. Täglich gibt es diese wertvollen Situationen. Auch Fremde können sich durchaus davon berühren lassen, von dieser Art sich wahrzunehmen. Sie mag es gerne, zu den Händen ihres Gegenübers zu greifen. Sie stellt damit körperlich die Nähe her. Sie schaut dem Anderen ins Gesicht und macht dabei so eine Art Knetmassage mit den Händen, damit drückt sie sich aus.

Wie hat Klara Sie verändert?
Die Freude für die einfachen, zwischenmenschlichen Dinge bekommt mehr Raum. Und das fördert den positiven und liebvollen Umgang miteinander. Weniger schauen auf Leistung: schneller, höher, weiter. Da können und wollen wir mit Klara keinen Blumentopf gewinnen. Aber das hat auch etwas Entlastendes. Natürlich wird der Schmerz berührt, kein sich normal entwickelndes Kind zu haben. Aber gleichzeitig entlastet es davon, ständig zu präsentieren, was das Kind schon kann. Wir sind aus diesem Leistungsprinzip von Anfang an entlassen gewesen.

Und Sie bekommen Entlastung hier in Tambach-Dietharz?
Es ist ein Riesengeschenk, dass wir die Chance haben, mit ihr gemeinsam einen schönen Ferienaufenthalt zu verbringen. Man wird herzlich empfangen und die Mitarbeiter sind mit Herz und Können dabei. Sie wollen mit unserem Kind arbeiten, das spürt man. Es ist ein Geschenk, dass hier keiner primär nur seinen Job erledigen will. Bei allen Mitarbeitern ist zu spüren, dass sie nicht nur ihre acht Stunden hier verbringen wollen, sondern mit viel Engagement dabei sind.

Ist das für sie ein Urlaubsgefühl?
Wir haben zu Hause keinen Pflegedienst. Schön ist deshalb, dass der Tag hier nicht allein dadurch strukturiert wird, dass all die pflegerischen Handgriffe anstehen, die zu Hause am Tag und in der Nacht zu erledigen sind. Und sofort ist dieses Urlaubsgefühl da. Gleichzeitig haben wir auch die Chance, unvergessliche Momente mit unserem Kind zu verbringen. Dieses Bedürfnis haben wir, wie alle anderen Eltern auch. Wir wollen schöne und unvergessliche Ferien verbringen. Hier ist alles auf unser Kind ausgerichtet, das gibt es sonst in keiner Ferienanlage.

Wie steht es mit dem Kontakt zu anderen betroffenen Eltern?
Der Kontakt zu ähnlich betroffenen Eltern ist immer wohltuend. Ich kenne auch andere Beispiele von Eltern, die ungern die Konfrontation mit ähnlichen Schicksalen suchen. Ich persönlich empfinde es aber als eine Bereicherung. Hier setzt man an einer ganz anderen Stufe schon an, es gibt einen großen gemeinsamen Nenner. Hier sind wir eine Urlaubergemeinde, hier tauschen wir uns nicht nur zu den schweren Themen aus, wir genießen die frische Luft und die Landschaft oder das leckere Essen. Hier sitzt man auch mal zusammen und trinkt am Abend etwas in einer lockern Runde. Zu Hause ist das anders, da sind die pflegerischen Dinge alltagsbestimmend. Das sind etwa acht Stunden täglich, in die wir uns als Paar reinteilen.

Was mag Klara an diesen Ferien?
Klara fühlt sich offensichtlich in der Natur am Waldrand sehr wohl. Gern schaut sie in die Baumkronen, mag das Umgebensein von vielen aufgeschlossenen Menschen. Und, dass ihre Eltern sich über einen längeren Zeitraum im völligen Entspannungsmodus nur ihr widmen können und viel Zeit für sie haben. Das kann sie wirklich genießen.

Wie oft haben Sie unser Kinderhospiz schon besucht?
Es ist bereits unser dritter Aufenthalt hier.

Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?
Durch Mundpropaganda. Wir sind Leipziger, unsere Tochter Klara ist hier schon in einem Kinderhospiz in kürzeren und längeren Aufenthalten gewesen, dort wurde auch über Tambach-Dietharz gesprochen. Und wir mögen Thüringen schon immer gern und freuen uns jedes Mal, hierher zu kommen. Auch darüber, dass die Anreise nicht so lang ist. Wir haben auch die Angebote in Leipzig genutzt, aber dort bleiben wir als Eltern nicht mit im Haus.

(Interview: Axel Heyder)

Katrin Storm mit ihrer Klara genießt das Liegen unter freiem Himmel.
Katrin Storm, Physiotherapeutin
Autor:

Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz aus Nordhausen

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