Zeit zu verschenken - „Grüne Damen“ in Sondershausen wünschen sich mehr Mitstreiterinnen

Sie kommen aus den verschiedensten Berufen, sind Lehrerin, Sachbearbeiterin, Verkäuferin, Krankenschwester, Rentnerin oder arbeitslos. Und doch eint sie ein Wunsch: Sie wollen Zeit verschenken, Gutes tun. Für andere, die im Krankenhaus liegen oder im Altenheim leben und außer der Umsorgung durch Krankenschwestern und Pflegepersonal sonst kaum persönliche Zuwendung erfahren.

"Grüne Damen" nennen sich die ehrenamtlichen Helferinnen, die im DRK-Krankenhaus Sondershausen ebenso willkommen sind wie im AWO-Pflegeheim am Göldner. Grün ist die Farbe ihrer Kittel, die sie tragen. Daher der Name "Grüne Damen", obwohl inzwischen auch immer mehr Männer ("Herren") Gutes tun.

Deutschlandweit engagieren sich knapp 11 000 Ehrenamtliche für Patienten, die keinen oder selten Besuch bekommen, die sich über Wärme und Zuwendung oder ein gutes Gespräch ebenso freuen wie über ein liebevolles Streicheln, einen zustimmenden Blick oder liebe Worte.

"Schafft euch ein Nebenamt: ein unscheinbares, womöglich ein geheimes. Tut die Augen auf und sucht, wo ein Mensch ein bisschen Teilnahme, ein bisschen Gesellschaft, ein bisschen Fürsorge braucht!" - Diese Worte Albert Schweitzers nahmen sich vor 17 Jahren auch Hannelore Hartleb, Marga Härtig und Sieglinde Dunse zu Herzen und gründeten in Sondershausen die Gruppe der "Grünen Damen".

Inzwischen treffen sich sieben Frauen aus Sondershausen und Umgebung regelmäßig dienstags um 9 Uhr im Gruppenraum des DRKKrankenhauses. Dort besprechen sie aktuelle Fragen und koordinieren ihre Hilfe mit den Stationsschwestern.

Dann schwärmen sie aus. Schauen hier mit einem netten Lächeln ins Zimmer und begrüßen dort einen neuen Patienten, der gleich ein ganzes Sorgenpäckchen mit dabei hat. "Genau für solche Patienten haben und nehmen wir uns Zeit", erklärt Heike Stille, die stellvertretende Gruppenleiterin. "Manchmal kommt eine Einweisung sehr plötzlich und im Schreck vergisst der Patient Kleinigkeiten. Dann helfen wir mit kleinen Besorgungen oder der Benachrichtigung wichtiger Personen", ergänzt Christa Lange. "Wir lesen aber auch aus der Zeitung vor oder hören einfach nur zu."

Mit ihrer Arbeit unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Krankenhaus- Hilfe (EKH) sind die "Grünen Damen" nicht nur liebgewordene Vertrauenspersonen für die Patienten, sondern auch eine wertvolle Ergänzung der ärztlichen, pflegerischen, therapeutischen und seelsorgerischen Bemühungen des medizinischen und Pflegepersonals in den Einrichtungen.

Verstärkung ist jederzeit herzlich willkommen Zwar hat sich der Altersdurchschnitt der ehrenamtlichen Helferinnen in den letzten Jahren leicht verjüngt, doch sucht die Sondershäuser Gruppe weitere Mitglieder. "Wir bekommen viel fürs eigene Wohlbefinden zurück. Denn wir nehmen uns selbst nicht so wichtig, sehen die Patienten im Vordergrund und vergessen eigene Krankheiten", erklärt Adelheid Güra aus Ebeleben.

Und was wünschen sich die "Grünen Damen" für ihre Gruppe in Sondershausen? "Dass sie noch lange besteht und wächst, dass wir gemeinsam viel Zeit verschenken können und unser freundlicher Umgang untereinander bleibt", antworten Christa Lange und Elke Böhm unisono. - Das ist der Gruppe "Grüner Engel" von ganzem Herzen zu wünschen!

Was? Wie? Wer?
• Treff: dienstags 9 Uhr im DRK-Krankenhaus
• Einsatz: ein- oder mehrmals im Monat
• Vorstellung der Tätigkeiten durch erfahrene "Grüne Damen"
erst danach Entscheidung zur Mitarbeit
• Bedingungen: Liebe zur Arbeit mit Menschen, keine Kosten,
keine Konfessionsbindung

• Kontakt :
Elke Böhm
03632/54 24 13

Sieglinde Dunse
03632/75 85 31

Heike Stille 03632/60 22 17

Autor:

Heidrun Fischer aus Nordhausen

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