Nachts im Zoo

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Keine Angst vor Reptilien in der Dunkelheit: Am 21. März veranstaltet die Volkshochschule einen tierischen Abendspaziergang

Die beiden Grünen ­Leguane haben sich im Terrarium auf einen Fels gebettet und blinzeln verschlafen. „Sie genießen die Ruhe“, sagt ­Susan Allner. Die Inhaberin des Reptilien­zoos in Nordhausen beobachtet das Leguan-­Pärchen im Moment sehr ­genau. „Die beiden haben sich im Winter wahrscheinlich gepaart. Wenn das Weibchen die Eier legt, müssen diese schnell in den Brutapparat.“ Wie alle Reptilien-Eier dürfen sie dabei aber keinesfalls gedreht werden, erklärt die Fachfrau. Das Junge kann nur oben aus dem Ei schlüpfen.

 Ein Rundgang durch den kleinen Nordhäuser Zoo mit seinen Hunderten Tieren ist informativ. Am kommenden Freitag ist er obendrein noch gespentisch. „Nachts im Zoo“ heißt die Führung, welche die Volkshochschule kleinen, aber auch großen Interessenten anbietet. Jeder bringt eine Taschenlampe mit, um sich der exotischen Tierwelt im Dunkeln zu nähern. Ansonsten werden nur Teelichter flackern.

 Bei diesem Ambiente wirkt auch ganz Natürliches ein wenig gruselig. Zum Beispiel die Schlangenhaut, die an einem künstlichen Felsvorsprung hängt. „Eine unserer beiden Tigerphytons hat sie abgestreift“, erzählt Susan Allner. Drei- bis viermal im Jahr häuten sich die Riesenschlangen, um weiter wachsen zu können. Irgendwann einmal sind sie mehr als fünf Meter lang.
Raus aus ihrer Haut müssen hin und wieder auch die ­Vogelspinnen. Dann bleibt das abgestreifte, starre Außenskelett auf dem Rücken liegen und sieht beinah aus wie eine leblose Spinne. Schaurig.

Beim nächsten Terrarium schaut der Ritteranolis mit großen Kulleraugen durchs Glas. Diesen Namen erhielt die Echse, weil ihre Haut manchmal schimmert wie eine Ritterrüstung. Mystisch muten auch die Axoloti an. Die Molche sind eigentlich Urzeittiere. Sie haben Kiemen und Lungen – so, als sei die Zeit bei ihnen stehengeblieben.

Regungslos lauert das Leistenkrokodil unter der wärmenden Rotlichtlampe. Zugegeben, dieses Exemplar muss noch ein wenig wachsen. Aber wenn es einmal groß ist, ist es stattlicher als sein Verwandter vom Nil. Fünf bis sieben Meter lang wird das größte Krokodil der Welt.

Wer glaubt, dass es zu abendlicher Stunde immer ruhig ist, kann eine Überraschung erleben. Zum Beispiel bei den nachtaktiven Giftschlangen. „Fühlen sich die Klapperschlangen durch die späten Besucher und den Taschenlampenschein gestört, klappern sie. Das ist ein ganz schön lautes Gerassel“, weckt Susan Allner die Neugier. Nach dem Besuch der Erdmännchen erzählt sie zum Abschluss eine spannende Tiergeschichte.

Termin: „Nachts im Zoo“ ist ein Angebot der Kreisvolkshochschule Nordhausen
» Freitag, 21. März, von 19 bis 20.30 Uhr im Zoohaus Allner, Hallesche Straße
» Taschenlampe mitbringen
» Anmeldung in der VHS, Tel. 036 31 / 60 91-0, E-Mail: post@vhs-nordhausen.de

Autor:

Sibylle Klepzig aus Nordhausen

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