GENTELE: Viele Menschen sind Arm trotz Arbeit- Das kann nicht sein!

Siegfried Gentele MdL

Über die Hälfte der deutschen Frauen fürchtet sich vor der Altersarmut. Gleichzeitig gibt jede dritte Frau an, sich bisher zu wenig um ihre eigene finanzielle Altersvorsorge zu kümmern. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zur Altersversorgung im Auftrag der Swiss Life Deutschland. Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Jeder zweite Deutsche hat Angst vor der Altersarmut. 56 Prozent der Frauen fürchten sich davor, sogar noch stärker als Männer, hier sind es nur 41 Prozent. Allerdings sind Männer aktiver, was die eigene Altersversorgung betrifft, und fühlen sich zu dem Thema auch besser informiert als Frauen. Während 47 Prozent der Männer angeben, sich selbst um ihre Altersversorgung zu kümmern und genug darüber zu wissen, sagen dies nur 37 Prozent der Frauen von sich, leider. Frauen wird es künftig trotzdem härter treffen als Männer. Gründe sind unter anderem ein viel zu geringer Lohn, denn oft arbeiten Frauen nur auf 450-Euro-Basis. Kindererziehung wird in der Rente kaum berücksichtigt. Aktuell bekommt jede Rentnerin pro Kind 25 Euro als Zuschlag für ihre Rente. Das ist eindeutig zu wenig. Auch der Mindestlohn ist zu niedrig. Wenn die Bundespolitik nicht umgehend eine Änderung in der Rentenpolitik vornimmt, werden sehr viele Rentner künftig mit Grundsicherung aufstocken müssen. Die Landesregierung muss Druck machen. Arm durch Arbeit – eine Schande für unser Land. Als Mitglied der Familien-Partei werde ich kurz anreißen, wie wir uns die Rentenpolitik besonders für Eltern vorstellen. Eltern, die Kinder erzogen und betreut haben, sollen dafür eine angemessene, gerechte Rente erhalten. Die Familien-Partei Deutschlands und ich fordern, dass alle Eltern, die Kinder
erzogen haben, dafür im Alter eine gerechte Rente bekommen. Erziehungsleistende schaffen durch ihre Kindererziehung erst die Voraussetzung für die Renten ihrer eigenen Generation. Deshalb stehen Ihnen auch die Renten nach dem Umlageverfahren zu. Vor diesem Hintergrund ist das bisherige Verfahren,
bei der Berechnung der heutigen Renten fast ausschließlich die erfolgte Erwerbstätigkeit zu berücksichtigen, nicht zu rechtfertigen. Die erbrachte
Erziehungs- und Betreuungsleistung ist vielmehr gleichermaßen anspruchsbegründend. Bisher wird dafür nur ein Jahr pro Kind mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten angerechnet. Für Kinder,
die ab 1992 geboren sind, sollen drei Jahre angerechnet werden, wenn die Mindestzeiten für die Rentenversicherung erfüllt sind. Die Familien-Partei
Deutschlands und ich fordern, dass allen Müttern und Vätern, die Kinder erzogen haben, sechs Jahre pro Kind mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten
angerechnet werden. Dies soll auch Mütter und Väter betreffen, die bisher nicht von der Rentenversicherung erfasst wurden wie Selbstständige und Beamte. Im Gegenzug dazu müssen sich auch Selbstständige und Beamte über Sozialabgaben
an der Finanzierung beteiligen. Um mit dem zur Verfügung stehenden Gesamtbetrag weiterhin auszukommen, sind die bisher zulasten der Ansprüche
aus Erziehungsleistungen überhöhten Ansprüche aus Erwerbsarbeit zugunsten der früheren Erziehenden zu mindern. Ferner fordert die Familien-Partei Deutschlands, dass sich für Mütter unterschiedlicher Geburtsjahrgänge die Kindererziehung bei der Rente gleichermaßen auswirkt. Eine angemessene Angleichung der Rente, wie von den Linken gefordert, wird nur kurzfristig für die jetzigen Rentner eine Verbesserung bringen. Künftige Rentner werden trotzdem in die Altersarmut fallen, wenn nicht die Löhne angeglichen werden und wenn
nicht die Kindererziehung entlohnt wird.

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