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Die Bundestagsabgeordnete Sigrid Hupach (Die Linke) ist Schirmherrin der Verkehrssicherheitsaktion „Finger weg!“ ACE warnt vor gefährlichem Mythos

Schirmherrin der ACE-Aktion 2017 Sigrid Hupach (MdB)
Schirmherrin der ACE-Aktion 2017 Sigrid Hupach (MdB) (Foto: Bundestag)
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Erfurt / Nordhausen (ACE) 26.07.2017 – WhatsApp, Facebook, Nachrichten und Apps: Augen, Ohren und Gedanken sind bei vielen Fußgängern nicht bei der Sache, wenn sie eine Straße überqueren. Und das, obwohl sie die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind – innerorts stellen sie 60 Prozent aller Verkehrstoten dar. Deshalb macht der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, im Rahmen der Verkehrssicherheits-Aktion „Finger weg!“ Fußgänger in Erfurt und Nordhausen auf die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam.
Die Bundestagsabgeordnete Sigrid Hupach (Die Linke) erklärte sich spontan bereit als Schirmherrin der Verkehrssicherheitsaktion „Finger weg!“ für den ACE Kreis Thüringen-Nord zu agieren. „Egal ob ich in Eisenach, Erfurt oder Nordhausen unterwegs bin, das vom ACE beschriebene Problem ist überall gegenwärtig und ich wollte mit meiner Schirmherrschaft ein Zeichen für mehr Verkehrssicherheit setzen“, so die Abgeordnete.
Hintergrund sind die Unfallzahlen in den vergangenen Jahren. Insgesamt 31.589 Fußgänger verunglückten im Jahr 2015 im Straßenverkehr, 534 davon tödlich. Mehr als jeder zehnte Tote im Straßenverkehr war ein Fußgänger. Zu den Gründen zählten neben der Rotlicht-Missachtung, mit etwa 40 Prozent die häufigste Unfallursache, auch die Tatsache, dass sich immer mehr Fußgänger im Straßenverkehr abkapseln: Mit Kopfhörern auf den Ohren und dem Blick aufs Smartphone, können sie das Verkehrsgeschehen kaum noch wahrnehmen. Die gerade durchgeführten Aktionen in Erfurt und Nordhausen bestätigen diesen Trend: So waren bei der halbstündigen Testzählung an einer Kreuzung in der Bahnhofstraße in Nordhausen von 225 gezählten Fußgängern 54 (!) mit dem Handy oder Smartphone beim Queren der Ampel beschäftigt. In Erfurt wurde an drei verschiedenen Kreuzungen gezählt. Auch hier zählte der ACE in der Bahnhofstraße. Im Bereich der Unterführung hatten es die Menschen wahrscheinlich eiliger so lag die durchschnittliche Smartphonnutzerquote beim Queren der Straße bei "nur" 6,6%. Allerdings wurde auch in der Andreasstraße und am Domplatz gezählt. Ähnlich wie in Nordhausen bewegten sich die Ergebnisse bei durchschnittlich 20% aller die Straße überquerenden Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen lag die Quote hier sogar bei 36 Prozent.
„Jeder spricht vom Multitasking, doch es handelt sich dabei um einen gefährlichen Mythos: Niemand kann gleichzeitig Nachrichten checken und auf den Verkehr achten. Das ist ganz klar eine lebensgefährliche Selbstüberschätzung“, sagt Jörg Lorenz, vom ACE-Kreisverband Thüringen-Nord. „Mit unserer Aktion wollen wir einen Denkanstoß liefern.“ Doch nicht nur bei Fußgängern sieht der ACE Handlungsbedarf. Bereits vor zwei Jahren hatte der ACE im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion „Park dein Handy, wenn du fährst!“ die Ablenkung am Steuer protokolliert: Besonders besorgniserregend war die Zahl der Handysünder in Großstädten wie Hamburg und Berlin. Die ACE-Beobachter registrierten im Schnitt 90 (Hamburg) beziehungsweise 61 (Berlin) Handysünder pro Stunde. Auch damals wurde in Erfurt 52 und Nordhausen 34 Handysünder in einer Stunde gezählt. Der ACE setzt deshalb auch heute schon auf machbare technische Lösungen, die die Smartphone-Nutzung im Fahrzeug unterbinden.
ACE kündigt Studie für Herbst an
„Jeder hat sein Leben selbst in der Hand – besonders deutlich wird das, wenn man sieht, wie viele Fußgänger als ‚Smombies‘ durch die Städte laufen. Mit unserer Aktion richten wir uns vor allem auch an Eltern und Erwachsene: Sie sollen Vorbild sein und Handys und Smartphones bewusst gebrauchen – oder im Zweifel eben auch einmal stecken lassen“, so Lorenz weiter. Die Ergebnisse der Verkehrssicherheits-Aktionen in Nordhausen und Erfurt fließen in eine bundesweite Studie ein, die der ACE voraussichtlich im Herbst veröffentlichen will.

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