Neustädter MusikSommer 2018
3. Neustädter Sinfoniekonzert

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Am Freitag, 7. September 2018, erklingt zum Abschluss des Neustädter MusikSommers 2018 im AusgustinerSaal ab 19.30 Uhr das 3. Neustädter Sinfoniekonzert. Das Reußische Kammerorchester Gera musiziert unter Leitung des Neustädter Kulturamtsleiters Ronny Schwalbe Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Tschaikowski, Robert Fuchs und Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Sinfonia Nr. 10, h-moll, ist eine der zwölf Jugendsinfonien Mendelssohns und mehr als ein Studienwerk des damals gestalterisch frühreifen Knaben. Felix Mendelssohn Bartholdy verarbeitet hier ganz unterschiedliche Einflüsse, von Bach, bis Mozart, und findet in manchem Satz zu erstaunlicher Eigenständigkeit, bereits in frühen Jahren von Ihm dirigiert. Den langsamen gefühlvollen Intervallen, wie es das Adagio vorsieht, folgt ungewöhnlich kraftvolle Leidenschaft, die in stimmiger Harmonie so zu Gehör gebracht werden.
„Je größer das Streichorchester, desto besser“ schrieb Peter Tschaikowsky auf der zweiten Notenseite seiner Serenade op. 48, C-Dur, 1880 uraufgeführt. Der Komponist, der mit diesem Stück Bezug auf die 10. Sinfonia Mendelssohns nimmt, wollte nach eigenem Zeugnis seiner „Mozart-Verehrung Tribut zollen“ und war bekanntlich kein Freund Bachscher Musik. Und doch hat sich in die vom Gefühl erwärmte Streicherserenade mehr Barockes eingeschlichen, als ihm vielleicht bewusst war. So erinnert der erste Satz mit seiner pathetischen Einleitung viel eher an eine französische Ouvertüre des Barock als an Mozart, in jener Form üblich, in der der langsame Teil am Ende des Satzes wiederkehrt. Im ukrainischen Dörfchen Kamenka entstanden, bildet die Serenade für Streichorchester eine gelungene Mischung aus Mozartscher Leichtigkeit, deutsch- romantischer Innigkeit und französischer Eleganz, wobei auch das russische Element durchdringt - allerdings fast bis zum Schluss auf sich warten lässt.
Robert Fuchs´ Serenade für Streichorchester Nr. 3, e-Moll, erinnert an den Stil von Brahms und gipfelt in einem lebhaften Ungarischen Finale. Der einflussreiche Kompositionslehrer, dessen Grabstein die Innschrift trägt: „Ein begnadeter Komponist, ein selbstloser Lehrer und ein außergewöhnlicher Mensch“ – war seiner Zeit 37 Jahre lang Professor am Wiener Konservatorium und reiht eine Zahl namhafter Schüler um sich. Die persönliche Vorliebe des Komponisten für die Gattung „Serenade“ findet sich in seinem begleitenden Nicknamen „Serenadenfuchs“ wieder. Seine klassisch gebaute, viersätzige Streicherserenade e-Moll für ist ein Werk in romantischem Geist, mit innigem Ton in den langsamen Sätzen, rhythmisch betont und tänzerisch anmutend in den raschen Sätzen.
Das Finale des Sinfoniekonzertes, „Eine kleine Nachtmusik“, greift die wohl bekannteste Komposition Wolfgang Amadeus Mozarts auf – die Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur KV 525. Ihren Beinamen verdankt sie Mozarts Eintrag in seinem Werkverzeichnis: „Eine kleine Nachtmusik, bestehend in einem Allegro. Menuett und Trio. - Romance. Menuett und Trio, und Finale. - 2 violini, viola e bassi.“ Mit Nachtmusik übersetzte er den Begriff Serenade ins Deutsche, der eine Gattung der Unterhaltungsmusik bezeichnet, die traditionell abends und oft im Freien zur Aufführung kam.
Der Abend im Zeichen der Partituren für ein Streichorchester führt Klassikliebhaber zum Finale des Neustädter MusikSommers, vom Reußischen Kammerorchester hauchzart intoniert und mal furios erhellt, entlang ausgewählter herausragender Kompositionen des 18. – 20. Jahrhunderts.

Das Reußische Kammerorchester e. V. ist Bestandteil der Theater & Philharmonie Thüringen. Grundlage der Arbeit des Reußischen Kammerorchesters ist die Pflege der Kammermusik, die in ihren vielfältigen Formen einen wichtigen Baustein für die orchestrale Zusammenarbeit darstellt. Ziel des Reußischen Kammerorchesters ist es, das Konzertleben der Region Ostthüringen zu bereichern, darüber hinaus überregional auszustrahlen und somit auf die kulturelle Stärke dieser Region aufmerksam zu machen. Aufbauend auf die Tradition der Hofkapelle des Reußischen Hofes, die sich bis ins Jahr 1696 zurückverfolgen lässt, entwickelte sich das Geraer Konzertleben. 1960/61 wurde das „Kammerorchester der Bühnen der Stadt Gera“ gegründet. In Würdigung der Verdienste des Fürstenhauses Reuß jüngere Linie erfolgte 1989 die Umbenennung in „Reußisches Kammerorchester e. V.“. Konzertreisen führten das Orchester in verschiedene deutsche Bundesländer und ins europäische Ausland. Mehrere CD-Einspielungen liegen vor.

Nähere Informationen zum Konzert im AugustinerSaal und Karten für die Veranstaltung erhalten Sie unter musiksommer.neustadtanderorla.de / Tel.: 036481 85 121 sowie in der TouristInformation im Lutherhaus Neustadt (Orla) und an der Abendkasse.

Autor:

Michael Rahnfeld aus Pößneck

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