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Mario Keim stellt zur 5. Pößnecker Kabinettausstellung aus
Konzertimpressionen in Schwarzweiß

Der Konzertfotograf Mario Keim stellt bis zum 28. März kommenden Jahres 22 großformatige Fotos im Kabinett des Pößnecker Rathauses aus.
Der Konzertfotograf Mario Keim stellt bis zum 28. März kommenden Jahres 22 großformatige Fotos im Kabinett des Pößnecker Rathauses aus.
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Seine ersten Pressefotos von einem Konzert hat Mario Keim bei einem Open Air-Festival in Schweinfurt am 30. Juni 1991 unter anderem mit Dave Stewart & The Spiritual Cowboys, BAP und Bob Geldof „geschossen“. Am 1. Dezember 2017 hat er seine erste Ausstellung eröffnet: Zur 5. Pößnecker Kabinettausstellung zeigt er im Rathaus der Stadt unter dem Titel „Von AC/DC bis ZZ Top“ 22 großformatige Konzertfotografien. AA-Redakteur Gerd Zeuner sprach mit dem 53-jährigen Raniser.

Der Titel der Ausstellung lässt vermuten, dass Sie eher der härteren Gangart der populären Musik zugetan sind?

Es gibt eigentlich keine Musikrichtung, mit der ich mich nicht identifizieren kann. Außer vielleicht volkstümliche Musik und Hip Hop. Aber ja, dem Hardrock und Heavy Metal gehört seit meiner Jugendzeit meine größte Vorliebe. Zu sehen ist das in der Ausstellung an den Beispielen AC/DC, Deep Purple, Scorpions, Status Quo, Subway To Sally und ZZ Top.

Wann und wo entstanden die Bilder?

Die Ausstellung zeigt Schwarzweiß-Fotos, die von 1991 bis 2001 im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit in der gesamten Bundesrepublik entstanden sind. Einige davon wurden auch in Thüringer Tageszeitungen veröffentlicht.

Warum Schwarzweiß-Fotos?
Die Schwarzweißfotografie erlebt schon seit längerer Zeit wieder eine Renaissance. Viele Fotografen benutzen vor allem die Musik, um auf diese Weise Emotionen zu transportieren. Da für mich Musik genauso wie Fotografie Emotionen bedeuten, passen beide Aspekte wunderbar zusammen.

Welches Equipment kam bei Ihren Fotoeinsätzen in Konzertsälen zum Einsatz?
Meine erste analoge Spiegelreflexkamera, die mich durch die frühen 1990er Jahre begleitete und mir treue Dienste erwies, war eine Minolta X 700. Danach benutzte ich bis 2000 eine Minolta Dynax 600si. Seit dem neuen Jahrtausend bin ich digital unterwegs. Zunächst mit einer kompakten Digitalkamera, dann einer Nikon D70 und seit 2010 mit einer Nikon D 3000.

Damit fotografieren Sie aber nicht nur Hardrock- und Heavy-Metal-Bands?

Natürlich nicht. In der Ausstellung sind beispielsweise Fotos von der Gruppe Pur, Nena und Mike Krüger zu sehen. Bis 2016 war ich auf mehreren Gebieten journalistisch im Einsatz, unter anderem auch als Sportfotograf. Zurzeit fotografiere ich in meiner Freizeit vorwiegend für meine eigenen künstlerischen Ansprüche und diverse Online-Projekte.

Zurück zu den Konzerten. Was waren da Ihre Höhepunkte?
Dazu zähle ich die Gastspiele der Rolling Stones (1995) und von Michael Jackson (1996), über die ich auch in der OTZ berichtete und die ich beide neben Pink Floyd (7. September 1994) jeweils in Prag live erlebte. Außergewöhnliche Konzerte gaben auch AC/DC am 1. Mai 1996 auf ihrer Ballbreaker-World-Tour und Black Sabbath mit Ihrer Reunion-Show am 19. Dezember 1999 – beide in Leipzig. Ein absoluter Höhepunkt war das Festival „Super Rock“ 1992 in Mannheim, als sich mit Testament, Slayer, W.A.S.P., Black Sabbath und meiner absoluten Lieblingsband Iron Maiden gleich mehrere Schwergewichte des Heavy Metal ein Stelldichein gaben.

Einheimische Bands stehen bei Ihnen wohl nicht so hoch im Kurs?
Das kann man so nicht sagen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Ostrockband Formel I. B bei dieser Ost-Berliner Hardrockformation arbeitete ich während meiner Ferien zu Armee- und Studienzeiten regelmäßig als Roadie und unterstützte die Arbeit der Technikcrew. Allerdings nur bis 1987: Es war das Jahr, als zwei Musiker und zwei Techniker die DDR per Ausreise verließen und die Band sich folglich auflöste. Mit dem ehemaligen Schlagzeuger und Manager der Band PUR stand ich über viele Jahre in engem Kontakt, sodass ich die Gruppe mehrmals live sah und fotografierte. Und Bands wie Rammstein, City oder die Scorpions sind immer einen Konzertbesuch wert.

An welche besonderen Konzert-Begebenheiten erinnern Sie sich?
Beim Konzert der Band „Die Ärzte“ 1993 im KuK in Gera waren die gewöhnlichen drei Titel ohne Blitz vom Fotograben aus erlaubt. Es schien nur kein richtig vernünftiges Licht, es schimmerte ständig blaues Licht, das kein normales Foto ermöglichte. So habe ich nur einmal geblitzt, wusste keinen anderen Ausweg. Dieses Foto wurde mit meinem Textbeitrag veröffentlicht!
Beim AC/DC-Konzert wurden nur fünf Fotografen zugelassen, zu denen ich mich glücklicherweise zählen durfte. Als die drei Titel, bei denen fotografiert werden durfte, vorbei waren, mussten die Pressevertreter ihre Kameras abgeben und einschließen lassen. Das war ein komisches Gefühl. Wer gibt schon freiwillig seine Kamera heraus? Den Film hatte ich zur Sicherheit entnommen. Aber alles war gut.

Wenn Sie die Konzertfotografie von damals mit heute vergleichen, gibt es da Unterschiede?
Die Fotos der „frühen“ Jahre haben etwas von dem Aufbruch, der in den frühen 1990er Jahren steckte. Wenn ich daran denke, dass ich beim Konzert der schwäbischen Band PUR im Jahr 1993 in der Freiheitshalle in Hof von Anfang bis Ende fotografieren durfte, dann ist das aus heutiger Sicht undenkbar. Es zeigt die Entwicklung einer Branche, die natürlich in erster Linie auf Kommerz ausgerichtet ist. Bis hin zur Security während der Veranstaltungen.

Was war ihr bislang letztes Konzerterlebnis und welches wird das nächste?
Mein bisher letztes Konzert mit Foto-Akkreditierung war die kanadische Band Saga, die auf ihrer„40th Anniversary – The Final Chapter Tour 2017“ am 11. November in der Weimarhalle Weimar Station gemacht hatte. Als nächsten Konzertbesuch freue ich mich ganz besonders auf Iron Maiden mit ihrer „Legacy Of The Beast Tour“ am 13. Juni 2018 in der Waldbühne Berlin.

INFO:
Die Ausstellung wird bis zum 28. März 2018 im Rathaus Pößneck gezeigt und ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses geöffnet: Montag, Mittwoch und Freitag 9 bis 12 Uhr, Dienstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr sowie Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

Vita Mario Keim
Jahrgang 1964, verheiratet, eine Tochter, wohnhaft in Ranis
Dipl.-Ing. Fertigungstechnologie (1985 - 1990, Abschluss Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Weiterbildung:Multimediaprojektmanager (1997 – 1998), IHK-Fachkraft Personaldisponent (2008 - 2009)
Seit November 2016 tätig als Kaufmännischer Sachbearbeiter
Von 1990 - 2016 journalistische Tätigkeiten (u.a. Ostthüringer Zeitung, Goethe Galerie Jena, Deutsche Presse Agentur, Kicker Sportmagazin, BILD, vdi Nachrichten, verschiedene Tageszeitungen).
seit 2010 Mitarbeit Internetportal www.rocktimes.de
seit 2014 Mitgliedschaft im Internetportal www.fotocommunity.de

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