Wildtiere brauchen im Winter vor allem Nahrung und Ruhe

Jagdvorsteher Andreas Adler beim Bestücken eine Futterraufe.
  • Jagdvorsteher Andreas Adler beim Bestücken eine Futterraufe.
  • Foto: Jagdgenossenschaft Unterkoskau
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Schnee und Frost machen den Wildtieren in diesen Winterwochen sehr zu schaffen. Natürliche Nahrung, wie Gräser und Kräuter, sind während der Wintermonate für Wildtiere nur noch schwer oder gar nicht mehr zu finden.

Aus diesem Grund steht derzeit nicht die Jagd im Mittelpunkt der Aktivitäten von Jägern und Grundeigentümern, sondern die notwendige Fütterung des Wildes. Heu, Silagen, Hackfrüchte, Kastanien, Eicheln und gegebenenfalls liegendes Weichholz, sogenanntes Proßholz, werden den Tieren an Futterplätzen zur Verfügung gestellt.

Finden die Wildtiere nicht genug Nahrung, kommt es zu so genannten Verbiss- und Schälschäden. Dabei werden Knospen, Blätter oder Zweige abgebissen sowie Rindstücken von Bäumen abgeschält. Dies schädigt die forstlichen Kulturen und bedeutet für die Grundeigentümer Wertverlust in ihren Waldbeständen. Alles was das Wild an den Futterstellen aufnehmen kann, braucht somit nicht vom Baum abgebissen oder geschält zu werden.

Schneehöhen von über 40 cm und anhaltender strenger Frost bedeutet "Notzeit" für unsere Wildtiere und die Fütterung wird somit für die Jagdausübungsberechtigten zur Pflicht. Besonders betroffen sind die Regionen im Schleizer und Lobensteiner Oberland, mit Höhen von über 450 m NN. Was das Wild in dieser Zeit außerdem vor allem braucht ist Ruhe! Jedes Beunruhigen des Wildes löst sofort dessen Flucht aus, was eine erhöhte Energieaufnahme zur Folge hat - und das führt erneut zu einem erhöhten Nahrungsbedarf. Auch Tierschutzaspekte sollte man hierbei im Auge haben. Bei den beschlagenen (trächtigen) Muttertieren entwickeln sich in dieser Zeit die Embryonen, was in Zeiten geringer Nahrungszufuhr ebenfalls an den Tieren zehrt. Daher bittet die Untere Jagdbörde des Landratsamtes Saale-Orla-Kreis alle Spaziergänger, Wintersportler und Hundebesitzer, auf den Wegen und Pisten zu bleiben und ihre Vierbeiner nicht frei laufen zu lassen.

Wichtig in dieser Zeit ist außerdem, dass Jäger und Grundeigentümer eng zusammenarbeiten. Beide haben ein Interesse daran, Wildschäden in den Forsten zu minimieren. Im Gemeinschaftsjagdbezirk Unterkoskau/Oberkoskau, ist dieses Miteinander der Jagdpächter, Jäger und dem Jagdvorstand bereits gängige Praxis. Es werden zum Beispiel Absprachen über Fütterungsstandorte getroffen, um Interessen und Rechte der einzelnen Grundeigentümer zu wahren. Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Unterkoskau Andreas Adler betont, dass es in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit Wildschäden in den Forsten gab. "Aus bisherigen Erfahrungen haben wir gelernt und halten mit den Pächtern und Jägern in unserem rund 1.200 ha großen Jagdbezirk engen Kontakt. Wir bieten unsere Hilfe und Unterstützung an", informiert Adler.

Die Vorsitzenden der Jägerschaften e.V. Schleiz, Lobenstein und Pößneck sowie die untere Jagdbehörde bitten daher alle Jagdausübungsberechtigten und Grundeigentümer in ihrem Tun zur Überbrückung der winterlichen "Notzeit" zusammenzuarbeiten. "Wir sind es den, in der freien Natur lebenden Tieren sowohl im Sinne des Tierschutzes als auch der Weidgerechtigkeit schuldig, unsere Hegeverpflichtungen, wie sie uns der § 1 des Bundesjagdgesetzes auferlegt, zu erfüllen", betont Ilona Rahmelow aus der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt. Gleichzeitig gilt in allen Revieren, in denen eine "Notzeitfütterung" erfolgt, das Verbot, im Umkreis von 200 m um die Fütterungsstelle die Jagd auf Schalenwild auszuüben.

Das unter solchen Bedingungen die Jagd, wenn überhaupt, nur mit Einzelansitzen auf Schwarzwild erfolgt, bzw. gänzlich unterlassen wird, versteht sich für den weidgerechten Jäger von selbst.

Autor:

Lokalredaktion Saale-Orla aus Pößneck

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