Polizeibericht der LPI Saalfeld, 19. Mai 2016: Gewaltbereite Fußballfans - Polizei musste einschreiten

Ermittlungen nach Ausschreitungen zum Fußballspiel

Halbfinale im Thüringen-Pokal: Einheit Rudolstadt - FC Rot-Weiß Erfurt

Rudolstadt: Im Zusammenhang mit dem gestrigen Fußballhalbfinalspiel im Thüringen-Pokal in Rudolstadt registrierte die Polizei mehrere Straftaten durch teilweise gewaltbereite Fußballfans.

So ermittelt die Polizei gegen eine Gruppe junger Männer unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs. Die teilweise vermummten Tatverdächtigen sollen aus einer Gruppe von etwa 200 Gästefans heraus vor Spielbeginn versucht haben, sich außerhalb des offiziellen Eingangs bzw. ohne Bezahlung am Kassenhaus vorbei, gewaltsam Zugang zum Rudolstädter Stadion zu verschaffen.
Außerdem sollen sie versucht haben, gegnerische Fans zu attackieren. Dabei Überstiegen sie laut ersten Zeugenaussagen mehrere Absperrungen und griffen auch Ordnungs- und Polizeikräfte tätlich an.

Nach aktuellen Informationen wurden bei den Ausschreitungen sechs Polizeibeamte leicht verletzt. Die eingesetzten Polizisten setzten daraufhin Teilweise Pfefferspray und Schlagstöcke gegen gewalttätige Fans ein, nahmen mehrere Verdächtige zeitweise in Gewahrsam und stellten die Personalien von insgesamt 230 Personen fest.

Personalien von 230 Personen aufgenommen

Bisher wurden sieben Anzeigen mit Bezug zum gestrigen Fußballspiel registriert, bei denen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung und der Beleidigung ermittelt wird.

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermitteln die Beamten gegen einen Rudolstädter Fußballfan. Der 18-Jährige war laut Zeugenaussagen gegen 20.30 Uhr vermummt auf ein Tribünendach geklettert und soll dort fahnenschwenkend Feuerwerkskörper gezündet haben. Auch von ihm stellten die Einsatzkräfte die Personalien fest und fertigten eine Anzeige.

Mögliche Körperverletzungen zwischen rivalisierenden Fußballfans sollen sich laut Zeugenaussagen gegen 21.45 Uhr vor einem Rudolstädter Supermarkt ereignet haben. Passanten berichteten zunächst von ca. 15 Personen, die sich vor dem Markt in der Galeria Rudolstadt gegenseitig ins Gesicht schlugen. Als Beamte kurze Zeit später vor Ort waren und die Personalien von vereinzelt angetroffenen Fans feststellte, stritten diese eine körperliche Auseinandersetzung jedoch ab.
Deshalb sucht die Saalfelder Polizei nun Zeugen, die Angaben zu den Beteiligten und zum Verlauf möglicher Auseinandersetzungen liefern können.

Gegen einen 33-jährigen Mann wird wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz ermittelt. Ihn ertappten Beamte nach dem Fußballspiel Am Mühlgraben, als er mit einem nicht zugelassenen Kleinkraftrad und ohne Helm nach Hause fuhr.

Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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