Saalfeld unter sächsischer Regierung - ein chronologischer Abriß
Die Linie Sachsen-Coburg-Saalfeld

Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld
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Sachsen-Coburg-Saalfeld war ein ernestinisches Herzogtum mit Coburg als Residenzstadt.

Saalfeld gelangte im Jahr 1389 von den Schwarzburgern an die Wettiner, in deren Besitz es bis zur Abschaffung der Monarchie 1918 blieb.
Bei der Erfurter Teilung 1572 gelangte Saalfeld an Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg und 1673 an Sachsen-Gotha.
Nachdem die gemeinsame Hofhaltung der Kinder von Herzog Ernst I. der Fromme von Sachsen-Gotha auf Schloss Friedenstein in Gotha aufgegeben wurde, machte Sohn Albrecht nach seiner Hochzeit Saalfeld zu seinem Wohnsitz und erbaute ab 1676 dort ein Schloss an der Stelle eines ehemaligen Benediktinerklosters.

Sachsen-Saalfeld 1680 bis 1735

Saalfeld war von 1680 bis 1735 Residenzstadt.
Nachdem Herzog Ernst I. der Fromme von Sachsen-Gotha am 26. März 1675 in Gotha gestorben war, wurde das Fürstentum 1680 unter seinen sieben Söhnen aufgeteilt: Johann Ernst (1658–1729) erhielt nun, an Stelle Albrechts, Sachsen-Saalfeld. Das neue Fürstentum, das KEINE volle Landeshoheit besaß, sondern bei den Regierungsgeschäften von den Oberbehörden in Gotha abhängig war, bestand aus den Ämtern Saalfeld, Gräfenthal und Probstzella. Albrecht jedoch wurde Herzog von Sachsen-Coburg und residierte im Coburger Schloss Ehrenburg, das er nach einem Brand 1690 als barocke Schlossanlage wieder neu errichten ließ.
Als Herzog Albrecht von Sachsen-Coburg 1699 ohne überlebende Nachkommen starb, ergaben sich Erbstreitigkeiten, insbesondere mit Bernhard I. von Sachsen-Meiningen, die erst 1735 beigelegt wurden. Der größte Teil von Sachsen-Coburg kam endgültig zur jüngsten ernestinischen Linie Sachsen-Saalfeld, das Fürstentum Sachsen-Coburg-Saalfeld war entstanden. Allerdings mussten die Ämter Sonneberg und Neuhaus nach Sachsen-Meiningen und Sonnefeld nach Sachsen-Hildburghausen abgegeben werden. Das bei der Aufteilung des Herzogtums Sachsen-Römhild im Jahr 1710 erworbene Drittel des Amts Römhild und fünf Zwölftel des Amts Themar verblieben bei Sachsen-Coburg. Damit erlosch Sachsen-Saalfeld und Sachsen-Coburg-Saalfeld entstand!

Sachsen-Coburg-Saalfeld 1735 bis 1826

Nach dem Tod von Herzog Johann Ernst 1729 regierten seine Söhne Christian Ernst und Franz Josias das Land, bestehend aus zwei getrennten Landesteilen, gemeinsam, jedoch von verschiedenen Residenzorten aus.
Christian Ernst blieb in Saalfeld, während Franz Josias Coburg als Residenzstadt wählte. 1745 erbte Herzog Franz Josias von seinem Bruder den Saalfelder Landesteil und regierte Sachsen-Coburg-Saalfeld von Coburg aus. Damit verlor Saalfeld nun auch den Titel "Residenzstadt".
Franz Josias jüngster Sohn Prinz Friedrich Josias machte durch seine Siege als kaiserlicher General und Feldmarschall im Österreichisch-Türkischen Krieg und im ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich von sich als Prinz Coburg reden und das Fürstentum bekannt. Bruder Herzog Ernst Friedrich wurde Regent von Sachsen-Coburg-Saalfeld.
Herzog Franz Friedrich Anton, ältester Sohn des Herzogs Ernst Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld , der nur sechs Jahre, von 1800 bis 1806, regierte, sorgte für eine Erneuerung des maroden Herzogtums und 1805 vertraglich zwischen Coburg und Saalfeld für ein einheitliches Staatswesen mit einer Landesverwaltung des Fürstentums, dem 1806 mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches die volle Souveränität zufiel.

Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha

Vom November 1806 bis zum Frieden von Tilsit im Juli 1807 war das Fürstentum französisch besetzt. Herzog Ernst I., ältester Sohn und Nachfolger von Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld, konnte erst danach aus Königsberg in Ostpreußen in sein Land zurückkehren.
Nach diversen Grenzbereinigungen mit dem Königreich Bayern und Gebietszuwachs 1815 durch den Wiener Kongress, erhielt das Herzogtum am 8. August 1821 eine Verfassung.
Nach Regulierung von Erbstreitigkeiten durch König Friedrich August I. von Sachsen, aufgrund des Aussterben der ältesten Linie Sachsen-Gotha-Altenburg 1825, wurde am 12. November 1826 das Gebiet Saalfeld und das Amt Themar Sachsen-Meiningen zugeschlagen, dessen herzogliche Residenz und Landeshauptstadt Meiningen war. Saalfeld, das schon lang an Wichtigkeit verlor, fand nicht einmal mehr Erwähnung im Sachsen-Meiningischen Wappen. Somit verlor Saalfeld nun auch noch die geschichtlichen Wurzeln seiner einstigen Selbstständigkeit und verschwand in der Bedeutungslosigkeit!
Sachsen-Coburg-Saalfeld erhielt das Herzogtum Sachsen-Gotha ohne die Ämter Kranichfeld und Römhild, die an Sachsen-Meiningen fielen, ohne Altenburg,
sowie vom bisherigen Sachsen-Hildburghausen die Ämter Königsberg und Sonnefeld.
Damit war das neue Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha als Personalunion der beiden Herzogtümer Sachsen-Coburg und Sachsen-Gotha entstanden.

Der dynastischen Erfolg des Coburger (NICHT Saalfelder!) Hauses

Herzogs Franz Friedrich Anton Kinder waren maßgebend für den dynastischen Erfolg des Coburger Hauses. Durch den Ruhm von Prinz Friedrich Josias aus dem Coburger Haus kam es 1796 zur Hochzeit zwischen der Tochter Prinzessin Julie (später Großfürstin Anna Feodorowna) mit dem russischen Großfürsten Constantin.
Franz Friedrich Antons Tochter Prinzessin Marie Luise Victoire heiratete 1818 Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn, und wurde Mutter der britischen Königin Victoria.
Franz Friedrich Antons jüngster überlebender Sohn, Prinz Leopold, wurde 1831 als Leopold I. König der Belgier.
Der fünf Jahre ältere Bruder Prinz Ferdinand heiratete 1816 Maria Antonie Gabriele von Koháry, die aus einer der reichsten Aristokratenfamilien Ungarns stammte, und gründete die katholische Line Sachsen-Coburg-Koháry.
Der gleichnamige Sohn Prinz Ferdinand wurde 1837 als Dom Fernando II. König von Portugal und der andere Sohn, Prinz August war Vater von Ferdinand I., 1887 Fürst und 1908 Zar von Bulgarien.
Außerdem war Thronfolger Herzog Ernst I. Vater von Prinz Albert, The Prince Consort, der 1840 Ehemann der britischen Königin Victoria, seiner Cousine, wurde.
All das hat mit dem ehemals Saalfelder Haus nichts zu tun!

Sachsen-Coburg und Gotha von 1852 - 1918

1852 wurde das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha unter Herzog Ernst II. zu einer Realunion ausgeweitet. Das heißt, es bestanden nun auch noch weitere gemeinsame Institutionen, also Staatsorgane oder Verwaltungseinrichtungen. Das Doppelherzogtum wurde damit zu einem quasiföderalen Einheitsstaat.
Das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha erhielt am 3. Mai 1852 ein Staatsgrundgesetz

Nach dem Ende der Monarchie 1918 entstanden aus den beiden Landesteilen die Freistaaten Coburg und Sachsen-Gotha (anfangs auch Republik Gotha genannt). Nach einer Volksabstimmung am 30. November 1919 vereinigte sich der Freistaat Coburg am 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern und am 1. Mai desselben Jahres ging der Freistaat Gotha im neuen Land Thüringen auf.

Zusammenfassung:
1389 kam Saalfeld von den Schwarzburgern an die Wettiner, von denen es recht stiefmütterlich von einen Herzogtum zum Anderen herumgereicht wurde. So gelangte es bei der Erfurter Teilung 1572 an Sachsen-Weimar, 1603 an Sachsen-Altenburg und 1673 schließlich an Sachsen-Gotha.
Albrecht von Sachsen-Gotha erbaute in Saalfeld ab 1676 ein Schloss an der Stelle eines ehemaligen Benediktinerklosters.
1680 erhielt nun Johann Ernst (1658–1729), an Stelle Albrechts, Sachsen-Saalfeld. Das neue Fürstentum, das lediglich von 1680 bis 1735 Residenzstadt war, besaß KEINE volle Landeshoheit, sondern war bei den Regierungsgeschäften immer von den Oberbehörden in Gotha abhängig.
Nach Beilegung von Erbstreitigkeiten wurde 1735 das Fürstentum Sachsen-Coburg-Saalfeld gegründet, damit erlosch Sachsen-Saalfeld.
1745 erbte Herzog Franz Josias (der Coburger) von seinem Bruder den Saalfelder Landesteil und regierte Sachsen-Coburg-Saalfeld von Coburg aus. Damit verlor Saalfeld nun auch den Titel "Residenzstadt".
Nach Regulierung von Erbstreitigkeiten wurde am 12. November 1826 das Gebiet Saalfeld und das Amt Themar Sachsen-Meiningen zugeschlagen, dessen herzogliche Residenz und Landeshauptstadt Meiningen war. Saalfeld, das schon lang an Wichtigkeit verlor, fand nicht einmal mehr Erwähnung im Sachsen-Meiningischen Wappen. Somit verlor Saalfeld nun auch noch die geschichtlichen Wurzeln seiner einstigen Selbstständigkeit und verschwand in der Bedeutungslosigkeit!

Saalfeld also, das erst Reichsbesitz, dann Privatbesitz, kirchlicher Besitz und dann wieder Reichsbesitz war, kam nun zu den Schwarzburgern, die es ihrerseits 1389 an das Haus Wettin verkauften. Hier wurde es von 1680 bis 1735 Residenzstadt, besaß jedoch KEINE volle Landeshoheit. Mit der Gründung von Sachsen-Coburg-Saalfeld verlor es den Titel Residenzstadt und 1826, als es Sachsen-Meiningen zugeschlagen wurde, auch noch die geschichtlichen Wurzeln.

Auch dynastisch war Saalfeld ehr unbedeutend, im Gegensatz zum Haus Coburg, aus dem folgende Persönlichkeiten hervorgingen:
- die spätere Großfürstin Anna Feodorowna,
- die spätere Frau von Eduard August, Herzog von Kent und Strathearn, die Mutter der britischen Königin Victoria wurde,
- Prinz Leopold, der 1831 als Leopold I. König der Belgier wurde,
- Prinz Ferdinand, der 1816 Maria Antonie Gabriele von Koháry heiratete, die aus einer der reichsten Aristokratenfamilien Ungarns stammte, und gründete die katholische Line Sachsen-Coburg-Koháry.
- Der gleichnamige Sohn Prinz Ferdinand wurde 1837 als Dom Fernando II. König von Portugal und der andere Sohn, Prinz August war Vater von Ferdinand I., 1887 Fürst und 1908 Zar von Bulgarien.
- Thronfolger Herzog Ernst I. war außerdem Vater von Prinz Albert, The Prince Consort, der 1840 Ehemann der britischen Königin Victoria, seiner Cousine, wurde.

Diese Persönlichkeiten aus dem Hause Coburg haben aber nichts, wie schon oben aufgeführt, mit dem Haus Saalfeld zu tun! Weder ist Saalfeld Wiege von europäischen Persönlichkeiten, noch Wiege des europäischen Hochadels!

Peter von Eckstein, Schwarzburg

Quelle: https://www.facebook.com/Zeughaus.Schwarzburg
Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Josias_(Sachsen-Coburg-Saalfeld)

Autor:

Peter Baron von Eckstein aus Saalfeld

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