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Eine Reise aus dem Herzen Thüringens in das Herz Österreichs

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300 Jahre Maria Theresia von Österreich - Jubiläumsveranstaltung

Im Rahmen meiner Arbeit für die Fürstenstraße der Wettiner, meiner Zugehörigkeit zum Magdeburger Jägerbataillon und zum Ritterorden Heinrich III. der Erlauchte, stand nun eine weitere Veranstaltung ins Haus, zu der ich gern mitfuhr.

Nun macht man sich, zumindest ich, schon Gedanken dazu, wenn man vor die Kaiserlich und Königlichen Hoheiten von Habsburg-Lothringen tritt. Auch wieder etwas, daß einem nicht alle Tage passiert und, selbst bei entsprechenden Respekt und Anstand, den man unweigerlich entgegen bringt, ist so ein Treffen alles andere als selbstverständlich. Schon der Gedanke, diesen bedeutenden Persönlichkeiten gegenüberzutreten, erfüllte mich, wie auch dann in Wien selbst, mit gleichermaßen viel Dankbarkeit und Demut.
Manch einer wird nun meinen, daß das wohl etwas übertrieben scheint und es nur Menschen sind, wie alle anderen auch. Nein, würde ich entgegen halten, so ist es eben nicht. Das Haus Habsburg-Lothringen hat ein schweres Erbe zu tragen. Es hat nicht nur eine lange und mehr als bedeutende europäische Geschichte, ist dieser ihrer Geschichte nicht nur verpflichtet, sondern muß dieser Geschichte und auch denen, die aus ihrem Hause die Geschichte schrieben, auch heute noch bestmöglich Rechnung tragen. Und das ist, im Europa von heute, alles andere als einfach.
Eine der Möglichkeiten der Geschichte und Bedeutung des Hauses Habsburg-Lothringen Rechnung zu tragen, ist die Organisation der Flamme des Friedens ( Flame of Peace ), deren Schirmherren Herta-Margarete und Sandor von Habsburg-Lothringen sind. Ihrer Botschafterin Vivien Rose bin ich schon in Reschwitz und Eisenach begegnet, eine sehr nette Begegnung, wie ich zugeben muß.
Doch zurück zur Jubiläumsveranstaltung.
Mein Hintergrundwissen zur Kaiserin Maria-Theresia war zugegebener Maßen etwas unvollständig.
Das Haus Habsburg, ein sehr altes Fürstengeschlecht, das sich nach ihrer Stammburg in der heutigen Schweiz benannte, entwickelte sich durch geschickte Politik, wie auch Heiratspolitik, zu einem bedeutenden und führenden Herrscherhaus in Europa. Sie verstanden es, große Ländereien unter sich zu vereinigen, diese zu mehren und so ihre Bedeutung und ihren Einfluß zunehmend zu vergrößern. So konnten sie ab 1439 fast ununterbrochen deutsche Könige und bis zum Ende des Römischen Reiches Deutscher Nation die Römisch Deutschen Kaiser stellen.
Es ist überliefert, das auch die Schwarzburger Grafen im Zusammenhang mit den Habsburgern auftraten, so sandte z.B. 1403 der König Ruprecht, ehemaliger Pfalzgraf, den Grafen Günther von Schwarzburg als Diplomat an der Spitze der Abgeordneten ins Hause Habsburg.
Maria Theresia nun, welcher in diesem Jahr ihren 300sten Geburtstag gedacht wird, trat mit nur erst 19 Jahren schon ins Rampenlicht der politischen Bühne in Europa. Ihren Eltern wurde gewahr, daß ihnen leider kein männlicher Tronnachfolger beschieden war. Durch das lange Hoffen darauf wurde Maria Theresia auch kaum auf die Amtsnachfolge vorbereitet, so daß nun sicher hektisches Treiben einsetzte. 1736 konnte aber die Heirat mit Franz Stephan von Lothringen stattfinden und so wurde die Linie Habsburg-Lothringen gegründet. Maria Theresia, der zugute kam, in den Folgejahren aktiv an der Seite ihres Vaters zu lernen, trat nach dem Tod ihres Vaters Karl VI. 1740 dessen Tronnachfolge an. Maria Theresia gebar, nach anfänglich drei Mädchen, 1741 einen Jungen als Tronnachfolger, Joseph. Hierdurch wurde ihre anfänglich geschwächte Position in Europa wieder gestärkt, umso mehr, als ihr Mann Franz I. Stefan 1745 Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation wurde. Durch ihre Regierungstätigkeit nahm Maria Theresia aber auch war, das Staats-, Armee- und Wirtschaftsverwaltungen nicht mehr zeitgemäß waren und umfangreicher Reformen bedurften. Diese setzte sie in den folgenden Jahren um, ebenso lag ihr eine Mehrung der Bevölkerung sowie eine zeitgemäßere Bildungspolitik am Herzen. Maria Theresia, die sich nicht nur im eignen Land behaupten mußte, was sicherlich schon schwierig genug war, mußte auch ihrer politischen Rolle in Europa gerecht werden. Unter anderem verheiratete sie ihre Kinder, sie gebar insgesamt 16, in die wichtigen europäischen Herrscherhäuser, was einigermaßen für Stabilität sorgte. 1765 ereilte sie jedoch ein schwerer Schicksaalsschlag, als ihr Gatte unverhofft starb. Als tief trauernde Witwe zog sie sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, machte ihren ältesten Sohn Joseph II. zum Mitregenten, welcher auch die Nachfolge seines Vaters als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches antrat. Nach einem erfüllten, arbeitsreichen und mit viel eignen Kindern gesegnetes Leben, starb Maria Theresia in der Wiener Hofburg.

Was sich hier so kurz und einfach liest, war zur damaligen Zeit sehr zukunftsweisend, äußerst schwierig umzusetzen und hatte weitrechende Folgen. Wer dies im Detail nachlesen möchte, wird zum Beispiel hier fündig: http://www.habsburger.net/

Um nun Maria Theresia zu ehren, fuhren wir, d.h. Offiziere des Magdeburger Jägerbataillons und Ritter des Ordens Heinrich III. der Erlauchte, aus dem Herzen Thüringens ins Herzen Östereichs. Eine recht lange Fahrt wie ich zugeben muß aber eine Fahrt, die wir gern auf uns nahmen. In der Wiener Neustadt angekommen, begaben wir uns zur Theresianischen Militärakademie, wo die Parade mit anschließenden Feierlichkeiten stattfand. Es war noch etwas zeitig, trotzdem füllte sich der Exerzierplatz zunehmend. Für den Moment war es ein buntes Treiben von Menschen in Uniformen und Ordenskleidern aus aller Herren Ländern, aus den Ländern, die einmal zum Kaiserreich gehörten. Gerade noch recht ungeordnet, denn jeder wollte noch seine Kameraden und Bekannten begrüßen und sich mit Ihnen unterhalten.
Als die Zeit voran schritt, kam eine, noch höfliche, Meldung, die zum Antreten bat und die einzelnen Kommandeure nach vorn befehligte. Die Zeit des Entwirrens der bunten Szenerie schien wohl zu lang zu dauern und so trat ein etwas unscheinbarer und nicht ganz hochgewachsener Offizier in die Mitte und, man möchte es kaum glauben, machte seine Nichtwahrnehmbarkeit mit seiner Stimme wieder wett! Die eben noch durcheinander geratene und buntvermengte Szene stand eilends in nullkommanichts, nach Zugehörigkeit sortiert, kerzengerade in Reih und Glied. Daß dies bei knapp 300 Mitwirkenden so schnell gehen kann, hätte ich nicht gedacht. Nach kurzer Vorstellung und Einweisung der Truppe zum Ablauf startete die Parade, immer durch alles übertönende Kommandos, die auch der Letzte in seiner Reihe nicht überhören konnte. Nach einigen Umläufen schien man dann doch zufrieden, so daß wir dann an den Kaiserlich und Königlichen Hoheiten, welche vor dem Maria Theresia Denkmal standen, vorbei defilierten. Nach einer weiteren Runde ging es dann in den Hof der Burg. Dort angekommen, wurde im Karree Aufstellung genommen. Es war ein phantastisches Bild. Im Folgenden nahmen die Kaiserlich und Königlichen Hoheiten von Habsburg-Lothringen die Parade ab und gaben eine Rede, gefolgt von weiteren Persönlichkeiten.
Nun ging es, in aufgelöster Formation, in die Burgkapelle, die Sankt Georgs Kathedrale. In wohltuender Kühle und nach Platznehmen auf dem Gestühl wurde man der Größe und Schönheit der Kathedrale gewar. Aber nicht nur die Kathedrale, mit ihren bemalten Fenstern und Wappen an der Decke, ihren Gewölben und Säulen, war prächtig anzuschauen. Wiederum nach Zugehörigkeit sortiert, saßen Dragoner, Husaren, Ritter und viele viele Weitere, manche sogar mit ihren edel gekleideten Damen, in ihren glanzvollen Uniformen und Gewändern in den Stuhlreihen und gaben, mit den im vorderen Teil der Kathedrale, also links und rechts der Kaiserlich und Königlichen Hoheiten, befindlichen Fahnenträgern, der Feierlichkeit einen großartigen Rahmen. Zu herrlichsten Orgelklängen und Chorgesängen stimmten die Anwesenden mit ein, unterbrochen von unterschiedlichsten Gebeten und Ansprachen. Nach einer noch erfolgten Fahnenweihe erhob man sich wieder, schritt hinaus aus der Kathedrale, über den Innenhof der Burg und nahm auf dem großen Platz vor dem Maria Theresia Denkmal wieder Aufstellung. Hier erfolgten wieder einige Ansprachen und auch Auszeichnungen. Da die gesamte Formation mittlerweile nicht mehr nur den schrillen Befehlen ihre Aufmerksamkeit widmete, sondern auch genau die Gestik verfolgte, klappte die Ausführung der folgenden Kommandos nun ausgezeichnet. Man setzte sich in Bewegung, defilierte in einem großen Rund noch einmal an den Kaiserlich und Königlichen Hoheiten, die jetzt auf der großen Außentreppe der Burg standen und dem gegenüberliegenden Denkmal der Kaiserin Maria Theresia, vorbei und marschierte im Anschluß zum Ausgangspunkt zurück, wo man sich, nach letzten und alles übertönenden Kommandos, nun auflöste.
Unweit von hier hatte man bereits ein großes Festzelt aufgebaut, in dem sich nun alle einfanden. Es war für jeden Liebhaber kulinarischer Köstlichkeiten etwas vorhanden, auch an entsprechenden Getränken konnte man sich zur Genüge laben. Mit nun gelockerter Zunge und vollem Bauch ließen sich die anfänglichen Gespräche von vor der Parade wieder leicht aufnehmen und bestens weiterführen.
Aber auch beim schönsten Fest heißt es irgendwann Abschied nehmen, sich umziehen und zur Abfahrt vorbereiten. Es sollte aber auch noch, wenn man schon einmal in der Wiener Gegend ist, ein passendes Mitbringsel sein. Was liegt da näher als eine Sachertorte. Nach einigen Bemühungen war diese dann auch in der Konditorei Ferstl zu bekommen. Erstaunlich war, das selbst die dortige Kundschaft Thüringen und seine Städte kannten. Nachdem die Torte gut verpackt und im Auto verstaut war, ging es in Richtung Heimat, wo wir nach einigen Zwischenstops in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages ankamen.
Über zwei Dinge waren sich nun alle im Klaren:
Kaiserin Maria Theresia zu ehren und den Kaiserlich und Königlichen Hoheiten Herta Margarete und Sandor von Habsburg–Lothringen die nötige Ehrerbietung bezeugen zu können, ist jede Reise wert und
bei der nächsten Reise wird es wohl ein anderes Fahrzeug sein!

Für die Organisation und Ausrichtung des Jubiläumsfestes gilt allerhöchster Dank den Kaiserlich und Königlichen Hoheiten Herta Margarete und Sandor von Habsburg-Lothringen, für die Organisation der Fahrt nach Wien den Grafen von Neuendorf, Heinz Graf von Neuendorf und Olaf Graf von Neuendorf!

Peter von Eckstein
Ritter im Ritterorden Heinrich III. der Erlauchte

Leseempfehlungen:
http://www.miles.ac.at/…/sites/burgfuehrung/burgfuehrung.php
http://www.mariatheresia2017.at/

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