Erinnerungen an die „Hölle im Schieferberg“

Durch die Ausstellung und das Gelände führt Andrej Bartuschka, der beim Landratsamt für die Besucherbetreuung der Gedenkstätte zuständig ist. In der hand hält er die neuen Flyer. Sie  enthalten die wichtigsten Informationen und aktuelle Kontaktdaten zur Gedenkstätte, die bereits seit 1979 existiert. Ausländische Besucher können sich bald über den in Englisch erscheinenden neuen Flyer freuen. Im Bild rechts: Das Triebwerk einer V2-Rakete. Fotos: Andreas Abendroth
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  • Durch die Ausstellung und das Gelände führt Andrej Bartuschka, der beim Landratsamt für die Besucherbetreuung der Gedenkstätte zuständig ist. In der hand hält er die neuen Flyer. Sie enthalten die wichtigsten Informationen und aktuelle Kontaktdaten zur Gedenkstätte, die bereits seit 1979 existiert. Ausländische Besucher können sich bald über den in Englisch erscheinenden neuen Flyer freuen. Im Bild rechts: Das Triebwerk einer V2-Rakete. Fotos: Andreas Abendroth
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Erinnerungen an die „Hölle im Schieferberg“ werden wach gehalten

Das KZ-Außenlager „Laura“ - Zwischen Waffentechnologie und unmenschlichen Lebensbedingungen

SCHMIEDEBACH. Es kommt in mir schon ein etwas beklemmendes Gefühl auf, als ich in das „Fröhliche Tal“ im Lehestener Ortsteil Schmiedefach fahre.
Was hier vor 69 Jahren geschah, hat wirklich nichts mit dem Wortstamm „fröhlich“ zu tun.
Hier wurde ein weiteres dunkles Kapitel des Dritten Reiches, der Deutschen Geschichte geschrieben.
Am Tor der KZ-Gedenkstätte "Laura" empfängt mich Andrej Bartuschka. Der junge Mann führt die Gäste durch die Ausstellung und das Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Buchenwald.
„Bei uns bekommen die Gäste Informationen zum geschichtlichen Hintergrund sowie der Historie der Gedenkstätte. Zudem einen tiefen Einblick in die unmenschlichen Lebensbedingungen der Häftlinge vor Ort“, erläutert Andrej Bartuschka.
Der Rundgang führt uns zunächst auf einen Plateau oberhalb eines Schieferbruchs. Von unten dringen Abbaugeräusche zu uns hinauf. Hier im Tagebau befand sich das Rüstungswerk „Vorwerk Mitte“. Dazu gehörten zwei Prüfstände für Triebwerke der V2-Raketen (Typ A4) sowie unterirdisch ein Sauerstoffwerk sowie weitere technische Einrichtungen.
„Viel ist hier nicht mehr erhalten. Erst waren die amerikanischen, dann die russischen Alliierten da. 1948 erfolgte die Sprengung des Werkes und bis heute Abbauarbeiten im Schieferbruch“, wird berichtet.
Die wenigsten Außenstehenden wissen eigentlich, dass hier die Entwicklungen und Tests nach der Bombardierung der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde seine Fortsetzung fanden. Bis 1944 wurden hier 4372 Triebwerktests durchgeführt und 3462 Triebwerke an das Rüstungsunternehmen „Mittelwerk“ Nordhausen ausgeliefert.
„Möglich waren der Aufbau der Anlagen und die späteren Triebwerktests nur durch den Zwangseinsatz von Häftlingen aus Buchenwald. Unter unmenschlichen Bedingungen wurden sie in der großen Scheune, auf engstem Raum in zwei Etagen, zusammengepfercht“, erläutert der Besucherbetreuer.
In dieser Häftlingsunterkunft findet man heute die Gedenkstätte als museale Einrichtung. Ein Ort der Trauer und des Gedenkens an die Opfer, ein Ort der Mahnung an heutige und zukünftige Generationen.

HINWEISKASTEN:

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wurde im Jahr 2010 Eigentümer und seit 2012 auch Betreiber der Gedenkstätte. Seit Juli 2012 ist die Gedenkstätte Mitglied im Thüringer Museumsverband e.V.
Das ehemalige KZ „Laura“ befindet sich in Schmiedebach, Fröhliches Tal, bei Lehesten. Die Öffnungszeiten sind von April bis Oktober, immer Dienstag bis Sonntag, 14.00 Uhr bis 17.30 Uhr.
Infos: www.kz-gedenkstaette-laura.de

Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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