Musehenswertes
Im Rotschnabelnest Reichmannsdorf ist wieder was los

Im Rotschnabelnest kann der achtjährige Nick wieder auf Schatzsuche gehen.
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Vier Monate lang war das Museum "Rotschnabelnest" in Reichmannsdorf bei Saalfeld nicht erreichbar, weil ein Wasserschaden die Elektronik lahm legte. Der Schaden ist behoben und das Museum sucht wieder Aussteller - vor allem für Ostern. 

Den 18. Februar 2017 wird Silvia Schellhorn wohl nicht so schnell vergessen. Als die Museumsleiterin an diesem Samstagvormittag kurz vor 11 Uhr die Tür zum Museum „Rotschnabelnest“ in Reichmannsdorf aufschließt, bleibt sie zunächst wie angewurzelt stehen, weil sie sich in einem Albtraum wähnt. Von der ­Decke tropft ihr Wasser auf den Kopf, über die Treppe ergießt sich ein Bach, der den Fußboden in einen See verwandelt. In den Ausstellungsräumen hat es die Deckentapete abgehoben, die Sockel sämtlicher Vitrinen sind durchweicht und der Putz ist eben dabei, sich von den Wänden zu lösen.

„Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich machen sollte. Doch dann sammelte ich mich und informierte ­unsere Bürgermeisterin“, erzählt Silvia Schellhorn, noch immer erschaudernd, wenn sie an das Erlebte zurückdenkt.

Gemeindeoberhaupt Antje Büchner ruft die Feuerwehr, die die Unglücksursache ermittelt: Am Wasserboiler in der Küche im Obergeschoss war ein Schlauch geplatzt. Und bevor sich das Wasser Bahn ins Erdgeschoss brach, überflutete es Heimatstube und historisches Klassenzimmer. Mehrere Kubikmeter Wasser waren seit dem frühen Morgen ausgelaufen. „Die Toilette war nicht begehbar, der Fußboden musste herausgerissen werden. Und weil das Wasser auch Heizungs- und Elektroraum in Mitleidenschaft zog, fielen Telefon und Internet vier Monate lang aus“, rekapituliert Silvia Schellhorn. „Wir mussten vielen Reisegruppen und Besuchern absagen.“

Bald gibt's Orgeln im Rotschnabelpark 

Seit Sommer vergangenen Jahres hat das „Rotschnabel­nest“ wieder geöffnet, doch um das Museum ist es ruhig geworden. Zu ruhig. „Wir waren länger als ein Vierteljahr nicht erreichbar. Viele Besucher glauben, dass wir ­geschlossen haben“, ­­fürchtet Silvia Schellhorn.

Dabei ist in dem Heimatmuseum alles wieder in bester Ordnung. Die Ausstellungen haben geöffnet, ansässige Vereine nutzen rege die oberen Räumlichkeiten des Gebäudes. Dieses Jahr wollen sich die „Rotschnäbel“ intensiv um das Außengelände kümmern und den Rot­schnabelpark mit Hinweistafeln zu Kräutern, Blumen, Sonnenuhren, Vögeln, Fährten, Kräuterspirale und Naturquiz um eine Stein- und eine Schrottorgel erweitern.

Auch ins Haus soll wieder mehr Abwechslung einziehen: „Wir suchen Aussteller für kleinere Präsentationen, vor allem im Hinblick auf Ostern. Wer besondere Dinge sammelt und der Öffentlichkeit zeigen möchte, ist herzlich eingeladen.“

Zur Sache:
Museum Rotschnabelnest, Reichmannsdorf (Saalfelder Straße 93) 
Telefon: 03 67 01/ 3 00 54
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 13 bis 17 Uhr.
www.rennsteigtripp.de

Im Rotschnabelnest kann der achtjährige Nick wieder auf Schatzsuche gehen.
Museumsleiterin Silvia Schellhorn.

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