Ein Ausflug in die Sonne Afrikas
Kamele im Winter

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Ende Januar war es soweit und ich konnte meine Koffer für einen "Winterurlaub" in Ägypten packen. Bei sommerlichen Temperaturen am Strand entspannen, während bei uns Minusgrade herrschen - was kann es besseres geben. Bei gut vier Stunden Flugzeit ist das Land am Nil relativ schnell zu erreichen und eine ideale Alternative für einen Kurztrip in die Sonne. Der Flug mit "Small Planet" verlief reibungslos (Kleingeld dabei haben, da keine kostenlosen Snacks und Softdrinks) und bereits bei der Ankuft am Flughafen in Marsa Alam, schlugen mir, obwohl die Sonne bereits untergegangen war, die frühlingshaften Temperaturen entgegen. Bei der Einreise muss das Visum direkt am Flughafen erworben werden. Dieses kostet aktuell 25 Dollar und kann auch in Euro bezahlt werden, das kommt allerdings teurer. Also am besten im Vorfeld ein paar Dollar besorgen und das Visum bei der Einreise gleich damit zahlen. Wenn ein paar Dollar übrig bleiben, können diese auch bem Rückflug in den Duty-Free-Geschäften nützlich sein, da Getränke (z. B. eine Flasche Wasser fürs Flugzeug) etc. ebenfalls in Dollar ausgepreist und in Euro meist etwas teurer sind.
Der Transfer zum Hotel war unkompliziert und schnell, da dieses nur ca. 10 Minuten Fahrtzeit vom Flughafen entfernt liegt. Direkt am Hotel befindet sich ein wunderbares Riff, an welchem man auch ohne zu Schnorcheln die beeindruckende Unterwasserwelt des Roten Meeres bewundern kann. Die Gegend um Marsa Alam ist auch bei Tauchern äußerst beliebt. Dort finden sich viele gut erhaltene Korallenriffe, mit unzähligen exotischen Meeresbewohnern. Die Notwendigkeit der Erhaltung dieser Riffe wurde erkannt und es wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeführt, welche auch auf jeden Fall beachtet und respektiert werden sollten. Korallen wachsen etwa einen Zentimeter in zehn Jahren und die Riffe dienen vielen Meeresbewohnern als Lebensraum. Das Betreten der Riffe ist verboten, Baden ist nur in den gekennzeichneten Bereichen erlaubt und das Abbrechen und Einsammeln sowie auch das Mitnehmen von Korallenstücken als Urlaubssouvenir werden streng geahndet und mit Geldstrafen belegt. Bereits vor dem Einsetzen des Massentourismus wurden die Küsten am Roten Meer von Tauchern entdeckt. In den meisten Hotels werden schöne Schnorchelausflüge und Bootstouren angeboten, bei denen man mit etwas Glück auch Wasserschildkröten, Delfine oder die beeindruckenden Dugongs (Seekühe) bestaunen kann. Diese friedlichen Tiere lassen sich auch von einer größeren Horde Schnorchler nicht aus der Ruhe bringen und können in aller Ruhe beim Fressen und Schwimmen beobachtet werden, ein einmaliges Erlebnis. Allerdings sollte man die Tiere nicht berühren, worauf vor Beginn und auch während des Tauchganges von den Reiseleitern hingewiesen wird und was man als Schnorchler und Schwimmer auch unbedingt respektieren sollte. Außerdem können einem im Roten Meer auch einige giftige Lebewesen begegnen. Wer Lust hat, sich selbst mal im Tauchen zu versuchen, kann dies in einer der vielen Tauchschulen der Region tun. Diese bieten Kurse, Tauchausbildungen mit Tauchschein, Ausrüstungen zum Kaufen oder auch Leihen (wer erstmal Ausprobieren möchte) sowie Zubehör an.
Als ein weiterer Geheimtipp gilt der ca. 50 km südlich von Marsa Alam gelegene Nationalpark Wadi el Gemal. Dieser erstreckt sich von der Küste des Roten Meeres (mit Mangrovenwäldern, einzelnen Inseln und Riffen) bis ca. 70 km ins Landesinnere. Ein Ausflug dorthin kann ebenfalls vor Ort gebucht werden.
Mit einem Jeep wurde der Park erkundet, zusammen mit dem Koch, dem Fahrer und dem Reiseleiter. Im Park befinden sich auch die Überreste eines römischen Tempels und alter Smaragdminen, in welchen die alten Ägypter sowie die Römern die wertvollen grünen Edelsteinen abbauten. Mit etwas Glück laufen den Besuchern auch einige freilebende Kamele oder andere Tiere vor die Linse. Eine kurze Teepause und einem Akazienbaum und ein Abendessen bei Sonnenuntergang in der Wüste rundeten den Ausflug ab. Etwas anstrengend war nur die Fahrt vom Hotel zum Park und wieder zurück,  da diese Strecke ebenfalls mit dem Jeep bewältigt werden musste. Auch Ausflüge nach Luxor und Kairo - die Haupstadt und größte Stadt Afrikas - werden vor Ort angeboten, was von mir allerdings nicht genutzt wurde. Für die Erkundung der geschichtsträchtigen Städte Luxor und Assuan, mit ihren Tempelanlagen und den weltbekannten Sehenswürdigkeiten werden Nilkreuzfahrten angeboten, bei denen man bequem alle Ziele ansteuern, sich entspannt auf der "Lebensader Ägyptens" treiben lassen und die vorbeiziehenden Bilder und Eindrücke auf sich wirken lassen kann. Die einfache Strecke vom Hotel bzw. der Küste nach Luxor beträgt etwa 300 km, ein Ausflug nach Luxor ist also mit einer langen Busfahrt und einem ebenso langen Tag verbunden.
Untergebracht war ich im Hotel "Jaz Solaya", welches ich ohne weiteres empfehlen kann. Die Anlage rund um das Hotel ist sehr gepflegt, das Essen sehr lecker und abwechslungsreich und das Personal ausnahmslos hilfsbereit und freundlich, was allerdings auch für den Großteil der Einheimischen, Reiseleiter etc. galt. Fast alle Beschäftigten sprechen deutsch und/oder gut Englisch und man fühlt sich als Tourist in keinem Moment unerwünscht oder unsicher. Auch wirken die Menschen, jedenfalls in den Touristenorten, sehr offen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass man in Ägypten zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis einen schönen Urlaub mit Sonnengarantie und sommerlichen Temperaturen (auch im Winter) verbringen kann, bei dem Kultur, Natur, Gastfreundschaft und Strandfeeling nahe beeinander liegen und sicher für jeden Geschmack etwas dabei ist.

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