Lizenz zum Spielzeugbau

Katja Hoffmann, Gollnest & Kiesel: „Original Ankersteine in den aktuellen Trendfarben. Die „Domino-Rallye“-Steine sind unabhängig von den Ankersystemkästen. Perfekt zum Mitnehmen auf Reisen für Kinder.“ Foto: Andreas Abendroth
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  • Katja Hoffmann, Gollnest & Kiesel: „Original Ankersteine in den aktuellen Trendfarben. Die „Domino-Rallye“-Steine sind unabhängig von den Ankersystemkästen. Perfekt zum Mitnehmen auf Reisen für Kinder.“ Foto: Andreas Abendroth
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Thüringer Firmen wollen mit Innovation, Qualität und Sicherheit auf einem hart umkämpften Markt überzeugen

Nachgefragt auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg

Von Andreas Abendroth

Wo kommt eigentlich das Spielzeug her? Eine berechtigte Frage, auf welche man auch schnell eine Antwort parat hat. Natürlich aus Fernost. Doch eigentlich ist die Frage zu vorschnell beantwortet.
Sven Hamann, Marketingleiter des Modellbauherstellers robbe kennt sich in der Szene aus. „Kommst du nicht aus Thüringen? Und ist dort nicht eine der Wiegen der Spielzeugindustrie“, betont er.
Mit dieser Aussage soll er Recht behalten. Berühmteste Produktionsstätte der deutschen Spielzeugindustrie dürfte die Stadt Sonneberg ein. Zur Erinnerung wurde hier 1901 das Deutsche Spielzeugmuseum eröffnet. Und heute? Die Spielzeugindustrie genießt ein kleines aber feines Nieschendasein. Keine riesige Wirtschaftsmacht aber Produkte, welche sich sehen lassen können.

Ein Großteil der Firmen präsentierte sich jetzt auch auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg. Mit Produkten, die sich weltweit sehen lassen können. Steinbausteine, Metallbaukästen, Eisenbahntechnik, Plüsch- und Holzspielzeug.

“Wir müssen uns dem Markt anpassen, mit der Zeit gehen, neue Wege suchen und mit Qualität und Service punkten“, bringt es Götz Monecke vom Schlittenhersteller KHW Geschwenda auf den Punkt. Auch hat er gleich zwei aktuelle Beispiele parat. „Da der Schnee in manchen Regionen eher sehr spärlich ist und Interessenten in den warmen Regionen rund um den Globus auch einmal rodeln wollen, haben wir einen Sandrodel entwickelt. Auf spezielle Kufen lassen sich dann auch Dünen meistern.“
Ein ganz anderes Thema ist die Kongruenz und Produktpiraterie aus Fernost. „Oftmals stimmen bei den No-Name-Produkten Qualität, Funktionalität und Sicherheit absolut nicht“, so Monecke. „Deshalb bringen wir unsere „TÜV-Zertifizierungen“ deutlich sichtbar für die Kundschaft auf unseren Produkten an“, wird angefügt.

Mit Spielzeugen mit Verantwortung wollen auch andere Thüringer den Verbraucher überzeugen. So wird bei Ankerbausteinen aus Rudolstadt auf eine 130 Jahre alte Rezeptur gesetzt. „100 Prozent natürliche Materialien, bestehend aus Kreide, Quarzsand, Farbpigmente und Leinöl, erfüllen höchste ökologische Kriterien“, betont Helmut Roloff. „Außerdem ist Spielzeugsicherheit ein zunehmendes Bedürfnis vieler Eltern und uns sehr wichtig.“

Auf Naturmaterialien setzt auch Decor-Spielzeug aus Wickersdorf. „Holz als lebendiger Werkstoff wird künstlerisch so gestaltet, dass den Bedürfnissen und der Entwicklung des Kindes gemäße Produkte entstehen“, so Markus Jacobeit am Messestand. Das Besondere an dem Spielzeug: Es wird in der Werkstatt der Lebensgemeinschaft Wickersdorf von 70 Menschen mit einem Handicap gefertigt.

Von der einstigen großen Spielzeugindustrie in Thüringen ist ein kleiner, innovativer und zugleich leistungsstarker Rest geblieben. Aus diesem Nieschendasein versuchen die Spielzeugbauer nicht nur Kinderherzen höher schlagen zu lassen, sondern den Spielzeugmarkt rund um den Globus zu erobern.

INFORMATIONEN
- Die Spielwarenmesse in Nürnberg ist die weltweite Leitmesse für Spiel, Hobby und Freizeit.

- Über 75.000 Fachbesucher aus über 120 Ländern informieren sich hier.

- In diesem Jahr wurden 1 Million Produkte, darunter 75.000 Neuheiten, präsentiert.

- Die nächste Fachmesse findet vom 27. Januar - 1. Februar 2016 statt.

Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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