Mythos oder Aberglaube: Kräuterweihe in Sitzendorf am 20. August

Kräuterfrau Monika Detelmann wird die Kräuterweihe durchführen.
  • Kräuterfrau Monika Detelmann wird die Kräuterweihe durchführen.
  • Foto: Bringfried Detelmann
  • hochgeladen von Ines Heyer

Die Heilkräfte von Kräutern stehen außer Frage. Von Juli bis Mitte September werden die Kräuter geerntet - die Pflanzen haben in dieser Zeit die größte Heilkraft. Eine noch größere Wirkung sollen sie allerdings entfalten, wenn sie einer Weihe unterzogen werden. Das besagt eine alte Tradition, die schon von den Kelten überliefert ist. Daran möchte jetzt der Brauchtumsverein Sitzendorf – angesiedelt in der Region im Thüringer Kräutergarten - anknüpfen.

Nach 2016 führt der Verein seine zweite Kräuterweihe durch. Als Kräuterfrau zeichnet sich Monika Detelmann für die Weihe verantwortlich. Im Gespräch mit AA-Redakteurin Ines Heyer erzählt sie von und über den uralten Brauch.

Wo hat die Kräuterweihe ihren Ursprung?
In der katholischen Kirche ist der 15. August, Maria Himmelfahrt, auch heute noch der Festtag der Kräuterbuschweihe. Dieser Tag geht allerdings zurück auf das alte keltische Lughnasadh. Daran möchten wir mit unserer Weihe anknüpfen.

Was wird für die Weihe benötigt?

Die gesammelten Kräuter, wie Salbei, Thymian, Kamille, Schafgrabe oder Königskerze, werden in Büschel oder Kränze gebunden. Es müssen mindestens sieben oder mehr Kräuter sein, die in der Anzahl immer mit einer vorgeschriebenen magischen Zahl in Verbindung stehen.

Wie wird die Weihe zelebriert?
Die Kräutersträuße und Kränze werden alle auf einen Tisch gelegt. Ich werde eine Kerze anzünden und einen geweihten Kräuterstrauß vom Vorjahr darüber verräuchern. Alle Anwesenden werden dann gemeinsam das Wort an Mutter Erde richten. Ich werde den Text vorsprechen, damit ihn alle andern nachsprechen können. Jeder ist dazu herzlich eingeladen.

Was geschieht mit den geweihten Kräutern?
Jeder der Anwesenden kann sich einen Büschel oder Kranz mitnehmen. Dieser soll dann im Haus aufgehängt werden und die Bewohner vor Gewitter, Krankheiten oder anderem Unheil zu schützen. Die getrockneten Kräuter sollten im Laufe des Jahres aufgebraucht werden.

Was ist ihr Lieblingskraut?
Das ist die Ringelblume. Sie steht für Sonnenkraft und unterstützt die Leber.

Was zeichnet eine Kräuterfrau heute aus?
Ich habe mir ein großes Wissen über Heilkräuter angeeignet. Dieses gebe ich bei Wanderungen und Vorträgen gerne weiter. Natürlich sammle ich selbst Kräuter und verarbeite sie.

Termin:
20. August, 2. Kräutertag in Sitzendorf, Gemeindepark am „Porzelliner“, mit Kräuterwanderung, Vortrag, Kräuterweihe und vielem mehr rund um die Kräuter
Programm und weitere Informationen

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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