Rudolstädter Vogelschießen 2017: Festplatzreportage - Immer der Nase nach

Auf dem Rudolstädter Vogelschießen kann man sich auf eine kulinarische Weltreise begeben. Manfred Welte präsentiert hier einen Gourmetteller mit Fischdelikatessen. Foto: Andreas Abendroth
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Eine kulinarische Reise um die Welt

Von Andreas Abendroth

Das Rudolstädter Vogelschießen ist im vollen Gange. Bei meinem Rummel-Bummel fallen mir aber nicht nur die bunten Fahrgeschäfte und lichterglänzenden Buden, die aufheizende Musik und animierenden Ansagen der Schausteller rund um die Festmeile auf. Im ganzen Areal des Vogelschießens duftet es. Hier nach Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, zehn Meter weiter nach Gebratenem und von gegenüber zieht ein Hauch von Knoblauch in meine Richtung.

Dieser kulinarische Geruch lässt mich nicht mehr los. Nein, mein Hunger hält sich wahrlich in Grenzen und noch kann ich den duftenden Verführungen widerstehen. Eher lässt mich der Gedanke nicht mehr los: Auf so einer kleinen Fläche wie dem Festplatz des Vogelschießens befinden sich mehr gastronomische Lokalitäten als in so mancher Kleinstadt. Und zudem hat man hier die sprichwörtliche Qual der Wahl. Der Besucher kann sich auf eine kulinarische Reise rund um den Globus begeben.

Also mache ich mich auf zu einem Geruchsrundgang über den Rummel.
Gleich am Eingangsbereich des Rummels sehe ich, wie Fruchtspieße hergestellt werden. Leckere Erdbeeren werden wie eine Perlenschnur aufgereiht, danach in flüssige Schokolade getaucht. In der Auslage entdecke ich verschiedene gebrannte Nusssorten, kandierte Äpfel und die Besucher lassen sich das Eis schmecken. Gleich um die Ecke werden kunstvoll Brezeln geschlungen. Danach werden die gebackenen Brezeln kunstvoll belegt. Das Schlingen würde ich auch einmal probieren, geht mir durch den Kopf. Aber die Bäcker wollen ja ihre Ware verkaufen….

Zwei Buden weiter duftet es süß und verführerisch. Waffeln – frisch gebacken wie zu Omas Zeiten. Gefüllt mit frischem Schlagschaum. Die Verkostung muss verschoben werden, die Arbeit geht vor. Ich ziehe weiter meine Runde. Und schon weht mir ein Hauch von Knobi um meine Nase. Eine junge Frau wendet vorsichtig Champignons. Außerdem sehe ich, wie frisch geröstete Knobibaguette über die Theke gereicht werden.

Auffällig bis jetzt, es wird keine Geheimniskrämerei betrieben. Der Rummelbesucher kann sehen, wie alles frisch zubereitet wird. Es wird nicht fernab vom Konsumenten gekocht und gebrutzelt, und der Gast erlebt erst das Essen beim Servieren auf dem Teller. Eine Frage, die ich an Albert Ritter, dem Präsidenten des Deutschen Schaustellerbundes weiter gebe: „Catering gehört zu einem Rummel dazu. Kurios dabei, die heute im Gastronomiebereich als so modern angepriesenen „Offenen Küchen“ sind für uns Schausteller nichts Neues. Pilzpfannen, Currywurst und Co und so manche süße Leckerei haben wir immer schon vor den Augen der Gäste zubereitet.“

Der Eindruck bleibt auch bei meinem weiteren Rundgang. Von einem Schwenkgrill steigen rauchige Wolken auf. Hier sehe ich Bratwürste und Rostbrätel. Einige Meter weiter werden verschiedenste Gerichte in riesigen Pfannen zubereitet. Auch hier darf ich sprichwörtlich in die Pfanne schauen. Außerdem entdecke ich viele runde Blechkuchen. Der Kunde hat halt die Qual der Wahl. Süß oder deftig.

Mein kulinarischer Entdeckungslauf geht weiter. Seit Jahren werden auch von den Schaustellern essenstechnische Geheimtipps gegeben. Einer ist das sogenannte „Geli-Kassler“. Und dahin begebe ich mich jetzt auch. Und wirklich, in der Schenke ganz hinten auf dem Festplatz brutzeln große Kasslerstücke. Das Wichtigste so erfahre ich, der Kassler darf nicht trocken werden. Natürlich wird zum Fleisch Sauerkraut gereicht.

Weiter geht es. Und über Italienische Esskultur, Thüringer Bratwürste, ungarische Langos und Crepes, komme ich Richtung Meer. Ein Leuchtturm weist mir den Weg. Hier duftet es nach Backfisch und in einer riesigen Auslage werden die Gaben des Meeres stilvoll angerichtet präsentiert. Ist es draußen sehr warm, bereiten wir nicht so viele Fischbrötchen für die Kühltheke vor, erfahre ich. Die Kundenwünsche werden dann schnell durch die Mitarbeiter des Imbisses realisiert. Sehr beliebt ist hier der Gourmetteller mit verschiedensten Produkten aus dem Meer.

Ich gehe meine Runde weiter. Und zugleich bin ich kulinarisch in China angekommen. Riesige Nudelberge und viel Gemüse garen hier in überdimensionalen Wokpfannen. Wer es möchte, kann hier einen scharfen Gaumen holen. Von gegenüber weht ein süßer Hauch zu mir herüber. Kinder holen sich Zuckerwatte ab und die Eltern genießen frisch gebrannte Mandeln und mehr. Schräg gegenüber bin ich beim letzten gastronomischen Angebot auf dem Festplatz angekommen. Hier dreht sich alles um Produkte mit Schafskäse. Dieser wird warm gemacht und mit Kraut und Peperoni in einer Brotecke kombiniert. Aber auch leckere Tomaten-Mozarella-Baguettes oder für Vegetarier die Tomaten-Kräuter-Variante sind hier im Angebot.

Ich habe meine gastronomische Rundreise beendet. Ergänzend muss noch hinzugefügt werden, dass es auf dem Festplatz natürlich auch unzählige Getränkeangebote gibt. Alkoholfreies, frisch gezapfte Biere, aber auch Cocktails oder ein Gläschen Wein. Insgesamt werden auf dem Rudolstädter Vogelschießen alle kulinarischen Sinne verwöhnt. Und nach meiner zweiten Runde über den Festplatz siegt doch der Appetit. Also werde ich heute diesen gastronomischen Stand aufsuchen, morgen diesen und übermorgen….



Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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