Ruhestörung in der Mitte Deutschlands

BU: Das Team der vorbereitenden Ruhestörer in der Schillerstadt sind: Friederike Lüdde, Michael Kliefert, Petra Rottschalk, Christian Engelbrecht, Wolfhard Pröhl und Anatol Schellenberg. (v.l.) Foto: Andreas Abendroth
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Ruhestörung in der Mitte Deutschlands

Demografische Wandel ist nicht aufzuhalten / Akteure zeigen die positive Vielfalt des Altern auf

Von Andreas Abendroth

RUDOLSTADT. „Das Altern betrifft jeden. Es kann nicht aufgehalten, nicht rückgängig gemacht werden. Nur wie man altert, darauf kann man Einfluss nehmen.“ Mit diesen Worten beschreibt Michael Kliefert, Chefdramaturg am Rudolstädter Theater, die berühmten zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen den biologischen Aspekt, auf der anderen die Akzeptanz der menschlichen Veränderung. Damit verbunden ist, das sich Einbringen ins Leben. Das Engagement und die Möglichkeiten der älteren Generation im miteinander und gegenüber jüngeren Menschen.

Genau diese Thematik greift zum zweiten Mal das Thüringer Theaterfestival „Ruhestörung“ auf. „60plus bedeutet heutzutage eine andere Lebensperspektive als noch vor 20 oder 30 Jahren. Und diese Facetten wollen wir im Festival aufzeigen“, so der Dramaturg.

Hinter „wir“ verbergen sich zehn Gruppen aus neun Städten in drei europäischen Ländern mit zehn Inszenierungen. Mittels Darstellungsformen wie Schauspiel, Varieté, Puppenspiel und Tanz haben sie das Motto: „Anders Altern“ aufgegriffen. Mal humorvoll, dann wieder schonungslos, werfen sie ihren Blick auf den Alterungsprozess und die Möglichkeiten, ihn ein wenig auszubremsen. „Das Besondere an den Inszenierungen ist, dass engagierte Laiendarsteller zusammen mit Profis agieren“, so Kliefert.

Dabei darf man aber auch nicht vergessen, dass die Gruppen zum größten Teil aus begeisterten „Theater-Senioren“ bestehen. Für sie gibt es keinen relevanten Grund, sich in der Altersruhe zurückzulehnen und die Dinge des Lebens einfach so laufen zu lassen. Mit „Laufen“, „Lernen“, „Lieben“ und „Lachen“ wollen sie das Alter ausbremsen und damit Diskussionen übers Älterwerden und Altsein eine öffentliche Plattform geben.

INFORMATIONEN:
- Die Idee zum Theaterfestival „Ruhestörung“ stammt aus dem Jahr 2010.
- Das Festival soll ein Treffen von Gleichgesinnten (Senioren) aber kein Jahrmarkt der Eitelkeiten sein. Es soll zum Austausch auf vielen Ebenen, künstlerisch, sozial und privat anregen.
- Die erste Auflage fand 2011 statt. - Ruhestörung2 wird vom 3. bis 6. Oktober 2013 veranstaltet
- 80 Akteure werden an verschieden orten in Rudolstadt die Facetten des Alterns beleuchten.
- Informationen: www.ruhestoerung-rudolstadt.de

Autor:

Andreas Abendroth aus Saalfeld

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