Kunst und Kultur
Es ist Saison: Bis 6. Januar zeigt Familie Peil aus Schmiedebach über 50 Krippen im Baumgarten-Museum Judenbach

In ihren Krippen stellen die Papiermaler das gesamte soziale Leben dar. Neben der Jesusgeschichte brachten sie damals gängige Berufe ins Spiel - als Kulisse dienten typische Gebäude oder Landschaften.
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  • In ihren Krippen stellen die Papiermaler das gesamte soziale Leben dar. Neben der Jesusgeschichte brachten sie damals gängige Berufe ins Spiel - als Kulisse dienten typische Gebäude oder Landschaften.
  • Foto: Jana Scheiding
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Vor drei Jahrzehnten entdeckten Ludwig und Penny Peil ihre erste Weihnachtskrippe aus Papier auf einem Flohmarkt. Heute sind sie Besitzer einer stattlichen Sammlung.

Eigentlich wollten Ludwig Peil und seine Frau Penny nur ihren Urlaub genießen. Mit dem Rad in die Natur und Tschechien erkunden. Dann entdeckten die beiden Lehrer aus der Pfalz auf einem Flohmarkt ein Papiertheater inklusive Ausschneidebögen und der Traum vom leichten Handgepäck war ausgeträumt. Und zwar für immer. "Von jeder Reise brachten wir fortan Spielzeug, Marionetten, Papiertheater und Papierkrippen mit nach Hause", erzählt Ludwig Peil und lacht bei der Erinnerung an seine Einsätze als Packesel.
Die erste Entdeckung liegt gut 30 Jahre zurück. Irgendwann sprengte die Sammlung des Wohnhauses Grenzen und so beschloss das Paar vor sechs Jahren, seine Schätze öffentlich zu zeigen. Die alte Schule in Schmiedebach erwies sich als ideal für dieses Unterfangen - heute befindet sich dort Thüringens einziges Marionetten- und Papiertheatermuseum.

Theater, Theater...

Die Theater können Besucher ganzjährig bestaunen, doch die Krippen - nicht nur aus Papier - haben ihre Saison. Mit dieser Sammlung aus der Sammlung zogen Peils jetzt hinaus: Bis zum Dreikönigstag am 6. Januar zeigen sie im Baumgarten-Museum Judenbach etwa 50 Krippen. Die kleinste passt in eine Walnussschale, gefolg vom Streichholzschachtelformat.
Die größte Anziehung geht von den Papierkrippen aus. "Der überwiegende Teil stammt aus Nord- und Südböhmen", erzählt Ludwig Peil. "In Trebitsch, zum Beispiel, gab es um 1900 hunderte Papiermaler. Wir können durchaus eine Parallele zu Judenbach ziehen - hier schnitzten die Leute Spielzeug, um im Winter beschäftigt zu sein und ihren Lebensunterhalt zu verdienen."
Die Sammler bedauern, dass keiner der talentierten Papiermaler namentlich bekannt ist. "Es ging ihnen nicht um Ruhm und Ehre. Sie sahen sich weniger als Künstler denn als Handwerker", vermutet Penny Peil, die mit ihrem Mann für den Aufbau der Krippen zwölf Stunden benötigte. Jede der filigranen Figuren musste entsprechend der Geschichte platziert, die Papierfiguren fast alle aufgeklebt werden.
"Papierkrippen sind die Vorläufer der Papiertheater", erläutert Ludwig Peil. "Mit dem Unterschied, dass man mit den Krippen nicht spielt - sie sind nur zum Anschauen da."
Die Schöpfer der Krippen aus aller Welt erzählen stets die christliche Weihnachtsgeschichte, verbunden mit einer Besonderheit: "Diese ist in die Heimatgeschichte des jeweiligen Landes eingebunden. Die Maler bildeten typische Berufe ab und getalteten die Kulissen nach dem Vorbild regionaler Gebäude oder Landschaften."

Termin:
Die Krippenausstellung von Penny und Ludwig Peil ist bis zum 6. Januar 2018 im Baumgarten-Museum Judenbach, Alte Handelsstraße 83, zu sehen.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr.

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