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Hand in Hand mit Jesus - Anfang August Allianz-Konferenz in Bad Blankenburg

Das Allianz-Café auf dem Allianzberg in Bad Blankenburg.
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  • Das Allianz-Café auf dem Allianzberg in Bad Blankenburg.
  • Foto: Klaus-Ulrich Ruof
  • hochgeladen von Jana Scheiding

Heiratsmarkt oder ­kleiner Kirchentag? Die Allianz-­Konferenz in Bad ­Blankenburg ist etwas von Beidem. Anfang ­August treffen sich im ­Fröbelstädtchen wieder Christen und jene, die es vielleicht werden wollen.

Im idyllischen Bad Blankenburg gründete Friedrich Fröbel den ersten Kindergarten der Welt. Und hier sammelte sich vor über einhundert Jahren die „Evangelische Allianz“ als Verbund einzelner Christen aus verschiedenen Kirchen, Konfessionen und Gemeinden. Jedes Jahr im August treffen sich im Evangelischen Allianzhaus Generationen aus Deutschland und Europa. Das Thüringer Städtchen ist dann Treffpunkt für Jesus-Suchende und ein heimlicher „Heiratsmarkt“, wie Pressesprecher Egmond Prill es augenzwinkernd formuliert. AA-Redakteurin Jana Scheiding hat mit dem Theologen und Journalisten gesprochen.

Was verbinden Sie mit der Bad Blankenburger Allianzkonferenz?
Ich begreife sie als kleinen Kirchentag. Sie vereint Buntes rund um Kunst und Kultur. Bemerkenswert finde ich, dass nicht in die Jahre gekommene kirchliche Würdenträger die Konferenz prägen, sondern vor allem junge Menschen. Die Allianz ist keine Kirchenvereinigung, vielmehr eine Vereinigung von Christen, deren Leitspruch „Eins in Christus“ lautet. In Bad Blankenburg treffen sich aber nicht nur Christen. Die Konferenz ist für jedermann eintrittsfrei zugänglich. Es gibt über 50 Seminare, Workshops und Brennpunkte. Die Muslimdebatte wird ein Thema sein, ebenso Integration, aber auch die Christenverfolgung.

Viele Alt-Bundesbürger glauben, dass Kirche in der DDR nicht stattfand. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Natürlich gab es Christen in der DDR, wenn das in den ersten Jahren auch kein Zuckerschlecken war. Ich gehörte zu jenen, die von Margot Honecker zur sozialistischen Persönlichkeit umerzogen werden sollten und durfte deshalb nicht auf die EOS. Später wurde es aber moderater. Die Allianzkonferenz in Bad Blankenburg befand sich damals in einer Hochphase mit gut 5000 Besuchern. Hier gab es Chortreffen, viele zelteten ringsumher – es herrschte eine fröhliche, christliche Jugendkultur.

Führten 5000 Besucher nicht zu Versorgungsengpässen?
Ja, die gab es vor allem bei Limo und Bockwurst. Teilnehmer fuhren zu Ernteeinsätzen, um zu helfen und damit ein zusätzliches Kontingent an Getränken zu ermöglichen.

Sie sehen im Treffen auch einen heimlichen Heiratsmarkt. Das klingt nach amourösen Abenteuern…
(Lacht). In der Tat habe ich dort meine erste große Liebe kennengelernt. Als 14-Jähriger fuhr ich aus dem damaligen Karl-Marx-Stadt hierher und war begeistert von Bad Blankenburg und der Konferenz. So erging es aber nicht nur mir. Ein besonderer Treffpunkt ist in jedem Jahr die Burg Greifenstein. Viele, die getrennt nach oben gingen, kehrten Hand in Hand von der Burg zurück. Nicht selten wird daraus ein Bund fürs Leben. Es gibt nicht wenige Allianz-Ehepaare in Deutschland, wirklich!

Das Motto der Konferenz lautet „Berufung“ – wie wollen Sie diesen Leitspruch verstanden wissen?
Er hat einen christlichen Ansatz: Jesus beruft jeden Menschen zum Glauben. Er sagt: „Ich nehme euch die Last ab, ich bin für euch da.“ Das Motto ist die Berufung des Menschen in den christlichen Dienst. Die Berufung, einen Platz in der Gemeinschaft einzunehmen. Gilt das nicht allgemein für das Leben? Beruf kommt von Berufung.

Wie lautet Ihre Botschaft für das Treffen 2018?
Kommen Sie vorbei und lernen Sie Bad Blankenburg mit seinem kleinen Kirchentag kennen.

Hintergrund: 
Vor 172 Jahren trafen sich in London bei einer Weltkonferenz 921 leitende Christen aus 52 verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften und setzten einen Kontrapunkt zu den Kirchen- und Gemeindespaltungen. Die daraus resultierende Evangelische Allianz ist das erste interkonfessionelle Einigungswerk und schließt Allianzen aus der ganzen Welt zusammen.
1886 gründete Anna von Weling die Bad Blankenburger Allianzkonferenz. Sie hatte die Villa „Greifenstein“ erworben und lud zur ersten Konferenz in ihr Wohnzimmer ein.
Journalist und Theologe Egmond Prill stammt aus dem Erz­gebirge und lebt seit 1992 in Kassel. Für den Allgemeinen Anzeiger schreibt er seit 2004 die Kolumne „Worte zum Sonntag“.

Termin: 123. Allianz-Konferenz,
1. bis 5. August, Evangelisches Allianzhaus, Esplanade 5-10a,
Bad Blankenburg.
Aus dem Programm: 1. August, 19 Uhr, Eröffnung; 5. August, 9.30 Uhr, Festgottesdienst; 15 Uhr Konferenznachmittag.
Weitere Veranstaltungen: 53 Seminare, Konzerte, Filmabend, Kinderfest, Jugend­gottesdienst (Sonntag, 13 Uhr, Stadthalle); Jugendcamp, Chor- und Gebetsfreizeit
www.allianzkonferenz.de

Das Allianz-Café auf dem Allianzberg in Bad Blankenburg.
Theologe und Journalist Egmond Prill.
Autor:

Jana Scheiding aus Arnstadt

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