20 Jahre Tiefe Sohle im Schaubergwerk Morassina

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Schaubergwerk „Morassina“ – Entdeckung der Tiefen Sohle

Samstag, 23. Juli 1994, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein lagen über den Schwefelloch als sich am Vormittag drei Höhlenforscher aufmachten um bisher unbekannte Hohlräume im Bergesinneren zu erkunden. Anlass war den Weg des Wassers auf der Tiefen Sohle bis zum Austritt des sogenannten „Sauerborn“ zu verfolgen.
Chemiker hatten im Jahr zuvor festgestellt, dass im Wasser gesundheitsfördernde Elemente enthalten sind, deren Quellpunkt aus den Gesteinsfolgen zu ermitteln waren. Mühevoll und mit Gefahren verbunden ging es über manches Grubenholz und ein großes Verbruchsfeld in den Schrägort zur Tiefen Sohle, am Seil gesichert, hinab. Bis zum Bauch im Schlamm quälten sich die Männer bis zum Ende der Strecke. Jeder Schritt wurde vorsichtig abgetastet. Trägt der Untergrund , hält das Gebirge, reicht das Licht und das Seil? Allem voran die erfahrenen Höhlenforscher vom Speläologen – Club Suhl, Dieter Weiß und Jürgen Kuhnt. Was sie dort unten in dieser Märchen und Farbenwelt sahen ließ sie staunend verharren. Im Schein der Lichtpegel wurden unterirdische Naturschönheiten sichtbar, die vor ihnen noch kein Mensch gesehen hatte. Von 1680 bis 1700 wurde hier Alaunschiefer abgebaut. Seit dieser Zeit konnte die Natur ungestört ihr einmaliges von Farbenpracht und Formenvielfalt geprägtes Werk vollbringen. So steht es in einen Zeitungsartikel von 1994 geschrieben.
Wie sollte man mit dem neu aufgetretenen Wunder der Natur weiter umgehen. Sollte die Natur ungestört weiter ihr Werk verrichten? Sollte man die Tiefe Sohle generell der Öffentlichkeit vorenthalten, oder sollte man die erkannten gesundheitsfördernden Potentiale weiter erforschen? Nach allen Für und Wider wurde die bergmännische Sicherung des Zugangs favorisiert in deren Folgeüber etwaige Nutzungsvarianten entschieden wird.

Zwischenzeitlich erfolgte die marktschreierische Auswertung, Forschungsarbeiten auf chemisch, physikalisch, medizinischen Bereich und ab 2010 die bergbautechnische Sicherung durch Schaffung eines neuen vom Standwasser unabhängigen Zuganges.
Eine Spezialführung über drei Sohlen wird zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Rennsteig-Outdoor-Center aus Gräfenthal mit Blick in die Tiefe Sohle angeboten.

Zum Tag des Geotop, 21. September 2014, ist ein Vortrag zur Erschließung der Tiefen Sohle in Vorbereitung.

Autor:

Andrea Otte aus Saalfeld

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