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Ä Sonn`offgang iber d`r Resedenz an d`r Saalekrömme aus`n Fanster von Rudelschtädter Siechenhause har gesihn met Translation an Ende

Noch läht de ganze Resedenz in Schlafe...
Noch läht de ganze Resedenz in Schlafe...
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Wenn m`r ämal ins Spital oder wie eche garne sah, ins Siechenhaus muß, sinn de Nächte nech ömmer scheene ruhig.

Ahmd`s kammer nech einschlafe, weil änn`s Kreize weh tut von dan romkullern in Naste.
Nachen wenn m`r su scheene an traa`m ös, hälts änn Schlag, de Tihre fliegt off, `s Licht giht an on`s kömmt de Nachtschwaster getrampelt poltert met`n Pill`ndeeschen on stochert änn met`n Dolche in `n Ohrlappchen drönne rom, weil se Blut wöll.
Da böste erschtämal muntern on kannst a nech merre einschlafe, weil d´r Nachbar d`n ganzen Hain (Stadtwald) ronger sabelt.

Aber kaum das de denkst etze könnts nochämal klappe met`n schlafen, dröckt offämal de Blase wie narrisch, also da bleibt`r nischt weiter ibrig, als offzestihn on`s Geschäft erled`ge.
On weil ech salt etze ämal offen war ha ech mich ans Fanster gesetzt on nonger off de Resedenz geglotzt.
No das war racht scheene, weil jo a schonne de Veegel drussen gesong hab`m wie de Haub`mlerchen.
Offämal össes an Horizonte halle geworrn on nune fer eich d`r Sonn`offgang von 26. Julei.
Hier fer eich speziell in Änzelschrötten.

Was ech aber noch daderzu sah muß, de "Klara" war kaum raus, da hat sich d`r Himmel aber a schonne wedder eingetriebt.
`S Watter ös ahm `s Watter!

On mir konnt`s jo a egal sei, ech war ja in Siechenhause on kam eh nech raus.

Translation von Rudelschtädter Mundart ins Huchdeitsche

Übersetzung von Rudolstädter Mundart in Hochdeutsch:

Ein Sonnenaufgang über der Residenz am Saalebogen aus dem Fenster vom Rudolstädter Krankenhaus her gesehen

Wenn man einmal ins Spital oder wie ich es gerne sage, ins Siechenhaus muss, sind die Nächte nicht immer schön ruhig.

Abend`s kann man nicht einschlafen, weil einen das Kreuz weh tut von den ganztägigen rumkullern im Bett.
Nachher wenn mann so schön am träumen ist, hält es einen Schlag, die Tür fliegt auf, das Licht geht an und es kommt die Nachtschwester herein getrampelt, poltert mit dem Pillendöschen und stochert einen mit einem Dolch in den Ohrläppchen rum, weil sie Blut möchte.
Da bist Du erst mal munter und kannst auch nicht mehr einschlafen, weil der Nachbar den gesamten Hain (Stadtwald) abholzt.

Aber kaum das du denkst, jetzt könnte es nochmal klappen mit dem schlafen, drückt auf einmal die Blase wie verrückt, also da bleibt dir nichts weiter übrig, als auf zu stehen um das dringliche Geschäft zu erledigen.
Und weil ich halt jetzt einmal offen war, habe ich mich ans Fenster gesetzt und runter auf die Residenz geschaut.

Na das war recht schön, weil ja auch schon die Vögel draußen gesungen haben, wie die Haubenlerchen.
Auf einmal ist es am Horizont hell geworden und nun für euch der Sonnenaufgang von 26. Juli.
Hier fer euch speziell in Einzelschritten.

Was ich aber noch da dazu sagen muss, die "Klara" war kaum heraus, da hat sich der Himmel aber auch schon wieder eingetrübt.
Das Wetter ist eben das Wetter!

Und mir konnte es ja egal sein, ich war ja im Krankenhaus und kam eh nicht raus.

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