ACE fordert neue Ansätze für die „Dauerbaustelle Deutschland“

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Zunächst die gute Nachricht: Bis 2030 will die Bundesregierung mehr als 260 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren – so viel, wie nie zuvor. Doch daraus folgt auch eine schlechte Nachricht: Deutschland wird in den kommenden Jahren zur Dauerbaustelle.
Aus Sicht des ACE Auto Club Europa kann das nur klappen, wenn die Projekte gut aufeinander abgestimmt sind, neue Ingenieur- und Behörden-Kapazitäten in den Ländern und Kommunen geschaffen werden sowie Anwohner und Verkehrsteilnehmer mit ins Boot geholt werden. Dafür ist auch ein neues Konzept für das Baustellenmanagement nötig.

Stefan Heimlich, Vorsitzender des Clubs, sagte am Mittwoch in Stuttgart: „Die Bundesregierung ist bei den Verkehrswegen lang genug auf Verschleiß gefahren. Richtig Geld in die Infrastruktur zu investieren, war längst überfällig. Jetzt kommt es darauf an, dass die Verantwortlichen sich bei der Vielzahl an Projekten nicht verzetteln – sonst droht die ‚Dauerbaustelle Deutschland‘ zum Alptraum zu werden. Wenn staugeplagte Verkehrsteilnehmer auf Baustellen beobachten, dass nichts passiert, werden nicht nur die neuen Projekte des Bundesverkehrswegeplanes, sondern auch dringende Sanierungen Ablehnung erfahren. Deshalb muss auch das Baustellenmanagement auf ganz neue Beine gestellt werden – mit einer entsprechenden Kommunikation in jedem Projektschritt.“

Der ACE kritisiert, dass bei den bisherigen Verkehrsprojekten die Sorgen und Ängste der Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu kurz gekommen sind. „Von unseren Mitgliedern hören wir immer wieder die Fragen: Warum dauern Baustellen so lange? Wieso gibt es so viele Baustellen? Wie steht es um die Unfallgefahr auf Baustellen und warum habe ich oft das Gefühl, mich auf die Umleitungsbeschilderung nicht verlassen zu können?“, so Heimlich weiter.

In einem 20-seitigen Papier stellt der ACE Forderungen an ein besseres Baustellenmanagement. Darin heißt es unter anderem:
• Auf jeder Baustelle muss erkennbar sein, dass Bauaktivitäten stattfinden.
• Auf Hinweistafeln sollte klar kommuniziert werden, in welchem Stadium die
Bauaktivitäten sich aktuell befinden und wann sie beendet sein werden.
• Darüber hinaus müssen bei Arbeitsunterbrechungen (zum Beispiel am Wochenende) die Absperreinrichtungen auf das notwendige Mindestmaß reduziert und eine Anpassung der Verkehrsregelung vorgenommen werden.

Ein Problem sieht der ACE auch in der zügigen Umsetzung der Projekte. Aus Sicht des ACE liegt das auch an fehlenden Ingenieur- und Behörden-Kapazitäten in den Ländern und Kommunen. Derzeit fehlende personelle Ressourcen in den Straßenbauverwaltungen könnten auch zu weiter steigenden Erhaltungsinvestitionen in der Zukunft führen.

Der ACE fordert deshalb:

• Der Bund, und vor allem auch die Länder, benötigen ausreichend finanzielle
und personelle Ressourcen, um die von ihnen geforderten
Erhaltungsmaßnahmen zu planen und während des Baus zu überwachen.

• Die dafür notwendige Personalgewinnung wird zeitlich aufwendig sein. Die
Investitionssteigerung muss auf die personelle Situation abgestimmt werden.
Bezogen auf die Erhaltungsinvestitionen kann dies bedeuten, dass
notwendige Erhaltungsmaßnahmen zunächst verschoben und gegebenenfalls
zu einem späteren Zeitpunkt mit höheren Kosten nachgeholt werden müssen.

• Denkbar ist nach Ansicht des ACE aber auch, bestimmte komplexe Vorhaben,
für die eine besondere Expertise benötigt wird (beispielsweise die Sanierung
von Brücken), auf Bundesebene zu bündeln. Das würde den Ländern ersparen,
Planungskapazitäten in Form von hochspezialisiertem Personal zur Verfügung
haben zu müssen.

Autor:

Klaus Hollmann aus Saalfeld

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