Der Altvaterturm bei Lehesten: Ein Ausflugsziel mit historischem Hintergrund
Gastronomische Betreuung der Touristen leider ungeklärt

Idyllisch gelegen und ein Aussichtsturm wie ein kleines Märchenschloss: Der Altvaterturm auf dem 792 Meter hohen Wetzsteingipfel.
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  • Idyllisch gelegen und ein Aussichtsturm wie ein kleines Märchenschloss: Der Altvaterturm auf dem 792 Meter hohen Wetzsteingipfel.
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Verein sucht dringend einen Wirt

Von Andtreas Abendroth

In eine herrliche Winterlandschaft eingebettet präsentiert sich derzeit der Altvaterturm nahe Lehesten. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Bäume sind schneebedeckt, an den Wegweisern Eiszapfen. Man kommt sich vor, wie in einer Winter-Wunder-Welt.

Vom 900 Meter entfernten Wanderparkplatz pilgern die Menschen in die Idylle auf dem Wetzstein. Einige sind auf Skiern unterwegs, Familien mit Kindern haben Schlitten mit.

Im Turm treffe ich auf Willi Rimpl und Manfred Eisold vom Altvaterturmverein. Sie freuen sich über die Besucher, die bei den eisigen Temperaturen den Weg zum Turm finden. Doch haben sie auch etwas Unerfreuliches zu berichten. „Seit Bestehen des Altvaterturms konnten die Gäste, Wanderfreunde und Ausflügler ihren Besuch mit einer gastronomischen Einkehr abrunden. Sie konnten hier eine Ruhepause einlegen, sich mit Hausmannskost stärken und sich danach wieder auf Tour begeben. Bei Sonne auf der Terrasse, bei schlechtem Wetter in der fünfzig Plätze bietenden Gaststätte.“ Doch die Ausflugsgaststätte des Vereins ist geschlossen. Das bisherige Wirtsehepaar hatte das Rentenalter erreicht, die Bewirtschaftung aufgegeben. „Wir brauchen dringend einen neuen Wirt“, so der Wunsch-Appell der beiden Vereinsmitglieder.

Die Ursachenforschung, warum sich bis dato kein neuer Wirt findet, ist vielfältig. Ein wenig hat es auch mit der Bequemlichkeit in der heutigen Gesellschaft zu tun. Als Gast kann man nicht einfach mit dem Fahrzeug bis vor die Tür rollen. „Für Menschen mit einem körperlichen Handicap und Lieferverkehr gibt es Sondergenehmigungen“, so Willi Rimpl. Für einige Zeitgenossen sind aber bereits 900 Meter durch den Wald 900 Schritte zu viel.
Ein anderer Aspekt ist eventuell der geschichtliche Hintergrund des Turmes. Der 2004 eingeweihte „neue“ Altvaterturm ist eng mit der europäischen und deutschen Geschichte verbunden. „Der Altvaterturm ist eine Mahn- und Gedenkstätte gegen jegliche Vertreibung. Er ist eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte, ein Ort der Versöhnung“, so Manfred Eisold. Im Inneren gibt es zu dieser Thematik Ausstellungsräume. Im Kellergeschoss befindet sich die St.-Elisabeth-Kapelle.

Ansonsten liegt der rund 36 Meter hohe Turm im Nahbereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der berühmte Höhenweg des Thüringer Waldes „Rennsteig“ ist 800 Meter entfernt. Am Turm vorbei führt auch der „Rennsteig-Radweg“. Der Turm wird auch als das touristisches Schaufenster am südöstlichen Rennsteig bezeichnet.

Informationen
- Altvaterturmverein Langgöns e.V.
- Tel. 036653/ 26396
- www.altvaterturm.de

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