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Ilm-Kreis aktuell 2017: Gegenwind für den Windpark bis in die Kreisstadt

Windkraftdemo Arnstadt, Die Bürgerinitiative Geschwenda hatte zu einer kleinen Demonstration vor das Tagungshotel der Windkraftplaner eingeladen. "Die Aufklärung und das Allgemeinwohl  der Bevölkerung ist wichtiger als die Gier einzelner Personen nach Euros", so der Tenor. Foto: Andreas Abendroth
Windkraftdemo Arnstadt, Die Bürgerinitiative Geschwenda hatte zu einer kleinen Demonstration vor das Tagungshotel der Windkraftplaner eingeladen. "Die Aufklärung und das Allgemeinwohl der Bevölkerung ist wichtiger als die Gier einzelner Personen nach Euros", so der Tenor. Foto: Andreas Abendroth
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Bürgerinitiative Geschwenda, Modellflugsportler und Einwohner demonstrieren gegen Windpark auf dem Kammberg

Von Andreas Abendroth

„Oh Gott, wo sollen so gigantische Windräder aufgebaut werden?“ Große Augen und interessierte Anfragen von vorbeigehenden Bürgern am gestrigen Abend vor einem Hotel auf dem Riedplatz der Kreisstadt Arnstadt. Hier hatte ein Planungsunternehmen, welches auch in der Windenergiebranche tätig ist, zu einem Eigentümerinformationsabend zum „WIndparkprojekt Liebenstein“ eingeladen. Im Klartext: Es geht darum, Grundstücke auf dem Kammberg oberhalb von Geschwenda zu kaufen beziehungsweise zu pachten.

Gegenwind in Form von Plakaten, Flyern und Trillerpfeifen kommt von der Bürgerinitiative Geschwenda, dem Modellflugclub Geschwenda und vielen Unterstützern aus der Region. Darunter auch Geschwendas Bürgermeister Berg Heyer: „Auf einem Areal von 114 Hektar Fläche zwischen Geschwenda, Liebenstein und Angelroda soll ein Windpark errichtet werden. Geplant sind Windräder mit einer Höhe von 250 Metern, 180 Meter ist die Nabenhöhe, 70 Meter sind die Rotorblätter.“

Um den Grundstücksbesitzern und den Passanten zu verdeutlichen, wie es aussieht wenn die Windräder den Wald um gut 200 Meter überragen, wurde ein großes Plakat gestaltet. Auch wurden Fragen laut, warum die Veranstaltung in Arnstadt und nicht vor Ort durchgeführt wird. „Hier rechnen die Planer höchst wahrscheinlich mit zu viel Gegenwind. Dann lieber heimlich und ein Stück von der Region entfernt“, so die Bürgerinitiative. Auch wurde das Projekt der Gemeinde Geschwenda bis dato nicht vorgestellt.

Betroffen von dem Windpark wäre auch der auf dem Kammberg ansässige Modellflugclub. „Für uns würde es das „Aus“ bedeuten. Die Prüffläche für die Windanlagen befindet sich in 600 Meter Entfernung vom Flugplatz. Erst im letzten Jahr wurde unser Flugplatz durch die Luftfahrtbehörde geprüft, erhielten wir eine Genehmigung für Flugmodelle bis 150 Kilogramm Abfluggewicht. Dies wäre dann alles für umsonst gewesen. Eine überregional agierende Sportgemeinschaft wird mittels Windenergie – durch die so genannten Wirbelschleppen der Windräder vernichtet“, so der Vereinsvorsitzende Florian Urland.

Ein ganz anderer Aspekt, den die Bürgerinitiative deutlich aufzeigt und die Bürger auch wissen sollten, sind die Belastungen für Mensch und Tier. „Windräder sind Energiewandler, die durch Umwandlung der Bewegungsenergie des Windes in Rotationsenergie mit Hilfe eines Generators elektrische Energie erzeugen. Moderne Windkraftanlagen erreichen derzeit einen Leistungsbeiwert von rund 40 Prozent. Der nicht nutzbare und viel größere Energieanteil des Windes ist nichts anderes als eine Druckwelle, wird als Schall an die Umgebung abgegeben. Dazu kommen noch Unfallgefahren durch Rotorblattbruch, Blitzschlag, Brand, Vereisung und mechanische Zerstörung durch Sturm. Dazu optische Beeinträchtigungen wie periodisch auftretende Schlagschattenbildung und nächtlich blinkende Lichter auf den Anlagen. Diese Emissionen sind eine Hauptursache für die gesundheitliche Beeinträchtigung der Bevölkerung in der Region“.

An diesem Abend wurden die Fenster zum Veranstaltungsraum sehr schnell geschlossen. Auch suchte kein Entwickler der Planungsfirma das Gespräch mit den Windkraftgegnern vor dem Hotel. Die Positionierung zum geplanten Windparkprojekt soll nur eine kleine, grundstücksbesitzende Gruppe betreffen. Aber die Menschen einer ganzen Region sollen unter den Auswirkungen leiden. Transparenz ist derzeit gleich Null.

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