ACE: Blinken gilt offensichtlich als uncool

Immer noch viele Blinkmuffel unterwegs
An der Blinkmuffel-Problematik hat sich nach der Darstellung des ACE seit 7 Jahren nichts Wesentliches geändert. Im Jahr 2008 hatte der Club im Rahmen einer Feldstudie festgestellt, dass nahezu jeder dritte Autofahrer in Deutschland beim Fahrtrichtungswechsel keinen Blinker setzt.

Wie sieht es heute aus?
In Deutschland sind nach wie vor zahlreiche Blinkmuffel unterwegs. Sie verzichten darauf, im Straßenverkehr den Blinker oder, wie es offiziell heißt, den Fahrtrichtungsanzeiger zu betätigen. „Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, denn andere Verkehrsteilnehmer verlassen sich auf dieses Signal“, mahnt Klaus Hollmann vom ACE-Kreis Thüringen Süd. „Ohne Richtungsanzeige weiß man dann gar nicht, was der andere will und schon kracht es."

Der ACE-Experte erinnert daran, dass Blinkmuffel Bußgeld und durchaus auch Punkte in Flensburg riskieren. In leichteren Fällen, etwa beim Abbiegen ohne ordnungsgemäßes Einordnen oder Behinderungen beim Abbiegen, müssen Fahrzeugführer mit Verwarnungsgeldern zwischen 10 und 35 Euro rechnen. Beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren mit Gefährdungen, also etwa von Fußgängern oder dem Gegenverkehr, drohen zwischen 30 und 70 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg. Beim Abbiegen ohne Rücksicht, also beispielsweise ohne besondere Rücksicht auf Fußgänger oder mit konkreter Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, betragen die Bußgelder zwischen 70 und 85 Euro, wobei auch hier regelmäßig in Flensburg ein Punkt dazu kommt. Kommt es zu einem Unfall, können die finanziellen Folgen weit höher sein.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, den Fahrtrichtungsanzeiger beim Anfahren und Abbiegen rechtzeitig und deutlich –mindestens dreimaliges Aufleuchten– zu betätigen. Das gilt ebenfalls für abknickende Vorfahrt. Fährt man allerdings geradeaus weiter, verlässt also die Vorfahrtstraße, soll man nicht blinken. Ebenfalls das Ausscheren zum Überholen und das Wiedereinordnen sowie Fahrstreifenwechsel auf mehrspurigen Straßen und Autobahnen müssen durch entsprechende Blinksignale angekündigt werden. Dasselbe gilt für das Einfahren und Verlassen der Autobahn, das Ein-/Ausfahren aus Grundstücken oder anderen Straßenteilen (Gehweg), aus Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigten Bereichen. Beim Einfahren in den Kreisverkehr darf man nach Paragraf 9a Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht blinken, muss es aber beim Ausfahren.

Rechtssprechung
Was „rechtzeitiges Blinken" bedeutet, ist in der Rechtsprechung klargestellt. Die anderen Verkehrsteilnehmer sollen sich auf den Abbiege- oder Spurwechselvorgang einstellen können. Hierbei ist weniger die Entfernung bis zum Abbiegepunkt als eher die Zeit entscheidend. Laut einem höchstrichterlichen Urteil ist bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde (km/h) ein Betätigen des Fahrtrichtungsanzeigers fünf Sekunden im Voraus durchaus ausreichend. ACE-Fachmann Hollmann empfiehlt praxisnäher, auf jeden Fall mit dem Blinken zu beginnen, bevor man das Lenkrad verdreht, um vom bisherigen Verkehrsstrom abzuweichen oder bevor man den Fuß vom Gas nimmt oder sogar bremst.

Anhängerbetrieb
Schließlich, „wer seinen Pkw mit einen Anhänger koppelt, sollte sich per Augenschein überzeugen, dass dessen Blinkleuchten intakt sind", rät Hollmann. Für die Fahrt muss darüber hinaus eine zusätzliche Kontrollfunktion für die Blinker des Anhängers vorhanden sein. Dies kann mit einer zusätzlichen Kontrollleuchte erfolgen oder über eine Elektronik, die bei Ausfall einer Leuchte die Blinkfrequenz erhöht.

Autor:

Klaus Hollmann aus Saalfeld

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