Es riecht verführerisch - Gewürze sorgen für den Geschmack von Weihnachten

Sternanis ist nicht nur ein beliebtes Gewürz zur Weihnachtszeit sondern aufgrund seines sternförmigen Aussehens eignet er sich auch gut zur Dekoration.
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  • Sternanis ist nicht nur ein beliebtes Gewürz zur Weihnachtszeit sondern aufgrund seines sternförmigen Aussehens eignet er sich auch gut zur Dekoration.
  • Foto: Fuchs Gewürze GmbH
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Gewürze verführen mit ihrem Geruch und können für ein ­wohliges Gefühl sorgen. Duftet es nach Zimt, Nelken, Anis und Vanille ist Weihnachten garantiert nicht mehr weit. In Lebkuchen, Spekulatius und Glühwein sind einige der Weihnachtsgewürze vereint und ergeben so den typischen Geschmack. „Diese Gewürze können aber noch mehr. Sie sorgen nicht nur für einen exotischen Geschmack im Essen, sondern haben auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit“, erklärt Dr. Manuela Mahn, Gewürz­expertin. Vor allem bei Magen- und Darmproblemen sind sie nebenwirkungsfreie Helfer. Viele dieser Gewürze finden sich in der Weihnachtsbäckerei wieder – damit auch die Weihnachtsgans nicht so schwer im Magen liegt.

Gewürze lösen aber noch mehr aus: Vanille hebt die Stimmung, Zimt beeinflusst positiv die Psyche, Kardamon wirkt unterstützend bei ­Erkältungen oder Mund­geruch, Nelken helfen gegen Zahnschmerzen. Die getrockneten Früchte, Samen und Rinden zeichnet noch eine Gemeinsamkeit aus: Als Exoten haben sie eine lange Reise hinter sich, bevor sie in unseren Supermarktregalen stehen. Ein Weg führt für viele über Schönbrunn, ein europäischer Gewürzknotenpunkt im Thüringer Wald.

Dr. Manuela Mahn - Gewürzexpertin, Wissenschaftliche Beraterin bei Fuchs
Gewürze GmbH, Ausbildung von Gewürzsommelieren und Buchautorin - erklärt Wissenswertes zu den typischen Weihnachtsgewürzen:

Zimt: Zimt wird aus der Rinde des Zimtstrauches oder Baumes gewonnen, ursprünglich aus Ceylon stammend, dem heutigen Sri Lanka. Der Ceylon­-Zimt ist sehr hochwertig. Der Cassia Zimt wiederum stammt aus China. Der Unterschied beider Zimtsorten liegt im Anteil von Cumarin (Ceylon­-Zimt gering, Cassia-Zimt höher) – das nur in kleineren Mengen verzehrt werden sollte. "12 Zimtstern-Plätzchen kann man täglich essen, ohne das ein Risiko für die Gesundheit besteht", erklärt die Gewürzexpertin. Zur Weihnachtsbäckerei gehört Zimt einfach dazu. Schon das Riechen sorgt für positive Gefühle. Es ist ein Gute-Laune-­Gewürz, das auch in Lebkuchen, Bratäpfeln, Pflaumenmus und Zimtsternen Verwendung findet.

Nelken: Die besten Gewürznelken wachsen auf den Molukken oder in Madagaskar. Schon allein der Duft der Nelken erinnert an Weihnachten. Lebkuchen, Spekulatius, Feuer­zangenbowle, Glühwein oder Chai Tee verfeinern sie mit ihrem süßlich-scharfen Aroma.

Sternanis: Die Heimat vom Sternanis ist China. Von der Form her sieht die getrocknete Frucht weihnachtlich aus. Sternanis ist eine beliebte Zutat in Lebkuchen oder Glühwein und schmeckt ähnlich dem Anis, ist dabei aber süß und leicht pfefferig. Das Gewürz eigenet sich auch gut als Dekoelement.

Tonkabohne: Die Tonkabohne kommt aus Südamerika. Der Samen wird 24 Stunden in Rum eingelegt und anschließend getrocknet. So gelangt die Tonkabohne in den Verkauf. Sie hat einen süßen Charakter mit intensivem Geschmack: Mit einer Reibe etwas abreiben und überall dort einsetzen, wo Vanille verwendet wird, wie bei Keksen, Creme Brulee oder Pannacotta. Tipp: Zum Kochen von Pudding eine ganze Bohne in die Milch geben. Danach Bohne abspülen, trocknen lassen und weiter verwenden.

Vanille: Die echte Vanille wird in den Tropen angebaut, wie in Madagaskar, Reunion oder Mexiko. Vanille wird aus der Schote einer Orchidee gewonnen und ist das zweitteuerste Gewürz nach Safran. Verwendung findet sie meist in Süßspeisen, wie Gebäck, Eis oder Pudding. Tipp: Zucker in ein Glas füllen, ausgekratzte Vanilleschote dazugeben und zwei Wochen luftdicht ­verschlossen stehen lassen. Fertig ist der Vanillezucker.

Kardamon: Kardamon wird in Asien angebaut. In der Fruchtkapsel befinden sich kleine Samen. Diese riechen leicht nach Eukalyptus. Das süßlich-scharfe Aroma entfaltet sich, wenn der Samen im Mörser zerstoßen wird. In der Weihnachtsbäckerei findet es Verwendung.Tipp: Etwas Kardamon in den Kaffee geben, das macht ihn bekömmlicher.

Rezept-Tipp: Gute-Laune-Keks

Zutaten:
150 g Butter
150 g Zucker
1 Ei
1 Vanilleschote
1/2 Teelöffel Zimt
1 Prise gemahlene Gewürznelken
1 Prise gemahlene Muskatnuss
30 g geriebene Schokolade
100 g ungeschälte, geriebene Mandeln
240 g Mehl
Vanillezucker

Zubereitung
Butter, Zucker und Ei schaumig rühren. Gewürze, Schokolade, Mandeln und Mehl untermengen. Teig durchkneten und
mindestens zwei Stunden lang kalt stellen. Ausrollen – am besten zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie – und Plätzchen in Herzform ausstechen. Backofen vorheizen und bei 180 °C etwa 10 Minuten backen. Noch heiß in Vanillezucker wenden.

Hintergrund

• Seit über 100 Jahren werden in Schönbrunn im Thüringer Wald Gewürze verarbeitet. Die Witwe Marie Schmidt gründete 1873 das erste Gewürz-
werk. Nach der Enteig-
nung 1948 wurde die
Gewürzmühle als ­Konsum-
Werk ­weitergeführt.

• Heute beschäftigt die Fuchs Gewürze Gmbh an diesem Standort 800 Mitarbeiter. Das gesamte Unternehmen ist europaweit der größte Produzent von Gewürzen.

• Die Rohwaren kommen aus aller Welt im Con­tainerhafen in Hamburg an. Von dort geht es weiter zur Verarbeitung.

• Zuerst erfolgt die Qualitätskontrolle. Danach werden die Rohwaren mit Wasserdampf entkeimt. Je nach Endprodukt erfolgen weitere Verarbeitungsschritte, wie das Vermahlen oder Vermischen.

• In Schönbrunn werden die Produkte für den Lebensmittelhandel und den Endverbraucher hergestellt. Beginnend mit der eigenen Kunststoffherstellung von Gewürzdosen, über verschiedene Verpackungsstraßen bis hin zu automatischen Hoch­regallagern. Von hier aus werden die Gewürze europaweit versandt.

Buchtipp:„Gewürze. Das Standardwerk“, Manuela Mahn, 110 Rezepte, 320 Seiten, ISBN 978-3-86244-677-3, Christian Verlag GmbH

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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