Kunst und Heiligtum: In Arnstadt und Ilmenau hängt eine „Kasanskaja“

Igor Kharitonov (links), wohnt seit 10 Jahren in Arnstadt. Er erhält von Leander Lutz und Leonid Schkolnikow einen geweihten  Nachdruck der Kasanskaja.
  • Igor Kharitonov (links), wohnt seit 10 Jahren in Arnstadt. Er erhält von Leander Lutz und Leonid Schkolnikow einen geweihten Nachdruck der Kasanskaja.
  • hochgeladen von Ines Heyer

Eine Ikone schmückt seit kurzem die Sparkassenfiliale in der Ilmenauer Ziolkowskistraße und im Ilmkreis-Center in Arnstadt. Es ist ein Nachdruck der Kasanskaja. Sie ist ein sehenswertes Kunstobjekt und für Russisch-Orthodox-Gläubige ein Heiligtum. Die Gottesmutterikone von Kasan wird in Russland besonders verehrt. In jeder Kirche und gläubigen Familie ist dieses Bild zu finden. „Wir haben uns dafür eingesetzt, das diese Ikonen an einem gut sichtbaren und stark frequentierten Platz aufgehängt werden können“, sagt Leander Lutz, Verein „Freunde der Stadt Sankt Petersburg“. „Für die mehr als 2000 russisch sprechenden Menschen im Ilm-Kreis bedeutet es mehr als nur eine Erinnerung an ihre Heimat. Kurz nach dem Aufhängen hat eine ältere Dame mit Tränen in den Augen diese Ikone sofort geküsst.“

Die Ikone von Kasan, genannt Kasanskaja, zählt in der russisch-orthodoxen Kirche mit zu den wichtigsten Ikonen, verfügt der Legende nach über große Kräfte. Das Original wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geraubt und ist verschollen. Es gibt aber zahlreiche Kopien.
Ein Nachdruck gelangte während der Völkerschlacht auch nach Thüringen. „Die Großfürstin Maria Pawlowna ließ im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach diese Ikonen an die Bevölkerung verteilen. Wer sie sichtbar an seinem Haus aufhängte, war gegen Gewalt und Plünderungen durch die russischen Truppen geschützt“, erzählt Leander Lutz. Ein Original aus jener Zeit befindet sich heute noch im Privatbesitz einer Familie aus Buttstädt.
Im „Arnstädter wöchentlichen Anzeiger“ vom 23. Oktober 1813 ist ebenso in einer Annonce zu lesen, dass heilige Bilder und Bildnisse des russischen Kaisers bestellt werden können. Ob es sich dabei allerdings um die Kasanskaja handelt, geht nicht hervor.

Zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht im Jahr 2013 wurden 400 Nachdrucke durch den Verein „Freunde der Stadt Sankt Petersburg“ neu aufgelegt. Damit diese auch ihre besondere spirituelle Kraft erhalten, wurden sie von Mihail Rahr, Priester der Russisch-Orthodoxen Gemeinde in Weimar mit heiligem Wasser geweiht. „Im anschließenden Gebet ging die Kraft Gottes in die Ikone über. Denn dann wird aus dem Stück Papier eine wahre Ikone. Sie darf jetzt auf keinen Fall mehr weggeworfen werden, denn das würde Unglück bringen“, sagt Lutz.

Interessenten können einen geweihten Ikonennachdruck der Kasanskaja über Leonid Schkolnikow, Ilmenau, gegen eine Spende erhalten.
E-Mail: leonid.schkolnikow@t-online.de

Autor:

Ines Heyer aus Saalfeld

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