Serie: Hohe Kunst
Bilder der Renaissance im Schloss Beichlingen

Farbenfroh bemalt sind die ­Bohlendecken im sogenannten Hohen Haus des Schlosses Beichlingen. In den ­Malereien aus dem 16. Jahrhundert wiederholen sich drei figürliche Motive.
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  • Farbenfroh bemalt sind die ­Bohlendecken im sogenannten Hohen Haus des Schlosses Beichlingen. In den ­Malereien aus dem 16. Jahrhundert wiederholen sich drei figürliche Motive.
  • hochgeladen von Sibylle Klepzig

Für diese wunderschönen Decken legen wir gerne ­unseren Kopf in den Nacken und werfen den Blick nach oben. Pia Bauer, Vorstandsmitglied im Förderverein Schloss Beichlingen, schaut hinauf zur Bohlendecke im Schloss Beichlingen:

"Unsere farbenfrohe Bohlendecke im ­Renaissancezimmer überrascht so manchen Besucher. Ja, das sind die originalen Farben. Die ­Decken- und Wandmalereien im sogenannten Hohen Haus des Schlosses Beichlingen entstanden im 16. Jahrhundert. Pastelltöne waren damals nicht in Mode. Vielmehr schätzte man kräftige Farben wie das Blau der Waidpflanze. Das Rot wurde damals gar mit Rinderblut intensiviert.

 Die Farben wurden ­direkt auf das Holz ­aufgetragen, nicht etwa – wie in anderen Schlössern – auf eine Stoffschicht oder auf Stuck gemalt.
Je 15 Kassetten fügen sich in drei Reihen an der Balken­decke aneinander. Und jede einzelne der Kassetten ist mit Ornamenten verziert. Wer genau hinsieht, entdeckt jedoch, dass es lediglich drei verschiedene figürliche Motive sind, die sich in abgewandelter Form wiederholen. Putten, Hermen und Karyatiden – so bezeichnen Fachleute die Kinder-, Männer- und Frauenfiguren.

Wann genau die Beichlinger Grafen das „Hohe Haus“ als Teil ihrer Ritterburg erbauen ließen, ist unklar. Im 16. Jahrhundert jedoch waren sie so verarmt, dass sie die Burg verkaufen mussten. Es war der neue Schlossherr – Herr von Werthern – der das Gemäuer umbauen ließ, um es für die Familie bewohnbar zu machen. Er beauftragte unter anderem die berühmte Erfurter Künstlerfamilie Friedemann, aus deren Werkstatt wohl auch die Deckenmalerei stammt. Von ihrer Schönheit hat diese bis heute nichts eingebüßt. Allein die Farben wurden in den 70er-Jahren durch Experten ein wenig aufgefrischt.

Alle Beiträge der Serie "Hohe Kunst" finden Sie hier.

Autor:

Sibylle Klepzig aus Nordhausen

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