Kommentar zu : Matthias Reim, "Unendlich" Deluxe-Edition

Als Geschenk bekam ich die neue CD von Matthias Reim, und wer ihn aus seinen Glanzzeiten kennt, ist neugierig darauf . Na beim ersten Anhören macht sich bei mir eher Ernüchterung breit, und mir fällt nur ein Spruch ein :

"Schuster bleib bei deinen Leisten".

Der tiefe Griff in die "Amiga" - Mottenkosten, ist vom musikalischen Stand eher misslungen. Zu Gute kann man der CD nur halten, die Erinnerung an vergangene Zeiten wieder zu beleben, und der jetzigen Generation zu zeigen was einmal war.
Matthias Reim hat zwar sehr stark den Versuch unternommen , jeden einzelnen Titel originalgetreu wiederzugeben, aber es fehlt das Gefühl, die Melancholie, das "Stimmige" des Liedes. Es klingt so, wie ein abgespecktes Hüttengaudi, wie eine Festzeltunterhaltung. So wagt er sich an große DDR-Hits wie "Am Fenster" gleich in 2 Versionen, "Schwanenkönig", "Über sieben Brücken" ,"Als ich fortging", oder "Zeit die nie vergeht", ...
Wer an die unterschiedlich Stimmen der unterschiedlichen Künstler dieser Songs so interpretiert, kann nur ein mäßigen Erfolg bei denen erreichen, die diese Originale nicht kennen. Gerade der Versuch das Original zu kopieren, offenbahrt doch eher die sehr dominante alles übertönende sehr markante Stimme von Matthias Reim. So lässt die Einheit von Musik und Gesang im Lied sehr vermissen, so das es eher nach "Biertischlaune" klingt.
So kenen wir gerade den Titel "Über sieben Brücken", original von "Karat" , wo das gesammte Lied in der Ursprungsversion von 1978(!) sehr melancholisch, romantisch, träumerisch, - eben stimmig ein großer Erfolg war. Selbst die gelungene Version von Peter Maffay,- Jahre später- , konnte diese Stimmigkeit trotz eigener Interpretation , erhalten. Ein weiteres Beispiel der Kritik belegt "Am Fenster" (Citty), was es inzwischen auch in mehreren Versionen gibt. Da kommt einfach die Stimme von Mattias Reim nicht mit den Song überein. Auch ein Titel wie "Zeit die nie vergeht" (Perl) konnte er trotz ähnlich rauchiger Stimme nicht "Stimmig" rüberbringen.
Mein Fazit ist;:- die Kopie von Mattias Reim zu einzelnen Titel der DDR-Kult-Musik ist richtig daneben gegangen. Er kann sich in keinen der einzelnen Titel hineinversetzen und wiedergeben. Das klingt dann nur noch wie "Geträllert", so das man es auch selber so nachgröhlen könnte. Aber danke für die Erinnerung an (fast) vergessenen Zeiten. Da werde ich doch lieber einfach mal die Originale entstauben und das neue Geschenk verstauben lassen..... Jürgen Hildebrandt

Autor:

Jürgen Hildebrandt aus Sömmerda

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