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Spaß auf Knopfdruck

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Könnten wir uns auf Knopfdruck anpassen - lachen, weinen, Emotionen zeigen - würde es das wohl nicht mehr geben: regungslose Konzertbesucher. Besonders, wenn die Stimmung bebt. Ich singe, klatsche, tanze inmitten der Menge, wenn ich dabei bin. Andere jedoch sitzen auf ihren Plätzen, ohne zu zucken, mit offenen Augen. Sie sind wohl so fasziniert, dass sie vergessen zu klatschen. Sitzen die Ohrstöpsel zu tief? Sind sie nur zu faul? Wippt nur der kleine Zeh mit? Es geht doch keiner zum Konzert, um fürs Stillsitzen Geld zu zahlen. Oder? Mir schmerzen nach zwei Stunden Klatschen die Hände, die Stimme krächzt vom lauten Mitsingen erbärmlich. Egal, mich kennt hier keiner außer meinen beiden Begleiterinnen. Ich kann ruhig ausflippen. Die meisten machen mit. Wir haben Spaß. Aber wer glaubt das? Selbst beim Abschlussapplaus und den Zugaberufen stehen Konzertgäste wie gelähmt in der Masse. Ihre Gedanken würde ich gern lesen können. Schade, dass sie keinen Knopf haben. Dann könnte ich draufdrücken, ihnen und uns aus der Misere helfen und sie würden wenigstens so aussehen, als hätten sie Spaß.

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