Ganz alternativ

Das Dach der Mehrzweckhalle Bottendorf wird zur Energiegewinnung genutzt.
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  • Das Dach der Mehrzweckhalle Bottendorf wird zur Energiegewinnung genutzt.
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Vorbildfunktion: Roßleben vermarktet Brachflächen für Fotovoltaikanlagen

ROßLEBEN. In eine bestimmte Richtung übernimmt Roßleben in der Region des Altkreises Artern immer mehr eine kleine Vorreiterrolle. Fotovoltaik heißt das Stichwort. Auf dem Dach der Mehrzweckhalle im Ortsteil Bottendorf wurden die Arbeiten an einer Anlage in der vergangenen Woche abgeschlossen. Hier investierte ein einheimisches Unternehmen. Die Dachfläche ist von der Stadt verpachtet worden und in die Stadtkasse fließt so eine zusätzliche Einnahme.

Ein weiteres Energie- Projekt befindet sich auf dem Dach der Gerhart- Hauptmann-Regelschule, der UNESCO-Projektschule. Durch die derzeitige umfassende Sanierung des Schulgebäudes wurde die 2006 aufgebaute Energieanlage zunächst abgebaut. Gegenwärtig laufen die Arbeiten, um die stationäre 1,1 kW-Fotovoltaikanlage der Schule in Zusammenarbeit mit einer Firma erneut in Betrieb zu nehmen, um wieder Solarstrom in das öffentliche Stromnetz einspeisen zu können, so Dr. Jürgen König von der Umweltgruppe der Schule.

Im nächsten Schritt ist die Stadt des Kalibergbaus dabei die Industrie- und Landwirtschaftsbrachflächen zu reaktivieren. Sie vermarktet die städtischen Flächen über das Internet. Aber auf Anfragen für die Nutzung der Flächen beispielsweise für Fotovoltaikanlagen muss die Stadt nicht warten, zumal solche Projekte derzeit gefördert werden. "Eine Firma aus Halle führt beispielsweise die Standortakquise für entsprechende Investoren durch und fragte bei uns an", erzählt Bürgermeister Rainer Heuchel im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger. So wurden für den Bau von Fotovoltaikanlagen drei Teilflächen im Gewerbegebiet mit einer Gesamtgröße von 1,8 Hektar verkauft. Das Hallenser Ingenieurbüro übernahm das Erschließen der Flächen. "In vier bis fünf Wochen wird dort mit der Montage begonnen", weiß Heuchel, vor dem bereits das nächste Projekt steht.

"Mehrere Anfragen gibt es auch aus dem Landkreis Mayen-Koblenz", erzählt er. Hier wird nach einer Fläche von vier Hektar gesucht. "Dafür kommt das Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Betracht", so der Bürgermeister. Erste Gespräche laufen. Hier muss allerdings erst der Stadtrat zustimmen und der B-Plan geändert werden. Das Gelände ist als Renaturierungsfläche geplant und speziell Ausgleichsfläche für den Abschnitt der B4 zwischen Nordhausen und Sondershausen, der begradigt werden soll. Zudem muss ein Teil des Geländes noch beräumt werden, bevor es vollständig genutzt werden kann. Die Kosten für den Abbruch schätzt Bürgermeister Heuchel auf mehrere hunderttausend Euro, die die Stadt nicht bezahlen kann. In der nächsten Stadtratsitzung ist die Zuckerfabrik also auf jeden Fall ein Thema. Rainer Heuchel sieht in den Fotovoltaikanlagen einen klare Vorteile für Roßleben. In ein paar Jahren, wenn die Energieanlagen Gewinn erwirtschaften, kommt dieser in Form von Gewerbesteuern der Stadt zugute. Mittlerweile beginnen die erschlossenen Industrie- und Gewerbeflächen, über die die Stadt verfügt, allerdings knapp zu werden.

Noch auf der Suche nach Flächen für Fotovoltaik- oder Solaranlagen ist Bad Frankenhausen. Auf Nachfrage bei Bürgermeister Matthias Strejc, erklärte dieser, dass es einen Stadtratsbeschluss gibt. Die Stadt ist mit der Flächensuche beauftragt. "Wir werden ein Konzept erstellen, stehen allerdings noch am Anfang", so Strejc. Als ein Beispiel nennt er das Dach der Kyffhäuser- Therme, das ideal für solch eine Anlage ist.

Auf eine etwa 2,5 Hektar große Fotovoltaikanlage im Industriegebiet am Bahnhof, die pünktlich zu Jahresende am 30. Dezember ans Netz ging, kann Heldrungen bereits verweisen. Nach Auskunft von Bürgermeister Norbert Enke wird diese Anlage erweitert werden. "Dafür werden wir den Bebauungsplan noch ändern", blickt Enke voraus, der den Baubeginn voraussichtlich im dritten Quartal sieht. Weitere Projekte stehen nicht an. Im kleinen Vergleich bleibt Roßleben in der Vorbildposition.

Autor:

Sandra Rosenkranz aus Sömmerda

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