Job-Profil: Wie ist das Leben als Müller, Herr Schmidt?

Christian Schmidt kontrolliert am Walzenstuhl, ob das Getreide gleichmäßig in den Mahlspalt fließt. In der Industriemühle in Bad Langensalza werden täglich 1000 Tonnen vermahlen – zu Weizen- und Roggenmehl sowie Hartweizengrieß
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  • Christian Schmidt kontrolliert am Walzenstuhl, ob das Getreide gleichmäßig in den Mahlspalt fließt. In der Industriemühle in Bad Langensalza werden täglich 1000 Tonnen vermahlen – zu Weizen- und Roggenmehl sowie Hartweizengrieß
  • hochgeladen von Sibylle Klepzig

Christian Schmidt zieht die Schutzhaube übers Haar, desinfiziert Hände und Schuhe, bevor er die Mühle betritt. Die Hygieneschritte sind für ihn selbstverständlich: „­Getreide ist ein ­Lebensmittel. Es geht um die Gesundheit der Verbraucher.“ Mit seinen Kollegen steuert und überwacht er alle Schritte auf dem Weg vom Korn zum Mehl.

Technik statt Sackkarre

In einer Industriemühle – wie dieser von Roland Mills United in Bad Langensalza  – geht ohne Computer und Maschinen gar nichts. Das spiegelt sich auch in der Berufsbezeichnung wider. Aus dem Müller wurde der Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft. Der muss nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch ein Gefühl ­haben für das Naturprodukt.

Christian Schmidt ist verantwortlich für die ­riesigen ­Speichersilos, steuert die Füllstände, kontrolliert die ­Qualität des gelieferten Getreides, dessen Lagerung, ­Belüftung und Reinigung. 1000 Tonnen Getreide werden pro Tag – ­sieben Tage die ­Woche – in vier Mahlsystemen  vermahlen. Der 32-­Jährige stellt den Rohstoff in der richtigen Mischung bereit: „Denn nicht aus jedem Korn kommt das gleiche Mehl heraus.“

Mehl nicht gleich Mehl

Ein Brötchen soll aufgehen, eine Pizza flach bleiben, ein Keks knusprig sein. Der Müller achtet darauf, dass die vom Kunden gewünschten Backeigenschaften ­entstehen. Im Labor nimmt er Reagenzglas und Pipette zur Hand, untersucht Eiweiß- und Stärke­gehalt des Mehles, Binde­fähigkeit und Elastizität.

Super Jobaussichten

Bevor er an den Rechner in der Steuerzentrale zurückkehrt, ist noch ein Filter auszutauschen. Kleine Reparaturen erledigt er selbst. „Wir arbeiten eben am Produkt und an den Maschinen. Dieses breite Spektrum macht den Beruf so interessant“, sagt Schmidt. Und er betont die guten Jobaussichten – nicht nur, weil 94 Prozent der Deutschen Brot und Brötchen essen. „Müllergesellen werden außer in Getreidemühlen auch in Kraftfutterwerken, in Gewürz-, Tee- oder Hopfenmühlen gebraucht.“

Zur Person:

Christian Schmidt machte nach Abitur und Bundeswehr seine Müller-Ausbildung in Stuttgart, Abschluss 2009. Der Verfahrenstechnologe arbeitet bei Roland Mills United am Mühlenstandort Bad Langensalza und ist momentan Bereichs­leiter für die Getreidesilos.

Zur Ausbildung:

Wo wird ausgebildet? Die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft erfolgt an zwei Standorten in Deutschland: an der Gewerblichen Schule im Hoppenlau Stuttgart und an der Müllerschule Wittingen.
Wie lange? Die duale Ausbildung mit Blockunterricht und Mühlenpraxis dauert drei Jahre.
Aufstiegsmöglichkeiten? Wer sich weiterbilden möchte, kann die Meister- oder die Tech­nikerschule besuchen. Mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Techniker erlangt man die Fachhochschulreife für ein Studium.
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