Neugier lohnt sich heute Abend

Museumsleiterin Christa Hirschler freut sich
über den restaurierten Hammerflügel. Heute Abend
lädt sie zum „Treff für Neugierige“ ein. Foto: Herting
  • Museumsleiterin Christa Hirschler freut sich
    über den restaurierten Hammerflügel. Heute Abend
    lädt sie zum „Treff für Neugierige“ ein. Foto: Herting
  • Foto: Foto: Herting
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Restaurierter Hammerflügel ist heute Abend (28. September) ab 18 Uhr im Schlossmuseum zu sehen und erstmals auch zu hören.

Jahrzehntelang hatte er auf dem Dachboden des Schlosses gelagert, bis man ihn 2007 zur Restaurierung nach Eisenach gab. Vor einer Woche kehrte der Hammerflügel aus der Werkstatt von Restaurator Wolfgang Wenke nach Sondershausen zurück und bereichert nun die Musikinstrumentensammlung des Schlossmuseums. Mit dem sanierten Instrument kamen nun auch interessante neue Erkenntnisse in die 60 Objekte fassende Sammlung des Schlosses.

Vier Jahre lang hatte der Experte für historische Musikinstrumente dem völlig desolaten Flügel neues Leben eingehaucht und ihn konserviert. Relativ viel Originalsubstanz aus dem frühen 19. Jahrhundert konnte erhalten werden. Rekonstruiert wurden kleine Holz-, Metallund Vergoldungsteile. Die Schellack- Politur wurde neu aufgebracht und ein Viertel der Saiten neu eingezogen.

Um 1820 hatte der Wiener Klaviermacher Franz Lautterer (1770-1830) den Hammerflügel gebaut und ihn mit reichlich Zierrat versehen. Daraus schließen Experten, dass der Flügel nicht für Konzerte, sondern für private Zwecke des Fürsten im Schloss genutzt wurde.

Auf die Spur des Erbauers kam man durch Vergleiche mit signierten Instrumenten im Bachhaus Eisenach, im Schloss Wörlitz oder im Metropolitan- Museum New York. Die dendrochronologische Auswertung des Resonanzbodenholzes ergab, dass es aus dem Böhmischen/Bayerischen Wald stammt. Durch die Datierung des jüngsten Jahresringes auf das Jahr 1809 konnte die Herstellungszeit auf die Zeit um 1820 eingegrenzt werden.

Heute Abend (30.9.) um 18 Uhr wird Restaurator Wolfgang Wenke beim "Treff für Neugierige" im Schlossmuseum mit einem Diavortrag über seine Arbeit am Flügel sprechen. Als Überraschung verspricht Museumsleiterin Christa Hirschler den Gästen musikalischen Hörgenuss.

Violina Petrychenko aus Weimar wird als Spezialistin für historische Instrumente auf dem Hammerflügel spielen und ihn erstmals öffentlich zu Gehör bringen. Sein Klang ist im Vergleich zu heutigen Instrumenten obertöniger, leiser, weniger voluminös, aber doch gesanglich und gut verschmelzungsfähig. Er ist "trockener" und in den Lagen deutlich unterschiedlich; umgekehrt schneiden die Dämpfer den Klang nicht ab, sondern lassen die Saite noch ein wenig nachklingen.

Autor:

Heidrun Fischer aus Nordhausen

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