Online Marketing News
Online Marketing: Dürfen Unternehmen ehemalige Kunden Werbung zusenden?

VieleUnternehmen setzen zur Kundenbindung oder Kundenrückgewinnung auf
Online-Werbung. Von Kunden werden aber insbesondere Werbemaßnahmen nach
Vertragsende oft als lästig empfunden, weshalb auch Verbraucherschützer
regelmäßig einlenken. Nach einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Köln
musste nun die Telekom Werbung an ehemalige Kunden bis auf weiteres einstellen.
Grund war eine zu vage formulierte Einwilligungserklärung, die Kunden zum
Zeitpunkt des Vertragsabschlusses im Unklaren ließ, auf was sie sich nach
Vertragsende einließen.

Das Gericht reagiert damit auf eine Beschwerde von Verbraucherschützern, die
sich an einer konkreten Klausel im Neukunden-Vertrag der Telekom störte. Das
Unternehmen hatte sich vertraglich vorbehalten, Kunden auch nach einer
Kündigung zur „individuellen Kundenberatung“ noch bis zum Ende des auf die
Kündigung folgenden Kalenderjahres kontaktieren zu dürfen. Die Kunden hatten
per Klick ihr Einverständnis geben müssen, über neue Angebote informiert und
beraten zu werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) empfand diesen Zeitraum als zu
lang. Auch, dass die Telekom die Kunden über verschiedenste Kanäle wie E-Mail,
Telefon oder SMS kontaktieren wolle, kritisierte der Verband. In seinem Urteil
vom 2. Juni 2017 (Az. 6 U 182/16) schloss das Oberlandesgericht Köln sich den
Bedenken der Verbraucherschützer an. Mit der zu vage formulierten
Vertragsklausel verstoße das Unternehmen gegen das Verbot von belästigender
Werbung.

In vielerlei Fällen hätten sich Kunden nach annähernd zwei Jahren bereits an
einen neuen Vertragspartner gebunden. Eine „individuelle Kundenberatung“, auf
die sich die Telekom beruft, sei in diesem Fall bei ehemaligen Kunden unnötig
und nicht mehr angebracht.
 
Tipps für die Praxis

- Unternehmen oder Dienstleister sollten in eigenen Verträgen auf
vorformulierte Einwilligungserklärungen bezüglich der Werbung verzichten. Damit
Kunden nachvollziehen können, was sie unterschreiben, sollte die Erklärung so
konkret wie möglich formuliert sein.

- Unbeantwortet ließ das Gericht die Frage, ob die Telekom in der Einwilligung
verschiedene Wege der Kommunikation bestimmen durfte. Das Oberlandesgericht hat
einer Revision zugestimmt, weshalb sich nun gegebenenfalls der
Bundesgerichtshof neu urteilen muss.
 
 
Autor: Martin Gonev Quelle: E-Recht24

Autor:

Martin Gonev aus Sondershausen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.