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25. Funkenburgfest in Westgreußen am 18 und 19. August
Die Römer kommen

Zum römischen Feldheer gehörten Legionäre (rechts) und Hilfstruppen, ­sogenannte Auxiliare (links). Die Living-­History-Gruppe Legio XVII ­Albica aus Dresden wird etwa in dieser Aufstellung in der Funkenburg auf die 
 Germanen treffen.
Zum römischen Feldheer gehörten Legionäre (rechts) und Hilfstruppen, ­sogenannte Auxiliare (links). Die Living-­History-Gruppe Legio XVII ­Albica aus Dresden wird etwa in dieser Aufstellung in der Funkenburg auf die
Germanen treffen. (Foto: Legio XVII ­Albica)
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Unglaublich: Anders als vor 2000 ­Jahren heißen die Germanen die Legionäre ­ in ihrer Wehrsiedlung willkommen. Trotzdem wird es auch kämpferisch zugehen beim 25. Funkenburgfest im Freilichtmuseum in Westgreußen.

Wer durch das Torhaus der Funkenburg in Westgreußen schreitet, tritt unweigerlich ein in die Vergangenheit. Rund 2000 Jahre ist es her, dass hier Germanen ­lebten. Am kommenden Wochen­ende aber wird es in der trutzigen Wehrsiedlung wieder quicklebendig. Mehr als 100 Darsteller – neben Germanen auch Kelten und Römer – gestalten unter Regie des ­Funkenburgvereins und des ASB-Kreisverbandes Sömmerda das 25. Funkenburgfest. Es wird gebacken, genäht, gefärbt, geschmiedet, gespielt, gekämpft. Mittendrin die Germanengruppe Thunra­kundi aus Thüringen. Redakteurin Sibylle Klepzig sprach mit Olaf Eisenbrandt, Chef dieser Kriegergefolg­schaft, über den Donnergott, Authentizität und den Reiz der Römerinnen.

Ihre Gruppe nennt sich ­Thunrakundi. Was heißt das?
Das urgermanische Wort bedeutet Donnerkinder. Thunar – auch Donar oder Thor – ist laut Tacitus der höchste Gott, den die Germanen zwischen Chattengau und Elbe, die Hermunduren, angebetet haben. Wir wollen die Kultur der Hermunduren und der alten Thüringer, der Toringi, in die Neuzeit tragen und zeigen, wie unsere Vorfahren lebten, kämpften, arbeiteten, aßen.

Woher bekommen Sie das authentische Equipment?
Das meiste stellen wir selbst her. Die Frauen färben Naturwolle mit Pflanzen, wenden uralte Webtechniken an, sind firm im Nadelbinden. Wir Männer bauen Schmuck und Waffen nach, orientieren uns an Originalen in Fachbüchern und Museen.Handwerklich werden wir immer geschickter. Die meiste Zeit braucht die Recherche. Zum Fest können Besucher germanische Handwerke kennenlernen und mitunter selbst Hand anlegen – etwa beim Bronzegießen, das Gäste vom Sachsenhof Greven vorführen.

Apropos Gäste: Es sind auch römische Legionäre im Anmarsch. Zum Schrecken der Germanen?
Im Gegenteil, es freut uns sehr, dass die Legion XVII Albica aus Sachsen anreist. Zur 25. Auflage des Festes können wir so etwas Besonderes bieten. Die Legionäre sind ja nicht nur kämpfend und plündernd für ihr Imperium durch die Lande gezogen. Es gab auch gute Geschäfte und Handel. Wir zeigen beide Seiten. Am Samstag begegnen sich Germanen und Römer friedlich, am Sonntag wird‘s kämpferisch. Zudem veranschaulicht  eine  weitere  Gruppe das zivile Leben der Römer.

Es heißt, die Römerinnen waren besonders hübsch?
Durchaus, sie haben sich wirklich exorbitant schick gekleidet. Da gab es weniger Wolle und Leinen, dafür viel Seide. Wohlhabende Römerinnen hüllten sich in feinste Tücher mit tollen Farben, trugen Aufsteckfrisuren und viel Schmuck. Man konnte bereits Metalle mit Gold beschichten. Gürtelschnallen und Fibeln wurden mit Edelsteinen besetzt.

Wie sah es bei den ­Germanen aus?

Vieles war schlichtweg praktischer, aber es hat auch geklimpert beim Laufen. (lacht)Die Frauen  trugen  unter anderem eine  Schere am Gürtel, ein Gebrauchsmesser, vielleicht eine kleine ­Tasche und einen Glücks­bringer – etwa ein Amulett.

Termin: 25. Funkenburgfest, 18. und 19. August, jeweils von 10 bis 17 Uhr,
Archäologisches Freilichtmuseum Funkenburg Westgreußen, Träger: ASB Kreisverband Sömmerda
- Handwerksvorführungen wie Bronzeguss, Holz-, Leder und Textilbearbeitung, Glasperlenherstellung, jeweils 12 Uhr Ausrüstungsschau
- Schaukämpfe, regelmäßige Führungen, Spiele der Antike, Brötchen aus dem Lehmofen & mehr
- Samstag um 15 Uhr: Besuch aus Rom; Sonntag um 15 Uhr: Angriff aus Rom

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