25. Januar 2018 um 19 Uhr in der Eckermann Buchhandlung Weimar
Frank Beer liest aus Mordechai Striglers "In den Fabriken des Todes"

Frank Beer liest aus Mordechai Striglers „In den Fabriken des Todes“

25. Januar 2018 um 19 Uhr in der Eckermann Buchhandlung Weimar

Mordechai Strigler schuf mit seiner Tetralogie "Verloschene Lichter" ein literarisches Denkmal für die Opfer der Shoah. Nach „Majdanek“ erschien im Juni 2017 der zweite Band in deutscher Sprache, der von der Zeitschrift DAMALS als „Historisches Buch des Jahres“ in der Kategorie Autobiographisches ausgezeichnet wurde. Er schildert die mörderischen Bedingungen in den Produktionshallen einer Munitionsfabrik in Skarzysko-Kamienna, wirft einen präzisen Blick sowohl auf die Täter wie die Opfer.

In seinen Büchern experimentiert Strigler mit einer Schreibform, die eine Mischung aus Chronik, Geschichte, Belletristik und Lyrik ist. Damit erreicht er eine poetische Dichte, die zugleich von hoher Reflexionskraft ist. Er selbst „hofft lediglich, auf diese Art eine tiefere Dokumentation abgeben zu können von dem, was jeder Teil seines Körpers und seiner Seele in sich aufgesogen hat“.

Der jiddische Schriftsteller und Journalist Mordechai Strigler wurde 1918 bei Zamosc (Polen) geboren, seit 1937 war er Rabbiner in Warschau. Ein Fluchtversuch nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen mißlang; nach seiner Ghettoisierung wurde Mordechai Strigler ins KZ Majdanek verschleppt, später ins Arbeitslager Skarszysko Kamienna (Werk C). Anfang August 1944 kam er ins KZ Buchenwald, hier unterrichtete er die jüdischen Kinder. Nach seiner Befreiung am 11. April 1945 begleitete er von hier aus eine Gruppe überlebender Kinder nach Paris, wo er Arbeit als Redakteur fand und 1948 damit begann, seine Erfahrungen in der Tetralogie »Verloschene Lichter« niederzuschreiben. 1952 ging er nach New York und arbeitete für jiddische Zeitungen. 1978 erhielt er den Itzik Manger-Preis für Jiddische Literatur. Am 10. Mai 1998, wenige Tage, bevor er den Ehrendoktor für hebräische Literatur des jüdisch-theologischen Seminars von Amerika verliehen bekommen sollte, starb Mordechai Strigler in New York.

Der Herausgeber Frank Beer, Jahrgang 1965, ist promovierter Naturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bundesbehörde in Bergisch Gladbach. Er hat die vielbeachtete Quellenedition »Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944–1947« initiiert und mitherausgegeben. Seine verdienstvollen Übersetzungen von bislang wenig bekannten Zeitzeugenberichten erschienen in Büchern und im Internet.

Der Eintritt ist frei.

Eine gemeinsame Veranstaltung des zu Klampen Verlags und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in der Eckermann Buchhandlung Weimar.

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