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"Gay Propaganda – wie schwul ist Batman?"
Vernissage zur Ausstellung zum CSD Weimar 2017

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Den meisten von uns sind sie seit unserer Kindheit vertraut: Batman, Wickie, A-Hörnchen und B-Hörnchen, Lolek und Bolek, Wonderwoman und viele weitere Figuren prägen seit Jahrzehnten viele Kindheiten. 
Einige dieser Kindheits-Held*innen setzt die Münchner Künstlerin Naomi Lawrence in ihrer Ausstellung „Gay Propaganda – Wie schwul ist Batman?“ in einen neuen Kontext. Dabei stellt sie Fragen wie: Sind A-Hörnchen und B-Hörnchen wirklich Brüder? Was hat es mit Superman’s Vorliebe für Strumpfhosen auf sich? Ist Wickie nun eigentlich ein Junge oder ein Mädchen? Ist es wirklich so selbstverständlich, dass Batman Frauen liebt? Was sehen wir eigentlich als normal an, welche Bilder und Geschichten aus unserer Kindheit erscheinen uns vertraut, welche fremd, was prägt uns und unseren Blick? 
So hinterfragt Naomi Lawrence Geschlechterrollen und sexuelle Identitäten.

Als Inspiration diente Putins „Gay Propaganda“-Gesetz, welches das „Propagieren“ nicht-traditioneller sexueller Beziehungen gegenüber Kindern und Jugendlichen seit der Verabschiedung 2013 unter Strafe stellt. Das Gesetz soll – laut Aussage der Gesetzgeber*innen – Kinder und Jugendliche vor Homosexualität „schützen“. Jenes „Propagieren“ wird im Gesetz definiert als das „Verbreiten von Informationen, die eine nicht-traditionelle sexuelle Orientierung, die Attraktivität von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen, die fälschliche Auffassung einer sozialen Gleichstellung von traditionellen und nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen oder das Aufzwingen von Informationen über nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen, die das Interesse an einer solchen Beziehung wecken könnten, zum Ziel haben.“1 Dies gilt sowohl für Einzelpersonen, als auch für Organisationen. Nicht nur Beratungsprojekten wird somit die Arbeit erschwert oder gar unmöglich gemacht. Auch die in der Gesellschaft weit verbreitete Diskriminierung gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*- und Inter*-Geschlechtlichen und queeren Menschen wird somit weiter verfestigt. 

Und nicht nur in Russland gehören gesellschaftliche und rechtliche Diskriminierungserfahrungen von LSBT*I*Q-Menschen zum Alltag. Im Juli diesen Jahres verbot die chinesische Regierung die Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe in Online-Videos. Ebenfalls im Juli erklärte US-Präsident Donald Trump, er wolle Trans*Personen vom Militärdienst ausschließen. Die republikanische Partei, welcher er angehört, ist zudem dabei, weitere diskriminierende Gesetze zu entwerfen – so unterstützen viele u.a. das sogenannte North-Carolina-Trans-Bathroom-Gesetz oder die Religious Waiver Bills, die es Institutionen und Unternehmen erlaubt, LSBT*I*Q-Menschen aus religiösen Gründen Dienstleistungen vorzuenthalten. Im Februar 2014 unterzeichnete der ugandische Präsident Yoweri Museveni ein Gesetz, welches Homosexuelle mit lebenslangen Gefängnisstrafen droht. In acht Staaten der Welt droht homosexuellen Menschen noch heute die Todesstrafe, in 72 Staaten werden sie kriminalisiert. Die in diesem Jahr vom Deutschen Bundestag beschlossene Öffnung der Ehe ging einher mit abwertenden und hasserfüllten Beiträgen und auch mit der „Ehe für alle“ ist längst keine vollkommene rechtliche Gleichstellung von LSBT*I*Q erreicht.

Trotzdem Homosexualität in Deutschland mittlerweile von einer großen Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert wird, ist eine Ablehnung der öffentlichen Sichtbarkeit dieser dennoch recht weit verbreitet, wie eine aktuelle Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belegt 2. Etwa ein Fünftel der Befragten äußerte zudem eine abwertende Einstellung gegenüber trans*geschlechtlichen Menschen.
Angesichts erstarkender rechtspopulistischer Strömungen, der noch immer realen Abwertung und Stigmatisierung von sowie Gewalt gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*- und Inter*-Geschlechtlichen und Queeren Menschen überall auf der Welt, möchte der Christopher Street Day Weimar mit dem Zeigen dieser Ausstellung für Diskriminierungserfahrungen von LSBT*I*Q aufmerksam machen und für diese sensibilisieren. Mit der Hinterfragung normierter Geschlechterbilder und Vorstellungen von Sexualität, wie sie Naomi Lawrence in ihren Werken vornimmt, ergibt sich die Möglichkeit, enge Rollenzuweisungen und Erwartungen aufzubrechen, und die existierende Vielfalt an Lebens- und Liebes-Entwürfen aufzuzeigen und wert zu schätzen. 
Wir fordern und wünschen uns Respekt für Vielfalt und fordern alle Menschen auf, sich aktiv gegen Vorurteile und Ungleichbehandlungen einzusetzen.

Ausstellung
... vom 14.09. – 03.10.2017
... im Hauptbahnhof, Weimar

Vernissage
... am 14.09., 17.00 Uhr
... im Hauptbahnhof, Weimar

Film & Diskussion mit Naomi Lawrence
... „Rainbow On Tour – Kreativer Protest & die LSBT*I-Community in der Ukraine“
... am 14.09., 18.00 Uhr
... im Hauptbahnhof, Weimar

Veranstaltung im Rahmen des CSD Weimar 2017
Infos: www.csd-weimar.de / Newsletter / Facebook-Seite "CSD Weimar" / Twitter @CSD-Weimar

Gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

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