Serie: Nur eine Frage
Wie wird man einen Ohrwurm wieder los, Herr Schmidt?

Die Antwort weiß Pianist, Chorleiter und Arrangeur Prof. André Schmidt von der Hochschule für Musik Weimar.
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  • Die Antwort weiß Pianist, Chorleiter und Arrangeur Prof. André Schmidt von der Hochschule für Musik Weimar.
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"Cordulaaaa Grüüüüün", hallt es aus den Boxen und danach in den Ohren. Wie entsteht solch ein Ohrwurm und wie wird man ihn wieder los? Die Antwort weiß Pianist, Chorleiter und Arrangeur Prof. André Schmidt von der Hochschule für Musik Weimar.

Ein Ohrwurm ist ­zunächst erst ­einmal ein Insekt, das in den letzten Jahrtausenden pulverisiert als ­Heilmittel gegen ­Taubheit oder ­Ohrenschmerzen ­eingesetzt wurde. Er ­versteckt sich gerne in warmen ­Nischen oder ­Laubhaufen, aber ­niemals im ­mensch­lichen Ohr.

Deshalb hat die Musik wahrscheinlich diese Aufgabe übernommen und kriecht mit ihren Ohrwürmern in unsere Erinnerung. Das Erfolgsrezept ist gleicher­maßen simpel und ­genial und betrifft sämtliche musikalischen Genres und Gattungen. Beethovens Motiv aus dem 1. Satz der 5. Sinfonie kommt genauso mit zwei Tönen aus wie der Anfang des Beatles-­Klassikers „Yesterday“. Aber beide tun das Gleiche. Sie hämmern ihr Grundmotiv mehrfach und von verschiedenen ­Stufen aus in das menschliche Gedächtnis. Danach passiert das, was im deutschen Volkslied genauso funktioniert wie in einem Popsong. Der erste Teil wird wiederholt und gefestigt, danach kommt eine neue Idee oder Innovation, zum Schluss wird der erste Teil wiederholt.

Sehnsucht nach Veränderung


Das ist einfach menschlich. Etwas Neues kennenlernen, sich damit vertraut machen, danach Sehnsucht nach Veränderung und schließlich Freude, wieder auf ­bekanntem Boden angekommen zu sein. Doch wie wird man den Ohrwurm wieder los? Das Band, die CD, die Hirnfurche müssen neu überspielt werden. Also neue Motive, neue Rhythmen, und vor allem neue attraktive Wort-Ton-Verhältnisse aufnehmen. Oder anspruchsvolle, gerne auch außermusikalische Aufgaben für das Gehirn bereitstellen, dann wird es sich automatisch auf das Wesentliche konzentrieren.

Zu Hause aber müssen Sie den Ohrwurm nicht verjagen. Er frisst kleine Schädlinge und gehört zu den ­Nützlingen.

Alle Fragen, alle Antworten:
meinanzeiger.de/nureinefrage

Die Antwort weiß Pianist, Chorleiter und Arrangeur Prof. André Schmidt von der Hochschule für Musik Weimar.
Hat man sich erst einmal einen Ohrwurm eingefangen, wird man ihn nur schwer wieder los.
Autor:

Michael Steinfeld aus Erfurt

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