Zeit. Was ist das? Marlene Schnabel-Marquardt macht die 4. Dimension zum Tag des offenen Ateliers in Weimar sichtbar

Marlene Schnabel-Marquardt
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Die Zeit bewegt sich unaufhaltsam von der Vergangenheit über die Gegenwart in Richtung Zukunft. Unaufhaltsam. Unumkehrbar. Das Fließen der Zeit als Phänomen. Zeit ist schwer begreifbar, obwohl doch eine Sekunde oder eine Stunde oder der Tag so einfach zu messen sind.

Uhren machen die Zeit sichtbar. Ist dem wirklich so? Oder unterliegen wir hier einem gewaltigen Irrtum? Kann es nicht auch sein, dass Uhren nur den Moment verraten, wo sich die Zeit nach dem vom Menschen festgelegten Maßstab befindet?!? Den Fluss der Zeit, diese unbekannte vierte Dimension, stellen sie nicht wirklich dar.

Vielleicht gibt es unter den Uhren doch eine Ausnahme, die den Fluss der Zeit sichtbar macht: Die Eieruhr. Hier zerrinnt die Vergangenheit sichtbar. Die vierte Dimension wird sichtbar. Eieruhren, gebaut als Sanduhr, bieten nur ein kurzes Schauspiel. Wie groß müsste wohl solch eine Uhr gebaut werden, dass jedes Körnchen eine Sekunde eines Menschenlebens darstellt?

Nicht Sand, sondern Salz verwendet Künstlerin Marlene Schnabel-Marquardt für die von ihr geschaffene Uhr. 125 Kilogramm Salz. Über zwei Meter groß ist die "Sand"uhr geworden. Jedes Salzkörnchen steht symbolisch für eine Lebenssekunde.

Am Freitagmittag vor dem Atelier in der Asbachstraße 10a in Weimar installiert, soll die Uhr Besucher zum Tag des offenen Ateliers am Samstag, den 14. September, 10 bis 18 Uhr, anlocken.

Der Begriff Zeit hat es der Künstlerin angetan. Oder besser gesagt, die vierte Dimension sichtbar zu machen. Durch das Treppenhaus schlängeln sich 100 Jahre und eine Stunde. Über die alten Dachziegel hat sie Farbe laufen lassen. Dank der Schwerkraft wurde der Fluss der Zeit dokumentiert.

Als ob sie fürchten würde, dass ihr die Zeit davon rennt, dokumentiert Marlene Schnabel-Marquardt in den verschiedensten Werken immer wieder ihre eigene Lebensgeschichte. An der "liegenden Acht" können Gäste zum Tag des offenen Ateliers sogar selbst mit Hand anlegen. Ihr Korrespondenztagebuch aus Postkarten, geschrieben mit einer früheren Muse, könnte 500 Meter lang werden. So viel Platz wird die Villa nicht bieten. Künftig soll dieses Werk in der Bahnhofshalle zu sehen sein.

Im Treppenhaus und den Atelierräumen sind zahlreiche weitere Objekte zu sehen, die die vierte Dimension sichtbar machen. Und welche Rolle die vierte Dimension in der Musik spielt, wird Marlene Schnabel-Marquardt ebenso am Tag des offenen Ateliers anschaulich darstellen. Unterstützung bekommt sie hierbei von den Klangforschern - Kinder der Montessorischule Nohra - und ihrer Band.

PS: Wer den Tag des offenen Ateliers verpasst, kann die aktuelle Ausstellung auch noch in den nächsten Tagen besichtigen.

Mehr über die Künstlerin Marlene Schnabel-Marquardt:

http://www.meinanzeiger.de/themen/marlene-schnabel-marquardt.html

Das komplette Programm des Tages des offenen Ateliers in Weimar mit über 30 Teilnehmern ist hier zu finden:

http://www.weimar.de/fileadmin/Redaktion/Tourismus/Bilder/Kultur_Freizeit/Hoehepunkte/2013/Tag_des_offenen_Ateliers_2013/offenes_atelier_17_faltflyer_8_seitig_klein.pdf

Autor:

Steffen Weiß aus Gera

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