Besondere Orte: Mehrgenerationenhaus in Weimar-Schöndorf

Felicitas Fehling koordiniert die Arbeit im Mehrgenerationenhaus in der Carl-Gärtig-Straße in Weimar- Schöndorf. Auch die nächsten drei Jahre ist das Angebot hier dank Fördermitteln gesichert.
  • Felicitas Fehling koordiniert die Arbeit im Mehrgenerationenhaus in der Carl-Gärtig-Straße in Weimar- Schöndorf. Auch die nächsten drei Jahre ist das Angebot hier dank Fördermitteln gesichert.
  • hochgeladen von Simone Schulter

Schon zum Jahresende verbreitete sich die frohe Kunde: Die Existenz des Mehrgenerationenhauses in Schöndorf ist gesichert. Die Einrichtung konnte sich für die zweite Förderphase des Bundesprojektes für Mehrgenerationenhäuser qualifizieren – ebenso wie die Häuser in Weimar-West und Apolda.

„Über diese Entscheidung haben wir uns natürlich sehr gefreut“, erzählt Felicitas Fehling, Mitarbeiterin des „Förderkreises Jul“. Die gemeinnützige GmbH ist Träger des Mehrgenerationenhauses in Schöndorf. Die neue Förderung läuft seit 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2014. Jährlich fließen bis dahin 30 000 Euro vom Bund und 10 000 Euro als Kofinanzierung von der Stadt Weimar in die Projekte des Hauses.

Auch in den kommenden Jahren will man in der Carl-Gärtig-Straße haushaltsnahe Dienstleistungen wie Einkaufshilfe, Nähservice und Fahrradwerkstatt anbieten, Schülern bei den Hausaufgaben und der Berufsfindung helfen, Elterntreffen und Gesprächsangebote organisieren sowie das freiwillige Engagement von Bürgern fördern. Neu hinzu kommt ab diesem Jahr der große Themenschwerpunkt „Alter und Pflege“. In diesem Bereich wurde bisher nur der Seniorensport angeboten. „Wir wollen eine Pflegeberatung mit regelmäßigen Sprechstunden aufbauen“, blickt Felicitas Fehling in die Zukunft.

Die Koordinatorin ist sichtlich froh über das Erreichte. Das Haus habe sich zu einem wahren Treffpunkt der Generationen entwickelt. Bei der täglichen Arbeit könne man auf viele ehrenamtliche Helfer aus dem Wohngebiet zurückgreifen. Hinzu kämen Bürgerarbeiter und Bundesfreiwillige. „Mittlerweile schöpfen wir unser Raumkapazitäten voll aus. Wir werden von den Leuten angenommen.“
Heute, wo vielerorts Familiestrukturen aufbrechen, sei ein Ort der Begegnung zwischen den Generationen besonders wichtig. „Hier können alle zusammenkommen, voneinander profitieren.“ Für viele ist der farbefrohe Flachbau zu einem zweiten Zuhause geworden.

Als Mitarbeiterin eines Bildungsträgers freut sich Felicitas Fehling natürlich besonders über den Zuspruch bei den Kindern. Hier habe die Mund-zu-Mund-Propaganda für Zulauf gesorgt. „Die Kinder wissen, hier finden sie jemanden, der mit ihnen spielt, sich um sie bemüht. Wir singen gemeinsam, basteln, lesen Geschichten vor.“ Mit Hausaufgabenhilfe und Ratschlägen für einen ordentlichen Ranzen und Schulmaterial könne man zudem die schulische Entwicklung positiv beeinflussen. „Ein Schulabschluss ist schließlich Eintrittskarte, um im Leben vorankommen zu können.“ Dass man den Kindern, die sich helfen lassen, dank Unterstützung der Stadtwerke und der Weimarer Wohnstätten auch noch ein warmes Mittagessen anbieten können, freut sie um so mehr.

Autor:

Simone Schulter aus Weimar

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