Ohne Extra-Sauerstoff auf den Mount Everest
Extrembergsteiger zu Gast in Blankenhain

Priv.-Doz. Dr. Torsten Prietzel und Jörg Stingl vor der Veranstaltung. Foto: Sandra Daneyko
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Unter dem Titel „Atmosphärische Druckeffekte“ fand am Mittwoch in der Helios Klinik Blankenhain eine Veranstaltung mit dem Extrembergsteiger und Everest-Bezwinger Jörg Stingl statt.

Atmosphärischer Druck stabilisiert die Hüftgelenke

Priv.-Doz. Dr. Torsten Prietzel, Chefarzt im Fachbereich Orthopädie und Unfallchirurgie, hatte niedergelassene Kolleginnen und Kollegen eingeladen, um physikalische Effekte zu erläutern, die in der Hüftendoprothetik und beim Extrembergsteigen eine wichtige Rolle spielen. „Die Hüftgelenke werden kontinuierlich durch den atmosphärischen Druck stabilisiert. Die resultierenden Kräfte sind mit maximal 250 N zwar begrenzt, bewirken aber dennoch einen Schutz vor Verrenkungen, den sogenannten Luxationen. Durch Kapselrekonstruktion und den Einsatz größerer Gelenkköpfe wird der Effekt gefördert. So lassen sich nach unseren Erfahrungen bis zu 90% der Luxationen verhindern“, sagte Prietzel, der über die Vermeidung von Luxationen intensiv geforscht hat.

Kurz vorm Gipfel mussten sie aufgeben

Um Druck ging es auch beim Vortrag des 1961 geborenen Extrembergsteigers Jörg Stingl. 0,3 bar herrschen auf dem höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest (8848m). In mitreißender Weise berichtete der ehemalige Leistungsschwimmer, der 1980 sogar an den Olympischen Spielen teilnahm, von den Versuchen seines Teams den berühmten Berg ohne zusätzlichen Sauerstoff zu bezwingen. Seine Anekdoten vom ersten Versuch 1996 bei dem sie 350 Meter unterhalb des Gipfels aufgeben mussten, ergänzte er mit beeindruckenden Bildern. Damals retteten Sie einem Japaner das Leben.

Ohne zusätzlichen Sauerstoff auf den Mount Everest

Zwei Jahre später wollten es Stingl und sein mittlerweile von vierzehn auf sechs Mitglieder geschrumpftes Team nochmals versuchen. Bevor der Mount Everest bezwungen werden sollte, hatten sie sich mit dem Makalu einen weiteren 8000er vorgenommen. Doch diesmal war das Wetter nicht auf ihrer Seite. Meterhoher Neuschnee machte den Aufstieg zum Basislager extrem schwierig. Ein Streik der Träger verzögerte die Expedition zusätzlich. Der Versuch auf den Gipfel zu kommen, scheiterte dann auch am extrem schlechten Wetter mit Lawinengefahr. 36 Stunden dauerte der Abstieg – einige zogen sich schwere Erfrierungen an den Füßen zu. Der Everest war auch in diesem Jahr nicht zu erreichen. Am 22. Mai 2001 gelang es Jörg Stingl dann endlich seinen Traum zu erfüllen.

Nach den Vorträgen war bei einem kleinen Imbiss genügend Zeit sich untereinander auszutauschen. Den Chemnitzer Stingl zieht es nach seinem Abstecher nach Blankenhain in zwei Wochen schon wieder in die Ferne. „Wir wollen in Nicaragua zwei Vulkane besteigen. Das wird bestimmt eine schöne Schlammschlacht“, freut sich der Extrembergsteiger.

Autor:

Sandra Daneyko aus Weimar

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