Norbert Gladis hat im Steampunk seine ganz eigene Version von Nachhaltigkeit gefunden
Zahnrädchen, Teesiebe und Okulare

Norbert Gladis kreiert in seiner Werkstatt aus alten Teilen neue Kunstobjekte.
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  • Norbert Gladis kreiert in seiner Werkstatt aus alten Teilen neue Kunstobjekte.
  • Foto: Dirk Sprungala
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Wer kürzlich beim „Tag des offenen Ateliers“ durch Weimar schlenderte, vermisste möglicherweise den Maler, Grafiker und Bildhauer Norbert Gladis auf der Liste der Aussteller.
Und tatsächlich, als ich beim Meister der surrealen Figuren eintreffe, scheint das Atelier geschlossen. Doch da ich im Fenster ein Licht erkenne, klopfe ich und Norbert Gladis öffnet mir mit freundlichem Lächeln die Tür. Eigentlich hätte er mit seinen Steampunk-Kollegen bei einer Eisenbahnausstellung auftreten sollen, das fiel jedoch kurzfristig aus. Und überhaupt: so oft er auch sein Atelier und seinen Hausflur, der über alle Etagen von Kunstwerken aus Gladis‘ Hand geziert wird, für die Öffentlichkeit im September öffnete, so oft ärgerte er sich auch über einige seiner Mitmenschen. In der freiwilligen Kasse, die er zu Getränken und Gebäck aufstellte, fanden sich am Ende nur wenige Euro, obwohl gut verzehrt worden war. Seine teuer produzierten Hochglanzprospekte seien gern mitgenommen worden. Später entdeckte er diese auf einer Auktionsplattform im Internet. Für die darin erhaltenen Kunstwerke allerdings, hatte sich niemand entschieden.
Mittlerweile engagiert sich der Künstler sehr in der Steampunk-Bewegung. Einfach ausgedrückt, bedienen sich die Kreativen hier bei gebrauchten, vor allem technischen, Bauteilen, die sie auf beeindruckende Weise in völlig neue Objekte verwandeln. Es entstehen Helme, Masken, Uniformen, Rüstungen, Brillen und allerlei Maschinen. Am Ende steht man dann vor einem Menschen, der mit einer Zeitmaschine, natürlich hat Gladis auch eine solche gebaut, direkt aus Kapitän Nemos Welt gekommen zu sein scheint.
Der Erfindergeist der frühen Jahre weht durch das Atelier. Gladis ist gerade dabei, neueste Kreationen zu entwerfen. Natürlich kann man die Maschinen, Waffen und Rüstungen nicht tatsächlich als solche verwenden, das ist auch nicht der Plan. Doch wenn sich eine Mechanik, ein Licht, eine Klappe daran befinden, müssen diese auch funktionieren. Aus Alt mach Neu, eine nachhaltige Kunstform für die neue Welt.

Autor:

Dirk Sprungala aus Weimar

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